Siebte Niederlage im siebten Spiel in 2025 – jahresübergreifend sind es sogar neun. Nach der deutlichen 0:4 (0:2)-Pleite im Verbandsliga-Derby gegen den Vierten TSV Oberensingen wird die Lage der Fußballer des FC Esslingen immer prekärer. Der FCE steckt tief in der Negativspirale – und auf Abstiegsrang 13 – fest. Esslingens Coach Dominik Eitel rief nach dem Schlusspfiff sein Team zusammen und redete minutenlang auf die mit hängenden Köpfen dastehenden Spieler ein. „Ich habe ihnen einfach nur die Wahrheit gesagt. Und zwar, dass sie eine Leistung gezeigt haben, die einfach nicht ausreicht“, sagte Eitel ernst dazu und ergänzte: „Nicht als Vorwurf, sondern lediglich als Feststellung gemeint. Jeder muss sich in unserer derzeitigen Situation hinterfragen, da nehme ich mich nicht raus, ob ich die falschen Spieler aufgestellt habe.“
„Völlig ohne Not das Zentrum geöffnet“
Es war zwar ein erwartbare Niederlage gegen den Favoriten aus Oberensingen, der laut Eitel zu den „Top-Drei-Teams der Verbandsliga“ gehört. Die Art und Weise, wie die Esslinger auftraten, gab einigen Zuschauern im Sportpark Weil dann aber schon zu denken. Bis zur 29. Minute hielten die Esslinger noch einigermaßen mit, jedoch ohne große Torchancen herauszuspielen, dann wurde der Oberensinger Druck zu groß: TSV-Spieler Simon Brandstetter – der auch bei der von Ex-Nationalspieler Toni Kroos ins Leben gerufenen Fußball-Kleinfeldliga „Icon League“ mit dabei ist – traf zum 1:0. „Völlig ohne Not haben wir da das Zentrum geöffnet. So ein Tor dürfen wir nicht bekommen“, erklärte Eitel. Die Esslinger schüttelten sich einmal, und versuchten wieder in ihr Spiel zu finden. Die Oberensinger bestimmten jedoch das Spielgeschehen im Mittelfeld und setzten die FCE-Abwehr ständig unter Druck. So kam es, dass ein individueller Abwehrfehler der Esslinger TSV-Kicker Lennart Zaglauer in Szene setzte, der den Ball in der 39. Minute nur noch an Keeper Paul Ulmer vorbeischießen musste – und den FCE mit 0:2 in die Pause verwies.
FCE-Abwehrpatzer führt zum Gegentor
Zurück aus der Kabine waren die Esslinger aber auf einmal besser im Spiel. Nach einem Eckball kommt Nico Hummel zum Schuss, setzt den Ball aber über das Tor von Oberensingens Torhüter Nikola Jakovljevic, der bis dato wenig zu tun hatte. „Das war unsere stärkste Phase, aber wir haben es eben nicht geschafft, ein Tor zu erzielen“, haderte Eitel, der aber auch betonte: „Ehrlicherweise hatte der Gegner aber viel mehr Möglichkeiten als wir.“ Spätestens in der 70. Minute ließ Oberensingen aber mit der 3:0-Führung die allerletzten Zweifel am Sieg verstummen. Ein erneuter Abwehrpatzer der Esslinger ermöglichte es Oberensingens Patrick Werner alleine auf FCE-Keeper Ulmer zuzulaufen. Werner umkurvte ihn mühelos und schob den Ball in die Maschen ein.
„Wenn du solche individuellen Fehler machst, dann hat man eben nicht einmal ansatzweise gegen so einen Gegner eine Chance. Wir mussten unserer Situation geschuldet dann natürlich mit einem offenen Visier spielen“, sagte Coach Eitel. Die ganz großen Möglichkeiten, doch noch zu einem Torerfolg zu kommen, blieben für die Esslinger aber dennoch aus. Viele Fehlpässe und unnötige Ballverluste prägten das FCE-Spiel. Kurz vor dem Schlusspfiff erzielte Oberensingens Maximilian Gjini nach einem gut getretenen Freistoß von Samuel Bosler den 4:0-Endstand – und machte das Esslinger Desaster vollends perfekt.
„Konstant schlechtes Bild“ seit zehn Spielen
„Von der Leistung her war es definitiv ein Schritt zurück. Ein objektiver Zuschauer hätte nach dem Spiel gesagt, dass die eindeutig stärkere Mannschaft gewonnen hat“, sagte Eitel, „Wir haben zu viele, zu große Fehler gemacht und der Gegner hätte aufgrund von ihrer Vielzahl an Chancen noch höher gewinnen können.“ Für die Esslinger macht nun zumindest der Umstand Hoffnung, dass der Abstiegsrelegationsrang zwölf lediglich zwei Punkte – und das rettende Ufer (Rang elf) vier Zähler – entfernt ist. „Seit zehn Spielen zeigen wir ein konstant schlechtes Bild, bei dem die Leistung nicht gut genug ist. Daran müssen wir endlich etwas ändern“, betonte Coach Eitel, dem fast keine positiven Aspekte aus der Partie einfielen.
FC Esslingen: Ulmer – Nehir, Brockman, Glaser (46. Deniz), Mojasevic – Kerber (65. Markic), Hummel (80. Regber), Sarikurt (80. Havjar), Müller, Sichwardt (60. Eichinger) – Dogan.
TSV Oberensingen: Jakovljevic – Lander, Gjini, Herl, Miller – Linder (67. Werner), Tausch (83. Horeth), Hennig (73. Bulut), Bosler – Brandstetter (73. Memic), Zaglauer (78. Bauer).
Schiedsrichter: Marcel Lalka (Göppingen).
Zuschauer: 180.
Tore: 0:1 Brandstetter (29.), 0:2 Zaglauer (39.), 0:3 Werner (70.), 0:4 Gjini (90.).
Beste Spieler: Mojasevic / Brandstetter, Tausch, Zaglauer, Bosler.