Fußball-Verbandsliga Brasilien-Debüt löst Calcio-Torflaute nicht

Mit dem Kopf fast erfolgreich: Der Calcio-Neuzugang Gustavo Borges da Silva (links, Nummer 11) köpfte gegen Waiblingen einen Eckball nur knapp über das Tor. Foto: Günter Bergmann

Der Fußball-Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen spielt gegen den Vorletzten Waiblingen nur 0:0. Wie sich der Neue Borges da Silva dabei geschlagen hat.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Auch das mit viel Hoffnung verbundene Debüt des brasilianischen Angreifers Gustavo Borges Da Silva hat die Sturmflaute des Fußball-Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen nicht beenden können. Das Filderteam ist an diesem Sonntag gegen den Tabellenvorletzten FSV Waiblingen nicht über ein 0:0 hinausgekommen. „Wir sind mit dem Punkt zuhause natürlich nicht zufrieden“, sagt Sezgin Karabiyik. Der Co-Trainer stand geduldig Rede und Antwort, nachdem sich der Chefcoach Francesco Di Frisco direkt nach Schlusspfiff mit dem Verweis, er müsse dringend weiter, eilig verabschiedet hatte.

 

„Wichtig war, dass wir endlich mal die Null gehalten haben“, sagt Karabiyik. Wohl eine Mindestanforderung gegen einen Aufsteiger, der aktuell sein erstes Spiel in diesem Kalenderjahr bestritt und in seinen vergangenen fünf Partien nur zwei Tore erzielte. Die Echterdinger waren im gleichen Zeitraum nur einmal erfolgreicher. Schon in der Hinrunde hat es bei ihnen in der Offensive geklemmt. Nun, 2026, sind sie nach 180 Spielminuten noch ohne jeden Treffer. 0:4 in Friedrichshafen, 0:0 gegen Waiblingen. Die Flaute setzt sich fort. „Gegen den Ball hat es mir gut gefallen, mit dem Ball haben wir nicht so agiert, wie wir es uns gewünscht haben“, sagt Karabiyik.

Dabei sah es in der ersten Hälfte noch einigermaßen vielversprechend aus. Das Debüt von Borges Da Silva hätte fast märchenhaft, ja beinahe kitschig, begonnen. In der 16. Minute tauchte der Brasilianer nach einem weit geschlagenen Ball frei vor Waiblingens Keeper Philipp Gutsche auf. Letzterer wehrte aber ab. Und gut eine halbe Stunde später rauschte ein Kopfball des 24-Jährigen nach einer Ecke von Kapitän Dan Constantinescu nur knapp über das Tor. Ebenso glücklos waren Emilio Amenta, der nach einem starken Solo durch die Waiblinger Verteidigung den Ball mit dem Außenrist am Ziel vorbei zirkelte, und Casian-Matei Ulici. Der Außenangreifer scheiterte ebenfalls an Gutsche. „Wir hätten in der ersten Hälfte schon 3:0 führen können“, sagt Karabiyik.

Im zweiten Durchgang zeigten beide Mannschaften nur wenig. Der Spielfluss litt unter vielen Zweikämpfen und Spielunterbrechungen. Borges Da Silva machte lediglich durch eine gelbe Karte nach einer Rangelei um einen Einwurf und einen Fernschuss aus der eigenen Hälfte auf sich aufmerksam, mit dem er Gutsche auf dem falschen Fuß erwischen wollte. Der Versuch von kurz hinter der Mittellinie flog jedoch am Tor vorbei (77.). Nach der Einwechslung von Davide Vittorio rückte der Neuzugang eine Position weiter nach hinten. Weitere Glanzmomente gelangen ihm nicht. Die beste Chance für die Gastgeber in Hälfte zwei vergab Casian-Matei Ulici, dessen Lupfer aus vollem Lauf über das Tor flog (61.).

Mehr wollte den in Blau gekleideten Spielern an diesem Tag nicht gelingen. Stattdessen hatten sie Glück, dass die vielen Standardsituationen der Waiblinger nicht zu einem Gegentor führten. Mehrfach fehlte nur eine Fußspitze oder eine Haarbreite, dass ein Eckball oder Freistoß im Calcio-Tor landete.

Die schwachen zweite 45 Minuten erklärt Karabiyik damit, dass drei Spieler in dieser Woche gar nicht am Training teilnehmen konnten. Borges Da Silva hatte muskuläre Probleme, Constantinescu war aus privaten Gründen in seiner Heimat Rumänien. Zudem war Georgios Kaligiannidis angeschlagen, und der Mittelfeldstratege Philipp Seemann fehlte erkrankt komplett. „Es hat uns am Ende die Kraft gefehlt“, sagt der Co-Trainer. Bis zum nächsten Auftritt in zwei Wochen gegen Holzhausen wollen er und sein Cheftrainer eines trainieren: „Torabschlüsse, Torabschlüsse, Torabschlüsse.“ Am kommenden Wochenende hat Calcio spielfrei.

Calcio-„Spieler des Spiels“

Casian-Matei Ulici (Nominierungen: 2). Der 22-Jährige machte auf Rechtsaußen viel Tempo und war nur durch taktische Fouls zu stoppen. Erarbeitete sich zwei Großchancen, war dann jedoch nicht eiskalt genug. Co-Trainer Sezgin Karabiyik sagt über den Youngster: „Er hat noch viel vor sich. Er wird spätestens in der kommenden Saison viele Tore machen.“ Dann in der Landesliga mit Calcio: „Definitiv nicht, das verspreche ich“, sagt Karabiyik, mehr mit der Hoffnung auf einen Klassenverbleib, als auf einen Abschied des Talents.

Calcio Leinfelden-Echterdingen: Bozatziolou – Schlotterbeck, Olteanu, Zweigle, Andrei-Lucian Ulici (83. Thompson) – Isik (64. Kaligiannidis), Constantinescu, Zekaj (77. Vittorio) – Casian-Matei Ulici, Borges Da Silva, Amenta (88. Eltayeb). FSV Waiblingen: Gutsche – Körner, Stölzel, Braun, Kolb – Bernsee Villiers, Jelic, Rörich (69. Mourera), Beisswenger (79. Cardinale) – Marvin Zimmermann, Marcel Zimmermann.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Verbandsliga