Neu ist die Erkenntnis ja nicht, dass Test- und Ligaspiele zwei verschiedene Dinge sind. Wohl aber noch selten hat ein Team dies drastischer vorgeführt bekommen als die Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen. So sehr die Rückrunden-Vorbereitung beim Filderclub mit starken Auftritten gegen höherklassige Gegner wie Normannia Gmünd oder Bietigheim-Bissingen ermutigt hatte, so heftig ging es am Samstag im Kampf wieder um Punkte schief. Der Endstand im Spiel beim Aufsteiger VfB Friedrichshafen: ein 0:4. „Es hat sich gezeigt, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben. Aus unseren Fehlern müssen wir nun lernen“, sagt der Co-Trainer Sezgin Karabiyik, der in der ernüchterten Gästeanalyse den Chefcoach Francesco Di Frisco vertrat.
Schlecht begonnen hatte es für die Echterdinger schon vor der Begegnung. So fiel das mit Spannung erwartete Punktspieldebüt des neuen brasilianischen Torjägers aus: Gustavo Borges Da Silva musste mit muskulären Problemen passen. Und auch dessen Landsmann, der zweite Gustavo, Nachname Vieira, fehlte – in seinem Fall mit einer Knöchelverletzung. Karabiyik geht aber davon aus, dass beide in dieser Woche wieder ins Training einsteigen können. Dann, wenn es um die Aufarbeitung des aktuellen Pleitenstarts geht.
Auf dem Rasen wurden den Italo-Schwaben mehrere Faktoren zum Verhängnis. Erstens eine verschlafene Anfangsviertelstunde, in welcher der Gegner durch Nicolai Weissenbacher nach einer Ecke per Kopf vorlegte (11.). Zweitens die Tatsache, dass den Gästen bei zwei darauf dicken Ausgleichschancen der Torjubel noch erstarb. Beide Male im Mittelpunkt: Casian-Matei Ulici. Einmal scheiterte der Außenangreifer nach Vorlage seines Bruders Andrei-Lucian am Innenpfosten, einmal kam der Schiedsrichter in die Quere. Angeblich Abseits. „Nie und nimmer“, beklagt Karabiyik, der auf den Unparteiischen insgesamt nicht gut zu sprechen ist. „Ich will nicht sagen, dass wir wegen ihm verloren haben, aber er hat einen Teil dazu beigetragen“, sagt er.
Drittens schließlich wurden die Calcio-Kicker in der Schlussphase, als sie das offensive Risiko notgedrungen erhöhten, von ihrem Gegner kühl ausgekontert. Patrick Berlet, Kai Kramer und Joshua Merz schraubten das Ergebnis in die Höhe (76./88./90.) – womit der Bodensee-Gegner nun aus den beiden direkten Duellen dieser Saison alle sechs Punkte eingetütet hat. Schon das Hinspiel hatten die Echterdinger mit 0:3 verloren, damals aufgrund einer Panne auf dem Spielbogen nachträglich am grünen Tisch.
Calcio-„Spieler des Spiels“
Ali Bozatziolou (Nominierungen: 2). An ihm lag es nicht. Der Torhüter verhinderte mit einigen Paraden in der Schlussphase eine mögliche sogar noch höhere Niederlage.
VfB Friedrichshafen: Benz – Staudacher (89. Segelbacher), Demir, Weissenbacher, Musso (62. Merz) – Rasmus, Pfluger – Strom, Emirhan (68. Berlet), Kramer (89. Booch) – Blaser (86. Caltabiano).
Calcio Leinfelden-Echterdingen: Bozatziolou – Schlotterbeck, Olteanu, Zweigle, Andrei-Lucian Ulici – Constantinescu – Casian-Matei-Ulici (66. Zekaj), Kaligiannidis (66. Vittorio), Philipp Seemann (83. Eltayeb), Isik (73. Amenta) – Aziz.