Fußball-Verbandsliga Der Pechvogel glänzt bei der Calcio-Revanche
Nach Hinspiel-Debakel: Der Echterdinger siegen beim Tabellenfünften TSV Berg mit 3:1. Vor allem ein Spieler erwischt einen guten Tag.
Nach Hinspiel-Debakel: Der Echterdinger siegen beim Tabellenfünften TSV Berg mit 3:1. Vor allem ein Spieler erwischt einen guten Tag.
Das Hinspiel hatte keiner vergessen gehabt. September, heimisches Stadion: Endstand 1:6. Noch nie sind die Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen in ihrer Verbandsliga-Geschichte zuhause heftiger abgewatscht worden als damals. „Da war noch eine Rechnung offen“, sagt der sportliche Leiter Josip Pranjic. Betonung auf „war“. Seit diesem Samstag ist sie beglichen. Beim Wiedersehen mit dem Gegner TSV Berg ist die Revanche geglückt. Diesmal auswärts, im Oberschwäbischen, behaupteten die Italo-Schwaben sich ihrerseits mit 3:1 – wobei sich ein Spieler als Matchwinner feiern lassen durfte.
Es ist einiges an persönlicher Leidenszeit, die Emilio Amenta hinter sich hat. Seit mittlerweile fast zwei Jahren steht der Youngster in Echterdingen unter Vertrag. Von 57 Punktspielen in diesem Zeitraum hat er nur 23 auf dem Rasen miterlebt. Und sogar in lediglich 13 gehörte er zur Startformation. Nicht etwa, weil es an Qualität gefehlt hätte. Doch immer wieder bremste den vormaligen Freiberger Jugendkicker das Verletzungspech aus. Unter anderem setzte ihm eine Schambeinentzündung monatelang zu. Wird nun aber alles gut?
Was Calcio in Amenta gefehlt hat, hatte sich zuletzt schon bei seinen Comeback-Einsätzen angedeutet. Mit ihm kommen Tempo und Power ins Flügelspiel seiner Mannschaft. Und aktuell drehte er als zweifacher Torschütze auf. Erst war der 22-Jährige nach einem Flankenball von Matino Schlotterbeck zur Stelle, dann schob er den Ball flach ins Netz (52./67.). Und auch in einigen weiteren Szenen setzte er der gegnerischen Abwehr zu. „Der Junge kommt langsam in Fahrt. Gott sei Dank ist er jetzt gesund und fit“, sagt Pranjic.
Unter dem Strich stand ein insgesamt verdienter Echterdinger Sieg. Zuvor hatten die spieldominierenden Gäste bereits durch Qlirim Zekaj einen Lattentreffer verbucht. Und irritieren ließen sie sich auch nicht durch den zwischenzeitlich überraschenden Ausgleich des eingewechselten Julian Klein, der von einem Patzer des Torhüters Ali Bozatziolou profitierte (66.). Endgültig alles klar war, als der Berger Niko Maucher einen Schuss von Georgios Kaligiannidis ins eigene Tornetz lenkte (71.).
Hinzugerechnet das 1:0 vom vorangegangenen Spieltag gegen Schwäbisch Hall, ergibt sich ein Sechs-Punkte-Zwischenspurt, mit dem es im Kampf gegen den nächsten Abstieg schlagartig wieder einiges freundlicher aussieht. Der Calcio-Rückstand zum definitiv rettenden neunten Rang hat sich von sieben Zählern auf einen verringert. „Zwei enorm wichtige Ergebnisse“, sagt Pranjic. Jenes in Berg auch noch aus einem anderen Grund. Vorgeschichte siehe oben.
Emilio Amenta (Nominierungen: 2). Zwei Tore plus eine Reihe weiterer guter Szenen – der Youngster machte von seiner linken Flügelposition aus ordentlich Betrieb.
TSV Berg: Port – Aras, Maucher, Mayr, von Rüden (27. Delling) – Held (68. Hettel), Marcel Klein (20. Julian Klein), Lindinger, Rittner – Maurer, Pöschl (76. Ajdarpasic).
Calcio Leinfelden-Echterdingen: Bozatziolou – Todorovic, Olteanu, Zweigle, Vieira – Constantinescu – Schlotterbeck (90.+1 Andrei-Lucian Ulici), Philipp Seemann, Zekaj (89. Borges Da Silva), Amenta (83. Isik) – Kaligiannidis (83. Casian-Matei Ulici).