Fußball-Umfrage bei den Trainern Das waren die besten Spieler der Verbandsliga-Hinrunde

„Brutale Qualität“ – der Torjäger Janik Michel (links) vom FC Holzhausen. Foto: imago/Ulmer/Teamfoto

Unsere Zeitung hat die Trainer abstimmen lassen: Welche Kicker haben in dieser Saison bislang am meisten überzeugt? Heute Teil eins: das Ergebnis für die Verbandsliga.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Aus Sicht von Christian Ehrenberg, Trainer des FC Esslingen, „muss man ihn nennen, weil seine Quote einfach unfassbar ist". Ähnlich fällt die Einschätzung des Balinger Amtskollegen Philipp Wolf aus. Er spricht in Bezug auf denselben Akteur von einer „brutalen Qualität im Sechzehner – individuell ist er auf dieser Position mit Abstand Bester in der Liga.“

 

Nicht nur das: nach klarer Mehrheitsmeinung aller Coaches auch der überhaupt beste Spieler in der Staffel, wenn man die Hinrunde dieser Saison als Bemessungszeitraum nimmt. In unserer aktuellen Umfrage kam die Antwort in den meisten Fällen wie aus der Pistole geschossen: Janik Michel, Janik Michel, Janik Michel. 13 von 16 Trainern haben sich beteiligt. Jeder hatte drei Stimmen für jeweils drei verschiedene Kicker. Neunmal fiel der Name des Manns mit der eingebauten Torgarantie, jenes Dauerbrenners im Trikot des FC Holzhausen, der seit mehreren Jahren eines mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks tut: Er trifft und trifft und trifft.

Zahlen gefällig? In mittlerweile 186 Punktspielen für seinen Verein hat Michel sage und schreibe 203-mal eingenetzt. Unerreicht in Württembergs höchster Spielklasse sein Rekord aus der Saison 2021/2022: Seinerzeit kam er seinem Knipserjob allein in einer Runde 47-mal nach. Und, natürlich, auch im laufenden Spieljahr führt der 32-Jährige die Schützenliste wieder an. Kurz nach der Saisonhalbzeit steht der Zähler für ihn bei 22.

Michel ist kein Sprinter und auch kein Filigrantechniker, im Strafraum aber gilt er als eiskalt. Ob mit dem Kopf oder dem rechten Fuß, egal. Nur mit dem linken Huf geht im Normalfall nichts. Zu jenem hat es der gebürtige Tübinger in einem Interview augenzwinkernd einmal so formuliert: „Wäre gut, wenn er nicht nur zum an der Bar Stehen geeignet wäre.“ „Im Spiel gegen uns war er insgesamt kaum zu sehen“, erinnert sich der Echterdinger Trainer Valentin Haug, was jedoch nicht verhinderte, dass am Ende eben Michel den Sack für den Gegner beim 0:2 zumachte.

Mit auf den Rasen bringt Michel Erfahrung von der Schwelle zum Profibereich. Beim heutigen Zweitliga-Überraschungsteam SV Elversberg sowie in Ulm schnupperte er einst Regionalliga-Luft. Dass es auf beiden Stationen für ihn nicht zum großen Durchbruch reichte, damit hat er sich längst arrangiert – ebenso mit einem anderen Umstand. Als im vergangenen Sommer die SG Sonnenhof Großaspach bei ihm anklopfte, also noch einmal ein Karriereschub möglich schien, stellten die Verantwortlichen seines bisherigen Clubs die Ampeln auf Rot. Sorry, keine Freigabe. Allzu schwer hätte dieser Verlust gewogen.

Der Trefferlaune des somit notgedrungen Verbliebenen, so viel ist sechs Monate später sicher, hat es keinen Abbruch getan.

Stimmen-Ergebnis

1. Janik Michel (FC Holzhausen, neun Stimmen)

2. Samuel Bosler (TSV Oberensingen, drei) und Cristian Gilés Sanchez (Türkspor Neckarsulm, drei).

4. Simon Brandstetter (TSV Oberensingen, zwei), Simon Dilger (SSV Ehingen-Süd, zwei), Julian Grupp (Türkspor Neckarsulm, zwei), Hakan Kutlu (VfR Heilbronn, zwei) und Gianluca Trianni (Türkspor Neckarsulm, zwei).

9. zwölf Spieler mit je einer Stimme.

Abstimmungsmodus

Jeder Verein der Staffel hatte drei Stimmen. In 13 Fällen haben die Trainer ihr Votum abgegeben. Nicht beteiligt haben sich die Sportfreunde Dorfmerkingen, der TSV Berg und der VfR Heilbronn.

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