Ein Beinbruch war sie nicht, die 1:4-Niederlage des Verbandsligisten SV Fellbach am Samstag beim TSV Berg. Schon gar nicht, wenn man sich das Aufgebot der Gäste anschaut. Aufgrund zahlreicher Ausfälle tauchten dort in Luka Pritzkow, Asim Tas und Roman Atabeg Saleh drei Namen auf, deren Wirkungskreis ansonsten die eigene A-Jugend ist. Alle drei wurden denn auch eingewechselt. Zudem stand in Niklas Loraing ein weiterer Mitspieler des Trios auf dem Platz, der aber seit geraumer Zeit zum Stammpersonal der Fellbacher Verbandsliga-Truppe zählt.
„So hat letztlich die coolere, abgezocktere Mannschaft, die jeden Fehler von uns bestraft hat, gewonnen“, bilanziert Leon Ziegler. Dieser, selbst erst 24 Jahre alt, ist eigentlich der Fellbacher A-Jugend-Coach und feierte gegen Berg Premiere an der Seitenlinie des Herrenteams. Denn auch das Trainer-Duo Kiriakoc und Nicos Gountoulas musste passen – Kiriakos Gountoulas Tochter hatte Taufe.
Das eh schon junge Fellbacher Team in Verbindung mit der weiteren, notgedrungenen Frischzellenkur machte seine Sache vor allem im ersten Abschnitt nicht schlecht. „Wenn man bedenkt, wie viele Schlüsselspieler ausgefallen sind, hat die Mannschaft in den ersten 45 Minute eine absolut solide Leistung abgeliefert, war ebenbürtig“, sagt Ziegler.
Selbst der frühe Rückstand durch Jonathan Hill nach elf Minuten hat keine Spuren hinterlassen. Im Gegenteil. Nach 17 Minuten bediente Torben Hohloch Adam Heilig und dieser blieb im Eins-gegen Eins Sieger gegen Bergs Schlussmann Andre Port. Danach standen die Fellbacher weiterhin kompakt und hatten einige vielversprechende Umschaltmomente, die aber nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. „Ganz vorne ließen wir letztlich die Durchschlagskraft vermissen.“
Entscheidend für Gäste-Niederlage waren laut Ziegler zwei Situationen in der 46. und 55. Minute – jeweils erfolgreich abgeschlossen von Bergs-Toptorjäger Hannes Pöschel. Zuerst habe man ein Eiertor kassiert, sagt Ziegler. Soll heißen: Zweimal sei der Ball gegen die Latte gegangen und man habe auch danach den Ball nicht wegverteidigen können und er landete letztlich im Netz. Danach bekamen die Gastgeber einen „gerechtfertigten Foulelfmeter“ zugesprochen – Maximilian Bresic war der Verursacher. Danach hatten die Gäste bei den hohen Temperaturen gegen den routinierten Gegner nichts mehr entgegenzusetzen und kassierten noch das 1:4 durch Romeo Lindinger.
Übrigens: Die Fellbacher mussten gegen den TSV Berg außer auf ihre Langzeitverletzten und das Trainerduo Gountouls auch noch auf Leon Bauer, Thomas Bauer, Patrik Martinovic , Filip Stanic (alle angeschlagen), Torwart Alexander Lang (beruflich verhindert), Mert Icmez und Sirin Durmus (beide krank) sowie Patrick Fossi (beim Pokalfinale in Berlin) verzichten.
SV Fellbach: Hertel – Gutzeit, Kastrati, Strahl (62. Luka Pritzkow), Loraing – Heilig (79. Calemba), Tobias Holoch, Bresic (75. Asim Tas), Kara (87. Nije), Torben Hohloch – Terpsiadis (79. Roman Atabeg Saleh).