Vielleicht hätten die beteiligten Vereine eine Triggerwarnung ausgeben sollen: Achtung, Spektakelgefahr – nichts für schwache Nerven. Zumindest aufseiten der Gäste wollte sich über den österlichen Stresstest am Ende aber keiner beschweren: Jene, die Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen, gingen im Auswärtsspiel beim TSV Berg schließlich als 5:3-Sieger vom Platz. „Drei Punkte, die für die Tabelle sehr gut tun“, wie der Trainer Francesco Di Frisco sagt. Dort gehören die Seinen einem Trio an, das sich vom Rest der Konkurrenz nun abgesetzt hat. Hinter einem offenbar in der Finanzkrise steckenden Spitzenreiter SV Fellbach sowie Türkspor Neckarsulm bleiben die Echterdinger auf dem von ihnen erhofften Aufstiegskurs.
Zu den Matchwinnern im Oberschwäbischen wurden zwei Spieler. Joao Victor Schick sowie der eigentliche Verteidiger Josip Pranjic netzten jeweils doppelt ein. Schick krönte mit seinen Treffern zum 1:0 und 4:3 eine starke Leistung auf der rechten Außenbahn. Kaum ein Calcio-Angriff, der nicht über den 26-Jährigen mit der großen Sprinterqualität lief. Pranjic festigte derweil beim Echterdinger 2:2 und 3:2 seinen Ruf als einer der besten Freistoßschützen der Liga. Erst drosch er den Ball mit Karacho vom linken Strafraumeck in den rechten oberen Torwinkel. „Das schönste Tor, das ich je von ihm gesehen habe“, schwärmt Di Frisco. Dann, nur sechs Minuten später, war der Mann mit der mächtigen Klebe erneut zur Stelle – diesmal per Aufsetzer aus gut 30 Metern, der einen schlecht sortierten Gegner auf dem falschen Fuß erwischte.
Zwischendurch ein wilder Schlagabtausch
Hinzugerechnet noch Jonathan-Martin Swieters fein herauskombinierten Schlusspunkt-Treffer, trumpfte Calcio offensiv überhaupt standesgemäß auf. Dass es zwischenzeitlich ein wilder Schlagabtausch wurde, lag an einigen defensiven Unzulänglichkeiten. So brachten Vlad Munteanu sowie der Wintertoptransfer Hannes Pöschl (vom Regionalligisten FV Illertissen) den Kontrahenten Berg zurück in die Partie. Mal wurde ein eigener Freistoß von Denis Zagaria zum Bumerang, mal passte die Abstimmung im Abwehrzentrum nicht.
„In der ersten Halbzeit haben wir tollen Fußball gespielt, danach aber einige Minuten verschlafen“, moniert Di Frisco. In der Summe ist der Plan freilich aufgegangen: Angereist waren die Echterdinger extra schon einen Tag vor dem Spiel. Der österliche Aufwand hat sich bezahlt gemacht.
Calcio-„Spieler des Spiels“
Joao Victor Schick. Großer läuferischer Einsatz, großes Tempo – wenn Schick am Ball war, mussten beim Gegner die Alarmlichter angehen. Mit zwei Toren krönte der 26-Jährige seine starke Leistung. (Nominierungen: 3)
TSV Berg: Port – Hill, Kibler (46. Mayr), Karg, Roth – Büg (61. Merk), Held (74. Nolle), Pfaumann (88. Tolkmitt), Massimo Caltabiano (46. Hoffmann) – Munteanu, Pöschl.
Calcio Leinfelden-Echterdingen: Piegsa – Ribeiro, Zagaria, Pranjic, Zweigle – Swieter (90. Peric), Parharidis – Schick (86. Lander), Pepic (52. Aziz), Visoka (46. Arslan) – Emirzeoglu (46. Kukic).
Die Torfolge
Tore
0:1 Schick (27.), 1:1 Munteanu (46.), 2:1 Pöschl (50.), 2:2 Pranjic (53.), 2:3 Pranjic (59.), 3:3 Pöschl (63.), 3:4 Schick (81.), 3:5 Swieter (87.)