Fußball – Verbandsliga Christian Ehrenberg macht „den Weg frei“
Der Coach zieht die Konsequenz aus der Niederlagenserie. Co-Trainer Dominik Eitel übernimmt den Fußball-Verbandsligisten bis zum Saisonende.
Der Coach zieht die Konsequenz aus der Niederlagenserie. Co-Trainer Dominik Eitel übernimmt den Fußball-Verbandsligisten bis zum Saisonende.
Man hört ihm an, dass ihm dieser Schritt schwer gefallen ist. „Ich hab’ das ja mit aufgebaut“, sagt Christian Ehrenberg. Aber auch jetzt hat er nur das Wohl des Vereins im Sinn. Der 37-Jährige ist als Cheftrainer des Fußball-Verbandsligisten FC Esslingen zurückgetreten – weil er glaubt, dass es das Richtige ist. Gut zweieinhalb Jahre lang betreute er die Männermannschaft und führte sie in am Ende der vergangenen Saison die Verbandsliga – in dieser Liga waren Esslinger Fußballer seit vielen Jahren nicht mehr vertreten. Insgesamt war Ehrenberg mit einer einjährigen Unterbrechung und in verschiedenen Funktionen fast 13 Jahre lang für den FCE tätig. Nachdem die Mannschaft nun aber fünf Niederlagen in Folge kassierte und damit die größte Durststrecke ihrer jungen Geschichte durchmacht, will Ehrenberg „den Weg frei machen, damit es vielleicht ein paar neue Impulse gibt“. Dennoch kommt der Rückzug überraschend.
Ehrenbergs Abschied zum Saisonende stand schon länger fest. Im Sommer soll wie geplant Tobias Hofmann übernehmen. Bis dahin springt Ehrenbergs bisheriger Assistent Dominik Eitel ein, Fatih Aksu bleibt Co-Trainer. Lars Wiest, der eigentlich für die kommende Saison als Jugendtrainer verpflichtet wurde, unterstützt das Trainerteam. Eitel betreut zudem weiterhin die C-Jugend des FCE, die in der Oberliga antritt. „Wir sind überzeugt, dass das die richtige Lösung ist. Dominik hat die Anerkennung in der Mannschaft, kennt die Situation und hat eine hohe Trainerqualität“, erklärt der sportliche Leiter Tobias Schlauch – und betont, dass sich der FCE „auf keinen Fall“ von Ehrenberg getrennt hätte: „Es ging nur von ihm aus. Ich bedauere es sehr, weil Christian so viel für den Verein getan hat.“
Die sportliche Situation – die Esslinger haben als Zehnter wie der kommende Gegner VfR Heilbronn auf dem Relegationsplatz 23 Punkte – bereitet aber auch Schlauch Sorgenfalten. „Wir sind hellwach, wir haben sie ja nicht umsonst verpflichtetet“, sagt er zu den jüngsten Zugängen Alperen Nehir und Dokugan Dogan, die vom abgemeldeten JC Donzdorf kommen und sofort zur Verfügung stehen. „Wir werden alles dafür tun, den Klassenverbleib zu schaffen.“
Ehrenbergs Entschluss sei nicht erst nach der jüngsten 1:5-Schlappe gegen den TSV Berg gefallen, erklärt der Coach. Es war die zweite Niederlage in diesem Jahr, bei der FCE in der ersten Viertelstunde drei Gegentreffer kassierte. „Es ist in den vergangenen Wochen in mir gereift, dass ein paar Prozentpunkte fehlen, die Mannschaft zu erreichen“, sagt er, „man muss ja nicht 50 Sachen ändern. Manchmal sind es Kleinigkeiten wie eine andere Ansprache oder leichte Korrekturen bei der Trainingssteuerung.“ Auch er glaubt, dass Eitel der Richtige ist, um die Stellschrauben zu finden: „Natürlich, er war ja viel mehr als ein Co-Trainer.“
Ehrenberg will nun erst einmal Abstand gewinnen. Ein neues Engagement hat er noch nicht. Er kann sich sogar vorstellen, irgendwann in einer anderen Funktion wieder beim FCE einzusteigen. „Natürlich“, sagt er dazu, „ich bin ja unfassbar lange beim Verein und ich mag ihn.“ Auch Funktionär Schlauch würde das begrüßen. Erst einmal aber steht das Projekt Klassenverbleib an. Noch elf Saisonspiele stehen aus. Ehrenberg wird aus der Ferne fest die Daumen drücken: „Klar, einen Abschied wünscht man sich anders. Aber ich handle immer im Interesse des Vereins.“