Fußball-Verbandsliga Calcio-Ärger um Neuzugang: „Eine Frechheit“

Eine ärgerliche Geschichte. Sieht so aus, als ob der Trainer Francesco Di Frisco auf einen seiner Wunschspieler verzichten müsste. Foto: /Günter Bergmann

Bei den Echterdingern sind inzwischen fünf Winterpausen-Einsteiger fix, darunter zwei der drei ins Visier genommenen Ex-Profis. Um einen vermeintlich schon sicheren Kandidaten kommt es nun aber zum Wechselstreit.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Nein, einen solchen Wochenbeginn wünscht sich keiner. Dass Ioannis Tsapakidis beim Zahnarzt hockte, war dabei noch das deutlich kleinere Problem. Zumal, der Bohrer blieb dem Sportdirektor des Fußball-Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen erspart. Stress gibt es nun aber von einer anderen Seite. So groß die Zufriedenheit im Verein über inzwischen fünf fixe Spielerneuverpflichtungen in dieser Wintertransferperiode ist, darunter zwei der drei ins Visier genommenen Ex-Profis, so groß zugleich der Ärger ob einer weiteren Wunschpersonalie. Um den bisherigen Oberliga-Kicker Denis Videc ist ein Wechselstreit entbrannt, der den Blutdruck der Echterdinger Verantwortlichen in die Höhe treibt.

 

„Schlechter Stil.“ „Frechheit.“ „Kein Fair Play.“ Das sind die Worte, die Tsapakidis wählt. Was geschehen ist? Eigentlich war der Fall für Calcio klar: Videc kommt. Einigkeit mit dem Spieler, Einigkeit mit dessen bisherigem Verein. An jenen, den Oberligisten FV Ravensburg, ist laut Tsapakidis bereits die Ablösesumme überwiesen. Nicht nur das: Auch habe er es schwarz auf weiß – Videcs Vertragsunterschrift. Und dennoch wird nun wohl alles anders. Die unliebsame Überraschung für Calcio gab es mit der jetzigen Rückkehr des 32-Jährigen aus seinem Weihnachtsurlaub. Sinneswandel beim einstigen Kickers-Kicker: Er will nicht mehr. Der Grund heißt JC Donzdorf. Der ebenso ambitionierte wie finanzstarke Landesliga-Aufsteiger hat ein offenbar noch interessanteres Angebot vorgelegt. So soll Videc im Lautertal zum spielenden Co-Trainer werden. Er würde damit zum Gefolgsmann seines Mentors Tobias Flitsch, der dort inzwischen als neuer Chefcoach eingestiegen ist.

„Ein aggressiver Abwerbeversuch“

Aktuell sind die Fronten damit verhärtet. Tsapakidis’ Unmut bezieht sich nicht zuletzt auf die Donzdorfer Macher. Sein Vorwurf: „Ein aggressiver Abwerbeversuch durch die Hintertür. So etwas tut man nicht.“ Dass Videc letztlich eben für den Kontrahenten ins Trikot schlüpfen wird und nicht für Calcio, davon ist mittlerweile auszugehen. Zu klären bleiben die Modalitäten. Unstrittig ist für Tsapakidis: „Die Transferrechte sind jetzt bei uns.“ Will heißen: Dann also, liebe Kollegen, mal kund tun, was euch die Sache wert ist. Die besagte Gegenseite möchte sich derweil fürs Erste nicht äußern. „Für uns ist das Ganze nicht wirklich transparent. Man muss jetzt mal schauen“, sagt Serkan Kesmez, der Donzdorfer Fußballchef.

Das Positive für Calcio: Fünf andere Transfers sind besiegelt. So erwartet der Filderclub zum Trainingswiederbeginn am nächsten Montag die beiden Ex-Profis Krystian Rudnicki (28, FC Blaubeuren, Torhüter) und Nemanja Markovic (30, erste und zweite Liga in Montenegro, Serbien und Polen, Innenverteidigung). Letzterer reist aus seiner Heimat Serbien an. Noch am Arbeiten sind die Echterdinger an einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung für ihn.

Christiansen kommt aus Schwabach

Ebenso definitiv ist wie bereits berichtet der Einstieg von Dimitrios Vidic (25, Rückkehrer vom FV Neuhausen, defensives Mittelfeld) und Mateo Bukvic (22, zuletzt FC Wangen, Abwehr). Und: Inzwischen gesellt sich noch Ryan Christiansen unter der Rubrik „Zugänge“ hinzu. Der 20-Jährige studiert in Stuttgart und war bislang für den bayerischen Landesligisten SC 04 Schwabach am Ball. Er ist ein Mann für den Angriff.

Nur „noch um ein bisschen Bürokratie“ geht es laut Tsapakidis im Fall Ivanilson Guerra Matias (19, SG Sonnenhof Großaspach, Angriff). Schwieriger gestaltet sich die Situation dagegen im Buhlen um den dritten auserkorenen Ex-Profi: Den Linksverteidiger Ivan Dujmovic will der in Finanzsorgen geratene FC Blaubeuren nun anscheinend doch nicht abgeben. Oder lediglich etwas pokern? „Abwarten, was da bis zum Ende der Wechselfrist passiert“, sagt Tsapakidis.

Dieses ist am 31. Januar. Bis dahin könnte es aufregend bleiben. Auch ohne Zahnarztbesuch. Und vom 5. März an ist dann eh wieder erhöter Pulsschlag. Da startet Calcio mit einem Heimspiel gegen den VfL Nagold in die zweite Phase der Meisterschaftsrunde.

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