Fußball-Verbandsliga 4:1 des FC Esslingen: Stolz und eine Lobeshymne des Gegners
Die Entwicklung beim Fußball-Verbandsligisten FC Esslingen stimmt. Beim Sieg gegen Topteam TSV Berg überzeugt der FCE zum wiederholten Mal.
Die Entwicklung beim Fußball-Verbandsligisten FC Esslingen stimmt. Beim Sieg gegen Topteam TSV Berg überzeugt der FCE zum wiederholten Mal.
Gerade hatte die Nachspielzeit begonnen. Florian Nikl rannte, verfolgt von einem mittlerweile müden Gegenspieler, auf das Tor zu und schob flach ein. Es brachen alle Dämme – Mitspieler, Ersatzspieler, ausgewechselte Spieler, Trainer, Betreuer stürmten auf das Spielfeld und bildeten eine Jubeltraube. Jetzt endlich konnten sie sich beim FC Esslingen sicher sein und kurz danach pfiff der hervorragend leitende Schiedsrichter John Köber die Partie der Fußball-Verbandsliga gegen den TSV Berg ab. Mit 4:1 (2:0) besiegte der bisherige Drittletzte den Dritten und belohnte sich damit nicht nur für eine starke Leistung in diesem Spiel, sondern für eine Mut machende Entwicklung in den vergangenen Wochen.
Vor dem letzten Auftritt des Jahres am Samstag beim SSV Ehingen Süd kletterte der FCE zumindest vom 15. auf den 13. Platz – und hat ja noch das Nachholspiel am 21. Februar gegen die Spfr. Schwäbisch Hall.
Drei Stimmen, die viel über die stark verbesserte Situation der Esslingern aussagen: Bergs Coach Oliver Ofentausek hatte während der Partie lautstark seine Unzufriedenheit mit seiner Mannschaft kund getan. Nach dem Abpfiff stimmte er eine Lobeshymne auf die Esslinger an. „Das ist eine super Mannschaft“, sagte er und hob das Auftreten als Team, die richtigen Entscheidungen in den wichtigen Spielsituationen und die passenden Emotionen heraus: „So hat auch der Dritte beim Drittletzten keine Chance.“
Sein Esslinger Gegenüber Dominik Eitel hob vor allem die Entwicklung in den vergangenen Wochen hervor. Das Debakel zum Saisonauftakt im Hinspiel in Berg hatte er zwar gesehen, aber noch nicht von der Bank aus. Übernommen hat er das Team erst Mitte Oktober. „Wenn man das 2:8 von damals anschaut und jetzt diese Leistung, ist das unfassbar“, sagte Eitel und fügte hinzu: „Man kann stolzer nicht sein.“ Wenn man gegen so einen starken Gegner so gut spielt und so verdient gewinnt, kann man zurecht stolz sein. FCE-Kapitän Aleksandar Mojasevic grinste über das ganze Gesicht. „Wir schauen ja normalerweise nicht auf das Ergebnis, sondern auf die Leistung. Aber wenn man sich belohnt, tut das schon gut“, sagte er. Die Esslinger hatten sich für einen wiederholt starken Auftritt belohnt.
Wie groß der Jubel nach Nikls Treffer zum 4:1 war, zeigte aber auch, dass sich die Esslinger in einem sehr guten und sehr intensiven Spiel auch bei der 3:1-Führung kurz vor Schluss nicht sicher sein konnten. Die Berger spielten stark nach vorne, erarbeiteten sich viele gefährliche Situationen. Aber die Esslinger sorgten mit Einsatz, klugem Verteidigen und manchmal auch Glück dafür, dass die Berger nur in der 70. Minute durch Timo Baier zu ihrem 52. Saisontor kamen – das ist immer noch der Spitzenwert in der Liga. Zu diesem Zeitpunkt hätte es aber auch schon 6:3 statt 3:1 stehen können, oder höher. Die Esslinger vergaben einige hochkarätige Konterchancen.
Gut für sie lief auch, dass sie dafür nicht bestraft wurden. Nach dem Führungstreffer durch einen sehenswerten Distanzschuss aus der Drehung von Youngster Till Schubarth in der 16. Minute hatten die Berger ihre stärkste Drangphase. Nachdem der FCE einige Chancen liegen gelassen hatte, bei denen sie den Ball entweder neben das Tor setzten oder an Bergs Torhüter Daniel Geiselhart scheiterten, hämmerte Kapitän Mojasevic das Spielgerät aus dem Getümmel nach einem Eckball heraus voller Entschlossenheit unter die Latte (35.). Auch das 3:0 durch einen an Nikl verschuldeten und von Marcel Sichwardt verwandelten Elfmeter in der 62. Minute war noch nicht die Entscheidung. Denn die Berger drückten weiter und hatten weiter gute Offensivaktionen. Am Ende aber bestand kein Zweifel daran, dass der Sieg des FCE verdient war.
Ein überzeugendes 4:0 gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen, ein 0:0 beim Zweiten FC Holzhausen – dazwischen das beim Stand von 0:0 abgebrochene Spiel gegen Schwäbisch Hall – und jetzt das 4:1 gegen den Dritten. Die Entwicklung beim FCE stimmt. Bergs Trainer Ofentausek beglückwünschte nach dem Schlusspfiff jeden einzelnen Esslinger. Er sagte noch: „Wenn sie so weiterspielen, sind sie schnell da unten raus.“
FC Esslingen: Diakoulas – Portella (76. Prekaj), Orsolic, Mojasevic, Kerber – Schubarth (55. Nehir), Zaidmann, Pereira Almeida (90. Heeger), Micko (79. Düdder) – Smiljic (55. Nikl), Sichwardt.
TSV Berg: Geiselhart – Detling (46. Ajdarpasic), Maucher (76. Samuel Lindinger), von Rüdern, Aras – Romeo Lindinger (62. Merk), Baier, Hettel – Held (74. Rittner) – Pöschl (66. Zimmerer), Maurer.
Schiedsrichter: John Köber (Stuttgart).
Zuschauer: 250.
Tore: 1:0 Schubarth (16.), 2:0 Mojasevic (35.), 3:0 Sichwardt (62./Foulelfmeter), 3:1 Baier (70.), 4:1 Nikl (90.+1).
Beste Spieler: Sichwardt, Diakoulas, Zaidmann / Geiselhart, Pöschl.