Fußball: Verbandsliga Fellbacher Frust zum Jahresabschluss

Torben Hohloch (links) brachte den SV Fellbach gegen den TSV Weilimdorf früh in Führung. Sein Gegenspieler Rinis Krasniqi sorgte indes für das Tor zum 2:2-Endstand. Foto: Günter Schmid

Die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach verabschieden sich mit einem unnötigen 2:2 gegen den Aufsteiger TSV Weilimdorf in die Winterpause.

Der Spielerkreis des SV Fellbach war schon längst aufgelöst, da stand das Trainer-Duo Kiriakos und Nicos Gountoulas noch auf dem Platz. Nicos Gountoulas mit einem gewissen „Sicherheitsabstand“ zu seinem Bruder. Während dieser ruhig und mit erstarrter, überraschter Miene seinen Bruder anschaute, gestikulierte Kiriakos wild und schimpfte vor sich hin. Sauer aufgestoßen ist ihm das Endergebnis von 2:2 gegen den Aufsteiger und Kellerkind TSV Weilimdorf. In der Hinrunde hatten die Seinen in Weilimdorf noch eindrucksvoll mit 5:2 gewonnen. Doch nun also Frust zum Jahresende. Es war der letzte Auftritt der Fellbacher Belegschaft; am abschließenden Spieltag vor der Winterpause hat man spielfrei. „Ich bin stinksauer, wir haben den Sieg verschenkt“, sagte Kiriakos Gountoulas.

 

SV Fellbach mit überfallartigen Kontern

Ganz besonders die erste Hälfte hat den Trainer-Brüdern nicht gefallen. „Da hätten wir 4:0 führen müssen“, schimpfte Kiriakos Gountoulas und hat damit Recht. Ihre ausgetüftelte Taktik war grundsätzlich die richtige. Sie lautete: den Gästen das Spielgerät zu überlassen, kompakt in der eigenen Hälfte zu stehen, mit überfallartigen Kontern die eigene Schnelligkeit auszuspielen und so die Tempodefizite der Weilimdorfer Abwehr auszunutzen. Und nach nur drei Minuten wurde der Reißbrettplan auch schon auf dem Kunstrasenplatz in Fellbach umgesetzt. Bei einem Umschaltmoment zündete Adao Gutzeit den Turbo, lief von der Mittellinie bis zur Grundlinie und passte schön in die Mitte auf Torben Hohloch. Dieser schob mühelos zum Platzherren-1:0 ein. Ganz zur Freude des Trainerduos, dessen Laune bis zur Pause aber in Verwunderung und Fassungslosigkeit umschlagen sollte. Die Fellbacher versuchten sich zwar weiter am vorgegebenen Plan, stellten sich aber alles andere als geschickt an. Entweder vergaben sie klarste Möglichkeiten – wie Baran Kara frei vor dem Gästetor –, trafen vor dem Gehäuse die falschen Entscheidungen oder tappten in die Abseitsfalle. Letzteres häufte sich mit zunehmender Spieldauer.

SV Fellbach bleibt bei einem Saisonsieg

Die Gäste, die mit einem Sechs-Niederlagen-Paket in Folge angereist waren, kombinierten im Mittelfeld gefällig. Es fehlte aber erneut die Durchschlagskraft. Dementsprechend „war unsere erste Hälfte schwach, habe ich in der Pause mehr Zielstrebigkeit gefordert“, sagt der Weilimdorfer Übungsleiter Oliver Stierle. Er ließ seinen blass gebliebenen Kapitän und Torjäger Bastian Joas in der Kabine und brachte Daniel Baierle. Ein Glücksgriff. Mit seiner zweiten Ballberührung erzielte dieser das 1:1. Die Gäste hatten weiter mehr vom Spiel, die Platzherren aber die besseren Chancen. Eine davon – zur Abwechslung ein gelungener Konter – nutzte Rafael Terpsiadis (57.) zu seinem achten Saisontor und zur erneuten Führung. Das reichte aber nicht zum zweiten Saisonheimsieg – Rinis Krasniqi staubte nach einem Fehler von Schlussmann Levin Härtel zum verdienten 2:2-Endstand ab. Verdient deshalb, weil Weilimdorf nie aufgegeben hat.

Mit etwas zeitlichem Abstand zum Spiel erhellte sich auch wieder die Miene von Nicos Gountoulas. „Wir haben 24 Punkte; damit können wir sehr zufrieden sein“, gab er sich dann doch noch versöhnlich.



SV Fellbach: Härtel – Kastrati, Njie, Weiß (83. Martinovic) – Gutzeit (77. Buzhala), Tobias Hohloch, Leon Baur, Torben Hohloch – Terpsiadis – Icmez (55. Stanic), Kara (55. Durmus).

 TSV Weilimdorf: Barisic – Zinram-Kisch, Bozoglu, Krasniqi, Milenkovic – Offei (59. Bouich), Genc, Küley (70. Fara), Scarcelli, Addo (28. Berretta)– Joas (46. Baierle).

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