Fußball-Umfrage bei den Trainern Das waren die besten Spieler der Landesliga-Hinrunde

In doppelter Hinsicht als „Eismann“ unterwegs: Gianluca Gamuzza vom VfL Sindelfingen. Foto: Archiv/Stefanie Schlecht

Unsere Zeitung hat die Trainer abstimmen lassen: Welche Kicker haben in dieser Saison bislang am meisten überzeugt? Heute Teil vier: das Ergebnis für die Landesliga-Staffel 2.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Schelmisch ließe sich anmerken: Ist ja kein Wunder, dass der Mann vor dem Tor eiskalt agiert. Schließlich kommt er aus einer eisigen Branche. Beruflich ist Gianluca Gamuzza im familieneigenen Unternehmen engagiert – der Papa ist in Sindelfingen Inhaber einer Eisdiele. Freilich, das fußballerische Talent ließ der Filius schon vor deren Eröffnung aufblitzen. Nicht von ungefähr schaffte er es bei den Stuttgarter Kickers einst bis in die Junioren-Bundesliga. Und dass er sich nicht nur aufs Geschäft mit den kleinen Kugeln Gelati versteht, sondern ebenso auf jenes mit der großen aus Leder, ist auch jetzt, ganz aktuell, wieder bewiesen: Bei unserer Wahl zum besten Hinrunden-Spieler der Landesliga-Staffel 2 heißt der Gewinner Gamuzza.

 

Neun von 16 Teamverantwortlichen der Staffel haben den Namen des 23-Jährigen auf ihrem Stimmzettel vermerkt, womit der Angreifer des Tabellenvierten VfL Sindelfingen knapp vor dem Donzdorfer Mert Özdemir liegt. Einer von ihnen stimmt sogar eine regelrechte Lobeshymne auf Gamuzza an, nämlich dessen eigener Trainer Maik Schütt. „Ein toller Mensch, ein toller Spieler“, sagt er mit Blick auf seinen Topscorer. Und, noch etwas mehr ins Detail geblickt: „Mit hoher Spielintelligenz, auch mit dem Rücken zum Tor unheimlich stark – und im Sechzehner super abgezockt.“

Statistischer Beleg hierfür sind Gamuzzas bereits 14 Treffer in dieser Saison. Überraschend führt er zusammen mit dem Bad Boller Baran Ates die Schützenliste der Staffel an. Gewettet hätte er darauf vor Rundenbeginn wohl selber nicht. Denn zum einen hat Gamuzza eine schwierige vergangene Runde hinter sich. Wegen einer Schambeinentzündung hatte er ein halbes Jahr lang pausieren müssen. Seit März galt es für ihn hiernach, erst langsam wieder in Tritt zu kommen. Zum anderen: Bis Sommer noch war der Deutsch-Italiener gar kein Stürmer – bis sein neuer Coach Schütt in der offensiven Personalnot einen Einfall hatte. Keinen schlechten, wie man mittlerweile weiß. So jedenfalls wurde aus dem Zehner Gamuzza plötzlich der Torjäger Gamuzza.

Beim Nachbarn und Staffelrivalen SV Böblingen, Gamuzzas ursprünglichem Langzeit-Jugendverein, sieht es der dortige Trainer Thomas Siegmund so: „Einer, der individuell heraussticht und nach vorne immer in der Lage ist, dem Geschehen seinen Stempel aufzudrücken.“ Bleibt als spannende Frage nur: wie lange noch? Klar, in Sindelfingen hofft man auf einen Verbleib des Senkrechtstarters, auch über die laufende Saison hinaus. Doch wie es so ist, wenn einer einen solchen Lauf hat: Die Konkurrenz schläft nicht. Dem Vernehmen nach haben mittlerweile mehrere höherklassige Vereine ihre Fühler nach dem „Eismann“ ausgestreckt. Aus der Oberliga soll der SSV Reutlingen zu den Interessenten gehören.

Stimmen-Ergebnis

1. Gianluca Gamuzza (VfL Sindelfingen, neun Stimmen).

2. Mert Özdemir (JC Donzdorf, acht).

3. Baran Ates (TSV Bad Boll, zwei), Lars Jäger (TSV Ehningen, zwei), Bastian Joas (TSV Weilimdorf, zwei), Chris Loser (SC Geislingen, zwei), Ivan Matanovic (TSV Bernhausen, zwei), Terry Offei (TSV Weilimdorf, zwei), Max Piegsa (JC Donzdorf, zwei), Marvin Pietruschka (SV Böblingen, zwei), Mijo Tunjic (JC Donzdorf, zwei).

12. zwölf Spieler mit je einer Stimme.

Abstimmungsmodus

Jeder Verein der Staffel hatte Stimmen für drei verschiedene Spieler. In 15 Fällen haben sich die Trainer beteiligt, beim Tabellenführer Donzdorf anstelle des im Urlaub weilenden Coachs Tobias Flitsch ein Abteilungsgremium.

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