Es wird ein frostiger Auftritt. So viel ist jetzt schon sicher. Laut Ostalb-Wetterprognose minus drei Grad, dazu ein als heimstark bekannter Gegner. Wenn es in der aktuellen Saison einen Prüfstein dafür gibt, wie es um die Widerstandsfähigkeit der Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen bestellt ist, dann wohl an diesem Samstag (14 Uhr). Im schweren Auswärtsspiel beim Tabellenfünften Sportfreunde Dorfmerkingen muss sich weisen, ob die Mannschaft das von ihrem Trainer Francesco Di Frisco gesteckte Hinrundenziel erreicht. Die Frage, die dabei Sorgen macht: mit welchem Torhüter?
Noch ist die Hoffnung da, dass sich das Problem auf andere Weise lösen wird. Aber denkbar ist es durchaus: Müssen die Echterdinger ausgerechnet dieses laut Di Frisco „sehr, sehr wichtige Spiel“ mit einer Notbesetzung zwischen den Pfosten bestreiten? Fakt ist: Der Stammkeeper Ali Bozatziolou befindet sich nach seinem Muskelfaserriss von vor fünf Wochen zwar wieder im Training, doch schien es für ein Comeback bislang eigentlich zu früh. Und in dieser Woche hat es nun auch noch den Ersatzmann Zacharias Velvelidis erwischt – ein grippaler Infekt. Sollten tatsächlich beide ausfallen, bliebe wohl nur ein Anruf bei der zweiten Mannschaft. Dann müsste von dort Andres Amieva-Dago einspringen. Für den Ex-Leinfeldener wäre es die Premiere in Team eins, eine Beförderung aus der Kreisliga B um vier Spielklassen nach oben.
Unabhängig davon steht die Calcio-Erwartungshaltung. „Auch wenn wir wissen, dass es brutal schwer wird, wir wollen drei Punkte“, sagt Di Frisco. Damit kämen er und die Seinen zum Abschluss der ersten Rundenhälfte auf insgesamt 25 Zähler. Und damit lägen sie exakt im Fahrplan ihres Coachs. Kein Traumergebnis, aber ein solides Konsolidierungsresultat nach der vergangenen Abstiegssaison samt personellem Großumbruch vom Sommer. Nimmt man dann die beiden auch noch heuer anberaumten ersten Rückrundenspiele hinzu, in Oberensingen (29. November) und zuhause gegen Hofherrnweiler (7. Dezember), sieht Di Frisco seine Mannschaft überhaupt vor Richtungsweisern. Wohin führt die Reise? „In diesen drei Begegnungen kann alles passieren: Es kann nach vorne gehen, uns in der Tabelle nach hinten hauen, oder wir stecken danach im Niemandsland“, weiß der Trainer.
Nicht zuletzt davon wollen die Calcio-Verantwortlichen abhängig machen, inwieweit man in der Winterpause Ausschau nach Verstärkungen halten wird. Verkürzt gesagt: Geht es noch um etwas, dann Augen auf. In diesem Fall wären die Echterdinger bereit, noch einmal zu investieren. Geht es praktisch um nichts mehr, dann, so die Tendenz, sollte auch der aktuelle Kader reichen – selbst abzüglich einer der tragenden Säulen. Wie berichtet befindet sich der Angreifer Pero Mamic auf Abschiedstour. Ihn zieht es mit der Familie zurück in seine Heimat Kroatien.
Aziz-Comeback gegen den Ex-Verein?
Aktuell aber noch alles wie gehabt: Auch in der Dorfmerkinger Kälte soll Mamic Turm in der Echterdinger Offensive sein, vielleicht ja mit Unterstützung von Sangar Aziz. Jener hat sich rechtzeitig für die Begegnung mit seinem Ex-Verein wieder fit gemeldet.
Sonstige Personalien: Philipp Seemann (nach Gehirnerschütterung) und Andrei-Lucian Ulici (Schulterbeschwerden) sind fraglich. Definitiv weiterhin raus sind derweil Gustavo Vieira (Zerrung) sowie die Langzeitverletzten Jovan Djermanovic und Patrik Seemann. Bei Letztgenanntem ist inzwischen klar, dass er unters Messer muss. Der Grund: ein Knorpelschaden im Knie.