Fußball: TSV Weilimdorf, Calcio Der Plan vom schlechter Spielen
Der TSV Weilimdorf will durch einen Sieg mit guter Laune in die Pause gehen. Bei Calcio Leinfelden-Echterdingen geht ein Stürmer und sucht man einen neuen.
Der TSV Weilimdorf will durch einen Sieg mit guter Laune in die Pause gehen. Bei Calcio Leinfelden-Echterdingen geht ein Stürmer und sucht man einen neuen.
19. und letzter Spieltag vor der Winterpause in der Fußball-Verbandsliga. Während der TSV Weilimdorf im Aufsteigerduell zuhause gegen den FC Rottenburg den Dreier für den Anschluss zum Tabellenmittelfeld braucht, will Calcio Leinfelden-Echterdingen gegen die TSG Hofherrnweiler mit einem abschließenden Sieg das Punktepolster zur Abstiegszone vergrößern.
TSV Weilimdorf – FC Rottenburg (Samstag, 14 Uhr)
Die Sechs-Niederlagen-Serie des Aufsteigers aus Weilimdorf ist am vergangenen Spieltag mit dem 2:2 beim SV Fellbach zu Ende gegangen. Daraufhin: ein tiefes Durchatmen beim Club aus dem Stuttgarter Norden. Es sei ein sehr schönes Gefühl gewesen, nach einer solch langen Zeit wieder etwas mitzunehmen, sagt denn auch der Weilimdorfer Trainer Oliver Stierle. Dementsprechend sei auch die Trainingswoche „lockerer und freundlicher“ abgelaufen.
Jedoch, über den Punktgewinn musste sich der Coach schon wundern. Seine Erkenntnis: „Schlecht gespielt und gepunktet, davor gut gespielt und leer ausgegangen.“ Bedeutet für die Zukunft und das letzte Spiel am Samstag vor der Winterpause gegen das ebenfalls abstiegsgefährdete Gästeteam aus Rottenburg: „Schlecht spielen, dann gewinnen wir“, sagt Stierle lachend.
Drei Punkte, damals mit einem überzeugenden Auftritt, sind den Weilimdorfern gegen den Mitaufsteiger aus Rottenburg im Hinspiel durch ein 4:1 gelungen. Drei sollen es nun noch einmal werden, um „mit einem guten Gefühl in die Winterpause zu gehen und in der Rückrunde dann voll angreifen zu können“, sagt Stierle und meint mit Angriff den Kampf um den Klassenverbleib. Ein schwieriger, weil Stand jetzt eine geballte Ladung an Oberliga-Absteigern droht in die Verbandsliga Württemberg zu kommen. Aber: Man wolle sich zuerst auf das Samstagspiel und weniger auf die Tabelle konzentrieren, so die Devise des Übungsleiters. Verzichten muss er dabei weiterhin auf den verletzten Maximilian Wojcik und zudem inzwischen den Schlussmann Matej Barisic. Letzterer kam bekanntlich im Sommer von Türkspor Neckarsulm an die Giebelstraße und ist nach Anpassungsproblemen immer mehr zu einem soliden Rückhalt geworden. Doch nun die Zwangspause, er hat sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen. Seinen Platz wird der Ersatzmann Sunny Simone einnehmen.
Außer auf der Torhüterposition kann Stierle auf die 2:2-Truppe des Fellbach-Spiels zurückgreifen. Ob die Startelf gleich aussehen wird, ist noch fraglich. Wobei Stierles Überlegungen offensiv ausgerichtet sind. „Vielleicht lasse ich mit zwei oder gar drei Stürmern beginnen, ich weiß es noch nicht“, sagt er. Bleibt noch die Frage nach einer anderen Personalie: Bastian Joas. Den Kapitän holte der Coach in Fellbach überraschend bereits zur Pause vom Feld. Des Trainers Begründung vor Wochenfrist: „Er überzeugte nicht und ich wollte ein Zeichen setzen.“ Die Wirkung von Stierles Entscheidung sah man durch eine Steigerung auf dem Platz und bei Joas während der Woche. „Bastian hat es völlig akzeptiert, sich sehr im Training engagiert. Und wer weiß, vielleicht beginnt er auch wieder“, sagt Stierle.
Nach der Partie findet beim TSV Weilimdorf die Weihnachtsfeier statt, am 14. Januar bittet der Trainer die Seinen dann wieder zurück zum Trainingsauftakt auf den Platz. Ob die Belegschaft dann noch identisch ist, werde sich zeigen. Stierle, der sportliche Leiter Michael Bachmann und der Abteilungsleiter Patrick Härle werden sich in der Winterpause zusammensetzen, die Situation analysieren und sich in Sachen Personal besprechen. „Der ein oder andere wird künftig in der zweiten Mannschaft spielen, nach Verstärkungen schauen wir uns um“, sagt Stierle. Ein zusätzlicher Innenverteidiger und ein Sechser würden aus seiner Sicht gut tun.
Calcio Leinfelden-Echterdingen – TSG Hofherrnweiler-Unterrombach (Sonntag, 14 Uhr)
Das letzte Spiel vor der Winterpause bedeutet auch das letzte für Pero Mamic im Dress von Calcio Leinfelden-Echterdingen. Der Hüne mit Allrounder-Qualitäten kehrt mit seiner Familie nach Kroatien zurück. Ein Verlust für die Italo-Schwaben, sollte man meinen. Anscheinend aber nur mit Einschränkung, der Trainer Francesco Di Frisco bestätigt dies nicht umfänglich. „Keine Frage, vom Menschlichen her, Charakter und Stimmung ein absoluter Verlust“, sagt Di Frisco. In fußballerischer Hinsicht macht der Coach aber kleinere Abstriche. Natürlich bringe Mamic sehr viel Qualität mit, habe aber als Angreifer in seinem halben Jahr sozusagen kein Spiel für Calcio gewonnen, in 16 Spielen lediglich zwei Tore erzielt und „ich glaube, nur eine Vorlage gegeben“, sagt Di Frisco. Wobei er das Problem seiner Kicker allgemein im offensiven Bereich sieht. Genauer gesagt im Abschluss. „Vier Chancen für ein Tor, zu viel, wir müssen kaltschnäuziger werden“. Ein möglicher Knipser im Team – Fehlanzeige. Also was tun? „Wir werden in der Winterpause den Markt beobachten. Wer weiß, vielleicht werden wir ja fündig“, sagt Di Frisco.
Einstweilen stellt er seinem Team für das bisher Geleistete, auch im Fall eines Sieges gegen Hofherrnweiler, das Zwischenzeugnis „befriedigend“ aus. Zwischendrin tendierte er gar zu „gut“. Das war nach einer Serie von fünf Siegen am Stück. „Es war keine einfache Runde, wir hatten nach dem Abstieg einen kompletten Umbruch, und ich dachte ob der Siegesserie, wir hätten uns stabilisiert“, sagt Di Frisco, doch anscheinend sei das wohl doch noch nicht gelungen.
Gegen den aktuellen Gegner aus dem Aalener Stadtteil muss der Coach auf den Mittelfeldspieler Enes Isik (Adduktorenzerrung) und den Rotsünder Stefan Todorovic verzichten. Dennoch streben die Echterdinger einen positiven Abschluss an. Für die Tabelle, für das gute Gefühl und für Pero Mamic. Im Hinspiel ging es gut. Im August siegte Calcio mit 1:0.