Fußball-Verbandsliga: Trainerwechsel beim TV Echterdingen „Es war schon ein Schock“
Valentin Haug über seine Beförderung zum Chefcoach beim Fußball-Verbandsligisten TV Echterdingen und die Erwartungen.
Valentin Haug über seine Beförderung zum Chefcoach beim Fußball-Verbandsligisten TV Echterdingen und die Erwartungen.
Aus beruflichen Gründen legte Antonino Rizzo beim Fußball-Verbandsligisten TV Echterdingen sein Traineramt nieder. Sein bisheriger Co-Trainer Valentin Haug ist nun zum Chefcoach befördert worden. „Ich freue mich auf die herausfordernde Aufgabe“, sagt der 37-Jährige im Gespräch.
Herr Haug, was war Ihr erster Gedanke, als Ihnen ihr Trainerkollege und Kumpel Antonino Rizzo sagte, „du ich muss das Traineramt niederlegen“?
Oh je, was jetzt, dachte ich? Es war schon ein Schockmoment, weil wir bisher gut zusammengearbeitet haben und ich mich auf eine weitere Zusammenarbeit gefreut habe.
War für Sie sofort klar, als das Angebot des Chefpostens vom Verein kam, dass sie das auch machen werden?
Definitiv. Meine Trainererfahrung ist zwar noch nicht so üppig. Als ich aber im Vorjahr vom Bezirksligisten Musberg nach Echterdingen gewechselt bin, war meine Absicht schon, später die Funktion des Cheftrainers bei einem höherklassigen Club zu übernehmen. Von Nino konnte ich viel lernen, das war mehr als Verbandsliga-Niveau. Ich freu mich, dass der Verein mir das Vertrauen schenkt und ich habe große Lust auf die Aufgabe.
Rizzo und Sie haben im Oktober vergangenen Jahres übernommen und das nahezu Unmögliche – wenn auch mit dem finalen Glück in der Relegation – doch noch möglich gemacht. Wie nervenaufreibend war die Saison?
Wir haben in der Kabine im Spaß von Himmelfahrtskommando gesprochen. Doch ich hätte damals nicht zugesagt, wenn da nicht eine realistische Chance auf den Klassenverbleib gewesen wäre. Diese habe ich durchaus beim Anschauen einiger Partien gesehen. Die Leistungen stimmten, nur die Resultate nicht. Und ja, es war teilweise ziemlich nervenaufreibend, zumal wir immer wieder Rückschläge hinnehmen mussten, aber es auch immer wieder geschafft haben, aufzustehen. Glück aufgrund der Schützenhilfe von Calcio hatten wir schon. Aber es war das Glück des Tüchtigen, denn noch nie ist ein Team aus der Verbandsliga mit 38 Punkten abgestiegen, wir hatten gar 39.
Nun scheint die Aufgabe Klassenverbleib erneut schwierig. In Max Bey, Deniz Bulut, Michael Deutsche, Julian Miller und Leon Gerxhaliu haben unter anderem fünf Leistungsträger den Verein verlassen. Sie müssen einen Umbruch bewältigen.
Es geht vom ersten Tag an um den Klassenverbleib und es wird nicht einfacher. Wir haben wichtige Spieler verloren, stehen vor dem Umbruch. Der Fokus liegt darauf, schnellstmöglich eine Einheit zu formen und als geschlossene Mannschaft aufzutreten. Der Klassenverbleib ist nur als verschworener Haufen machbar. Darauf haben wir bei der Kaderzusammenstellung geachtet, um das zu erreichen.
Nun sind Sie der Chef, benötigen einen Assistenten. Gibt es einen Wunschkandidaten oder ist die Personalie bereits geklärt?
Ich habe mein eigenes Netzwerk durchgeschaut und Leute in meinem engeren Umfeld und von meinen ehemaligen Fußballstationen kontaktiert. Fest steht noch nichts, aber ich bin zuversichtlich, bald einen geeigneten Co-Trainer gefunden zu haben.
Werden Sie sich auch künftig mit Antonino Rizzo austauschen?
Definitiv. Ich wäre schlecht beraten, wenn ich seine Expertise nicht einholen würde. Zudem ist ein Blick von außen sicherlich nicht schlecht. Außerdem hat er angeboten, mich zu unterstützen, beispielsweise um gegnerische Mannschaften zu beobachten. Und als gute Freunde sprechen wir sowieso miteinander, nicht nur, aber natürlich auch über Fußball.