Fußball: TSV Weilimdorf Rot-Ärgernis vor der „ganz fetten Aufgabe“
Ein Spielerausflug zur zweiten Mannschaft bringt dem Verbandsliga-Aufsteiger eine weitere Sperre. Gelingt dennoch ausgerechnet beim Tabellenführer Reutlingen die Ergebniswende?
Ein Spielerausflug zur zweiten Mannschaft bringt dem Verbandsliga-Aufsteiger eine weitere Sperre. Gelingt dennoch ausgerechnet beim Tabellenführer Reutlingen die Ergebniswende?
Irgendwie ist es gerade zum Haareraufen. In der Liga fünf Niederlagen in Serie – die Verbandsliga-Fußballer des TSV Weilimdorf zuletzt auf der vergeblichen Suche nach dem Rezept gegen den Abwärtstrend. Mal glücklos, mal übereifrig, mal in den entscheidenden Szenen zu unkonzentriert. Und da passt dann eine Begebenheit dieser Woche ganz gut dazu. Da hatte der Trainer Oliver Stierle unter dem Motto „Selbstvertrauen tanken“ gleich sieben Spieler seines Kaders zum Pokaleinsatz bei der zweiten Mannschaft abkommandiert. Und was passiert? Sein im Formtief steckender Angreifer Terry Offei handelt sich wegen Nachtretens die rote Karte ein.
Statt gestärkt zurückzukehren, ist der 26-Jährige also erst einmal gesperrt – und Stierle hat eine Sorge mehr. Vielleicht ist es ja aber sogar von Vorteil, dass in dieser Situation nun eine Aufgabe kommt, „bei der wir absolut gar nichts zu verlieren haben“, wie der Coach betont. In ihrem letzten Hinrundenspiel sind die Nord-Stuttgarter am Sonntag (14.30 Uhr) beim Tabellenführer Young Boys Reutlingen zu Gast. „Jeder erwartet, dass wir dort leer ausgehen“, sagt Stierle. Er habe „den Jungs“ gesagt: „Ihr könnt befreit aufspielen.“
Tatsächlich dürfte sich dann eher in den beiden noch folgenden Begegnungen des Kalenderjahrs weisen, mit welcher Stimmung es für die Weilimdorfer in die Winterpause geht. Nach einem spielfreien Wochenende am 22./23. November führt der Terminplan darauf bereits in der Rückserie nach Fellbach (29. November) sowie ins Aufsteigerduell zuhause mit dem FC Rottenburg (6. Dezember). Spätestens bei diesen Aufgaben werden Stierle und die Seinen eine Ergebniswende erreichen müssen, wenn sie nicht in der Abstiegszone überwintern wollen. Momentan sind sie weiterhin Elfter, allerdings nur noch mit zwei Punkten Abstand zum Vorletzten FC Esslingen.
Einstweilen hat Stierle das Thema „Disziplin“ in den Vordergrund gestellt. „Wir haben vor allem in den Bereichen Rückwärtsbewegung, gemeinsames Arbeiten nach hinten und Torverteidigung gearbeitet“, berichtet er. Möglich allerdings, dass er auf einer Schlüsselposition umplanen muss. Der Spielgestalter Enis Küley droht krankheitsbedingt auszufallen. Dagegen kehren der Kapitän Bastian Joas (nach Gelb-Rot-Sperre) und Andrew Addo (war privat verhindert) ins Aufgebot zurück. Und ein anderer, Tarik Bouich, könnte jenem zum überhaupt ersten Mal angehören. Der Sommer-Neuzugang von den A-Junioren des SGV Freiberg hat seinen Schlüsselbeinbruch auskuriert. Für ihn immerhin ist der Pokalprobelauf an diesem Donnerstag gut gegangen.
Demgegenüber fehlt den Reutlinger Gastgebern in Christos Chatzimalousis definitiv einer ihrer Leistungsträger. Auch er brummt eine Platzverweis-Sperre ab – was aber nichts an Stierles Einschätzung ändert: „Da kommt ein richtiges Brett auf uns zu, eine ganz fette Aufgabe.“ Der Gegner, schon als einer der Titelfavoriten in die Saison gestartet, hat von seinen bisherigen 14 Spielen elf gewonnen und nur eines verloren. Letzteres, was auf Weilimdorfer Seite wiederum ermutigen könnte, in einem Spiel, in dem auch wahrlich keiner damit gerechnet hätte. Es war im Oktober mit einem 1:2 beim damaligen Schlusslicht Calcio Leinfelden-Echterdingen.