Fußball Verbandsliga Hiobsbotschaft zum Trainingsstart des TSV Heimerdingen

Bei Minusgraden und hartem Untergrund starteten die Fußballer des TSV Heimerdingen die Vorbereitung auf die Rückrunde Foto: Baumann/Alexander Keppler

Beim Fußball-Verbandsligisten TSV Heimerdingen hat die Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen – doch die Mannschaft von Trainer Daniel Riffert muss auf einen Routinier verzichten. Ein Wintertransfer wäre ganz nach dem Geschmack des Coaches.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Die moderne, digitalisierte Welt und die Möglichkeiten des Mobiltelefons erleichtern den Menschen vieles – und Fußball-Trainer können sportlich hilfreiche Apps in ihre Arbeit einbinden. Daniel Riffert bewegt sich trittsicher in dieser Welt. Der Coach hat den Verbandsliga-Kickern des TSV Heimerdingen einen Fitness-Plan für die Trainingspause mitgegeben, den die Spieler befolgen sollten. Die Überwachung lief per App, die Spieler loggten sich ein und per Tracker wurden die Laufstrecken an Rifferts Handy übermittelt.

 

„Einige haben sich exakt daran gehalten, einige allerdings auch nicht“, berichtete der Chefcoach nach dem Trainingsauftakt am vergangenen Montag auf dem Kunstrasenplatz des TSV. Die Konsequenz für die Nichterfüller: Sie machten zum Auftakt anstrengende Intervallläufe während die Pflichterfüller sich in der Spielform „Fünf gegen zwei“ vergnügen durften.

Beim TSV Heimerdingen rollt wieder der Ball, und die Anleitungen im Training kommen wieder von Daniel Riffert. Nach dem Aus von Spielertrainer Pascal Dos Santos Coelho Anfang November hatte Ex-Profi Andreas Broß das Team nur bis zur Winterpause übernommen – und kein neuer Coach für die Rückrunde aus dem Hut gezaubert wurde, wechselte der Sportdirektor zurück auf seinen früheren Posten. Der 36-Jährige hatte den TSV in der vergangenen Saison zur Meisterschaft und zum Aufstieg geführt.

Riffert legt den Schalter auf „an“

Es war für ihn wie das Umlegen eines Schalters von Trainer-Aus auf Trainer-An. „Ich war ja nicht lange draußen und habe als Sportdirektor stets einen direkten Draht zur Mannschaft gehabt“, sagte Daniel Riffert, „deshalb wusste ich, was auf mich zukommt. Die nötige Routine ist ebenfalls vorhanden.“ Zum Auftakt der Mission Nichtabstieg wurde nach einer Aufwärmphase ein kleines Turnier gespielt, bei den der Spaßfaktor und nicht die Intensität obenan stand – wegen der Minusgrade war der Kunstrasen hart und etwas rutschig. „Wir wollten keine Verletzung riskieren“, betonte der Coach. Die Mannschaft sollte zusammenkommen und die Spieler sich wieder gemeinsam bewegen. Aufgalopp nennt man das gemeinhin.

Daniel Riffert hat wieder das Kommando beim Training Foto: Baumann/Alexander Keppler

Doch nicht alle Kicker waren fleißig auf dem Spielfeld. Sturmführer Lars Ruckh hatte keine Fußballschuhe angezogen, weil für ihn die Rückrunde nicht als aktiver Spieler stattfindet. Der 35 Jahre alte Routinier hatte sich in der Pause den Riss des vorderen Kreuzbandes im Knie zugezogen, eine K.-o.-Diagnose für jeden Sportler. Für Ruckh ist die Saison bereits beendet, da sich die vollständige Genesung selbst bei Profi-Sportlern über mehr als ein halbes Jahr hinzieht. Eine Hiobsbotschaft für den TSV. „Das trifft uns extrem hart“, bekannte Riffert, „Lars war zuletzt richtig gut drauf und hat als Führungsspieler die Mannschaft mitgezogen.“

Auch Max Buschermöhle, der noch an einem Faserriss laboriert, war lediglich Zuschauer. Filip Milos und Kerim Keseroglu fehlten bei der ersten Einheit des Jahres an der Weissacher Straße. Milos war krank, Keseroglu bereitete sich auf eine wichtige Prüfung vor. Dafür haben Stefan Schlick und Martin Kuchtanin nach langwierigen Verletzungen die Krankenstation endlich verlassen, sie trainierten jedoch für sich alleine mit leichten Läufen. Vorsichtig wieder rantasten lautet die Vorgabe.

Drei potenzielle Neuzugänge

Zwar steht Daniel Riffert ein Kader mit 21 Spielern zur Verfügung, dennoch wäre eine Verstärkung durchaus willkommen – gerade für die Offensive, wo das Aus von Lars Ruckh einen ordentliche Lücke aufgerissen hat. Der TSV hat die Angel nach drei Akteuren ausgeworfen und Gespräche geführt, entscheidungsreif ist noch kein Transfer. Bis zum 3. Februar ist noch Zeit. Das gilt gleichermaßen für die Personalie des Cheftrainers, der in der neuen Saison seine Arbeit in Heimerdingen aufnehmen soll. „Wir sind mit einigen Kandidaten in stetigem Kontakt“, verrät Riffert nur. Dagegen ist die Personalie Pascal Dos Santos Coelho geklärt. Der ehemalige Spielertrainer wird nicht als Aktiver beim TSV bleiben, das hat er den Verein mitgeteilt.

Bis zum ersten Pflichtspiel, dem Nachholspiel beim Tabellennachbar TSV Berg, sind es etwas mehr als fünf Wochen – das Ziel lautet Klassenverbleib. Die Aufgabe für Daniel Riffert und sein Team ist anspruchsvoll. Aber nicht unlösbar.

Fahrplan des TSV Heimerdingen

Der Verbandsligist hat fünf Vorbereitungspartien eingeplant.25. Januar (13 Uhr): Heimspiel gegen den TSV Nussdorf (Bezirksliga)1. Februar (14.30 Uhr): Heimspiel gegen den FSV 08 Bissingen (Oberliga)9. Februar (11 Uhr): Heimspiel gegen 1. CfR Pforzheim (Oberliga)15. Februar (14.30 Uhr): Heimspiel gegen TS Mosbach (Verbandsliga Baden)22. Februar (14.30 Uhr): Auswärtsspiel beim FV Löchgau (Landesliga).

Ernst wird es für den TSV wieder im Nachholspiel der Verbandsliga beim TSV Berg am 1. März (14.30 Uhr).

Weitere Themen