Fußball: TV Echterdingen Traumtor leitet Überraschungssieg beim Vizemeister ein

Na also, geht doch. Predrag Sarajlic (links) kann sich mit seinem Team über einen wichtigen Auswärtssieg freuen. Foto: Günter Bergmann

Mit einem 2:1 in Waldhausen setzt der gebeutelte Filder-Landesligist im Tabellenkeller ein Ausrufezeichen. Und der Interimstrainer Sarajlic tut etwas, was er selten macht.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

War das der Befreiungsschlag? Die redensartlichen Steine der Erleichterung, die von den Landesliga-Fußballern des TV Echterdingen am Samstag abgefallen sind, müssten jedenfalls von der Ostalb bis nach Hause auf die Filder zu hören gewesen sein. Trotz eines Notaufgebots mit nur noch 14 Erste-Mannschaft-Spielern haben die Gelb-Schwarzen die Überraschung geschafft: Der 2:1-Auswärtssieg beim ebenfalls personell gebeutelten Vizemeister SV Waldhausen ist ein Ausrufezeichen im Tabellenkeller.

 

„Ich hoffe, dass es bei der Mannschaft damit klick gemacht hat – und dass jeder gesehen hat, was möglich ist, wenn man die Grundtugenden beachtet“, sagt der Interimstrainer Predrag Sarajlic. Nach diesem Spiel tue er gerne etwas, was er selten mache: „Ich verteile Komplimente. Lob ans Team.“

Kämpfen, kratzen, beißen. In dieser Hinsicht warfen die Gäste, bei denen Furkan Özüdogru (wie berichtet Verdacht erneuter Kreuzbandriss) wohl der nächste Langzeitausfall ist, alles in die Waagschale. Hinzu kamen zwei sehenswerte Treffer und „endlich auch einmal das Glück des Tüchtigen“, wie Sarajlic konstatiert. Zweimal gingen die Echterdinger in Führung: erst durch Yannis Kalchschmidt, der den Ball per Bogenlampe aus 35 Metern frech ins Netz beförderte (11.). Dann schlug Flon Ajvazi nach einem Steckpass von Laurenziu Biemel (46.) zu. Wettgemacht war damit eine Panne. Das zwischenzeitliche Waldhausener 1:1 von Niklas Schwarzer hatte der Keeper Marko Gaspar mit einem verunglückten Pass eingeleitet (17.). Sarajlics knapper Kommentar: „Ein Fehler, der so nicht passieren darf.“

Kurz vor Schluss dann, nach einem Abwehrfight in der zweiten Hälfte, tiefes Durchatmen beim Filderteam, als Lukas Michel die Kugel für den Gegner frei stehend übers Ziel ballerte. Nach Torgebälktreffern stand es am Ende unentschieden – jedes Team war obendrein je einmal am Aluminium gescheitert, für die Echterdinger Ajvazi. Nach Toren aber reichte es nach zuletzt drei Niederlagen zum herbeigesehnten zweiten Sieg unter Sarajlic. Folge in der Tabelle: Dort sind der Coach und die Seinen zwar weiterhin nur Vierzehnter, nun jedoch mit lediglich noch zwei Zählern Abstand zum nach jetzigem Stand rettenden zwölften Platz.

Bevor es in die Winterpause geht, bleiben im Jahr 2025 zwei weitere Gelegenheiten, die eigene Ausgangslage zu verbessern, beide im eigenen Stadion. Am nächsten Sonntag wird der TSV Bad Boll im Sportpark Goldäcker erwartet, acht Tage später dann der FV Neuhausen.

Echterdinger „Spieler des Spiels“

Marvin Kuhn (Nominierungen: 2). Fels in der Brandung. Der Kapitän agierte, wie es sich für sein Amt gehört: Er dirigierte, schritt als Führungsfigur voran und hielt hinten den Laden beisammen.

SV Waldhausen: Körber – Kazymov (69. Avdiovski), Weber, Herkommer, Kamm – Eckstein (69. Mayer, 89. Sehic), Janik, Schwarzer, Agathangelidis (63. Sungur) – Wolf (81. Mack), Michel.

TV Echterdingen: Gaspar – Handanagic, Milutinovic, Kuhn, Ziogos – Dölker (73. Pirracchio), Steffen Schmidt, Oguz, Kalchschmidt (90.+3 Caliskan) – Biemel (83. Lucov), Ajvazi (87. Flechsig).

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