Fußball-Umfrage bei den Trainern Das waren die besten Spieler der Bezirksliga-Hinrunde

Vorne dabei: der Darmsheimer Simon Lindner sowie die Büsnauer Marc Hetzel und Sebastian Lenhardt (von links). Foto: Eibner-Pressefoto/Gerald Oelze-de Stoppany, Günter Bergmann (2)

Unsere Zeitung hat die Trainer abstimmen lassen: Welche Kicker haben in dieser Saison bislang am meisten überzeugt? Heute Teil drei: die Bezirksliga Stuttgart/Böblingen.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Lindner? Die Reaktionen in der Staffel schwanken zwischen „Oha“ und „Oh weh“. Sie zeigen eine Mischung aus Anerkennung und offensichtlichem Erfahrungsschmerz. „Uns hat er zwei Stück eingeschenkt“, erinnert sich der Rohrauer Trainer Björn Holz. „Eine Kategorie für sich“, findet der Botnanger Amtskollege Alexander Schweizer, dessen Mannschaft ebenfalls zum Toredoppelpack-Opfer wurde. Und der eigene Coach Daniel Knoll, der erhebt den Mann, um den es hier geht, sogar quasi in den fußballerischen Adelsstand. Sein Urteil: „Er hat einen unglaublich guten Abschluss. Bei Elfmetern geht das fast schon auf Harry-Kane-Niveau.“

 

Einig waren sich unter den von uns Befragten in der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen schließlich fast alle: Der herausragende Spieler der Hinrunde, das war Simon Lindner. Zwölf von 16 möglichen Stimmen – damit verweist der Torjäger des Spitzenreiters TV Darmsheim seinen stürmenden Büsnauer Mitbewerber Marc Hetzel klar auf den zweiten Platz. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil er in den vergangenen Monaten selbst noch andere Zahlen sprechen lassen hat. Mit bereits 22 Saisontreffern führt der 31-Jährige mit großem Abstand die Schützenliste der Spielklasse an. Hält er diese Knipserquote aufrecht, scheint ein Rekordergebnis möglich. Aus der Vorgängerliga des Bezirks Stuttgart steht die bisherige Allzeitbestmarke aus der Saison 2015/2016 bei 46 Toren. Damaliger Ballermann vom Dienst: Adnan Akcan von NAFI Stuttgart.

Der Linksfuß Lindner bringt nun seine eigenen Qualitäten ein. Zur körperlichen Wucht kommen Sprinterfähigkeiten, clevere Laufwege sowie einiges an Abgezocktheit und Routine hinzu. „Man merkt, dass er jahrelang höherklassig gespielt hat“, konstatiert sein Trainer Knoll. Eine gute Schule durchlief sein Protagonist schon als Junioren-Bundesligaspieler bei den Stuttgarter Kickers, danach ging es für ihn als Aktiver mit dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen in die Oberliga, ehe sich vor fünfeinhalb Jahren ein Kreis geschlossen hat. Seitdem schlüpft der gebürtige Sindelfinger wieder für seinen Heimatverein Darmsheim ins Trikot. Es war für ihn mehr oder weniger die Rückkehr in die Familie, und das im wahren Wortsinn. Denn am Eichelberg lindnert es überhaupt. Simon Lindners ältere Brüder Marcel und Tobias waren dort lange Zeit Trainer (inzwischen beide in Aidlingen). Sein dritter Bruder Daniel fungiert als Teambetreuer. Und Mutter Sigrid schmeißt im Vereinsheim den Laden.

Viele gute Argumente also für ein Verweilen an aktueller Schaffensstätte? Sieht ganz so aus – allen externen Anfragen zum Trotz. „Ich bin hier schon sehr verwurzelt. Und als Trainer oder Spielertrainer irgendwo anders sehe ich mich momentan eigentlich noch nicht“, sagt Lindner, der in „seinem“ Club nebenbei die B-Jugend anleitet. Insofern schlechte Kunde für die Staffel-Konkurrenz: Die weitere Begegnung mit dem Schreckgespenst schlechthin aller Abwehrreihen wird ihr so schnell nicht erspart bleiben. Es sei denn, Lindner und den Seinen gelingt der Landesliga-Wiederaufstieg. Dann halt in der nächsten Saison „Oha“ und „Oh weh“ eine Etage weiter oben.

Stimmen-Ergebnis

1. Simon Lindner (TV Darmsheim, zwölf Stimmen)

2. Marc Hetzel (TSV Jahn Büsnau, sieben)

3. Sebastian Lenhardt (TSV Jahn Büsnau, vier)

4. Wesley Acholonu (TV Echterdingen II, drei)

5. Marco Schulz (Spvgg Cannstatt, zwei) und Daniel Schweizer (ASV Botnang, zwei)

7. vierzehn Spieler mit jeweils einer Stimme.

Abstimmung

Modus
Jeder Verein der Staffel hatte drei Stimmen für drei verschiedene Spieler. Beteiligt haben sich jeweils die Trainer (für den SV Vaihingen der Co-Trainer Marco Eichler, der in den vergangenen Wochen den Cheftrainer Tim Schumann vertreten hat).

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