Coach Christian Ehrenberg blieb auch 15 Minuten nach dem Schlusspfiff regungslos auf seiner Trainerbank sitzen. Die Ratlosigkeit nach der 1:5 (1:3)-Pleite seines FC Esslingen gegen den TSV Berg in der Fußball-Verbandsliga stand nicht nur ihm – sondern auch dem Esslinger Team ins Gesicht geschrieben. „Es war schon ein wenig Kopfsache, wie das Spiel gelaufen ist“, startete der Ehrenberg den Satz, musste sich dann doch aber kurz sortieren, ehe er fortsetzte: „Wir sind wieder einmal schlecht in die Partie gestartet und lagen nach einer Viertelstunde 1:3 durch zwei Patzer von uns zurück.“ Letztenendes scheiterte der stets bemühte FCE aber am eigenen Unvermögen – vorne sowie hinten – und an der Latte, die im Berger Strafraum mehrmals wackelte.
FCE-Abwehrfehler führen zum frühen Rückstand
Dabei starteten die Esslinger gut in die Partie und schafften es, durch Pressing die Berger früh in Bedrängnis zu bringen. Nach sechs Minuten folgte aber der erste Abwehrpatzer des FCE. Und TSV-Stürmer Hannes Pöschl schnappte sich den Ball, lief alleine auf Esslingens Keeper Paul Ulmer zu und traf eiskalt zur Führung. Die Esslinger Antwort ließ aber nicht allzu lange auf sich warten: Zwei Minuten später setzte sich Anastasios Ketsemenidis auf der rechten Seite durch und brachte eine präzise Flanke in die Mitte auf den Kopf von Lukas Glaser, der den 1:1-Ausgleich erzielte. In der 12. sowie 15. Minute legte Berg aber – begünstigt durch einen erneuten FCE-Abwehrfehler – mit zwei Treffern nach und ging auf einmal mit 3:1 in Führung. „Die Fehler, die wir hinten gemacht haben, dürfen auf diesem Level nicht passieren. Berg war aber auch brutal effizient und hat die wenigen Chancen gnadenlos ausgenutzt“, betonte Ehrenberg.
„Die Chancen waren da und die Dynamik wurde besser“
Die Esslinger Spieler schüttelten sich darauf einmal und übernahmen trotz des Rückstandes die Kontrolle, jedoch ohne dabei große Torgefahr auszustrahlen. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff hatte der FCE aber dann mehr Zug nach vorne: Nach einem langen Ball auf Stürmer Jonas Eichinger, spitzelte dieser das Leder über einen Berger Verteidiger sowie den Keeper, TSV-Spieler Andreas Frick rettete aber noch auf der Linie. Und auch die Anschlusschance von Dominik Lleshaj, der aus dem Rückraum schoss, landete nur auf der Latte. „Wir hatten in der Pause dann schon das Gefühl, dass wenn wir hinten stabiler stehen und zum Anschlusstreffer kommen, dass noch was drin ist. Die Chancen waren da und die Dynamik wurde besser“, sagte Ehrenberg und ergänzte: „Ich finde, dass wir dann auch in der zweiten Hälfte gut gestartet sind und die Berger hinten eingeschnürt haben.“
Effiziente Berger
Die Esslinger Sturm-und-Drang-Phase fand jedoch ein jähes Ende, als die Berger in Hälfte zwei zum ersten Mal gefährlich vors Tor kamen. FCE-Keeper Ulmer wehrt einen Kopfball von Meris Ajdarpasic in die Strafraummitte ab, da stand Pöschl goldrichtig – und erhöhte für Berg auf 4:1. Es kam dann noch schlimmer für den FCE, der alles nach vorne warf: Der kurz zuvor eingewechselte Maurice Regber verlor in der 83. Minute den Ball in der eigenen Hälfte an TSV-Spieler Finn Tolkmitt, der das Leder per Lupfer in die Maschen bugsierte. Spätestens nach dem 1:5 war die Messe endgültig gelesen – und die dritte Pleite in Serie in 2025 – jahresübergreifend sogar fünf – besiegelt.
FCE rutscht auf Rang zehn ab
„Am Ende hatte der Sieg von Berg nichts mit Glück oder Pech zutun, sondern schon auch mit Qualität“, resümierte Ehrenberg und ergänzte: „Wir sind in allen Situationen, die zwischen den Strafräumen passierten, Verbandsliga tauglich und waren auch spielerisch besser. Die Ruhe und Abgezocktheit fehlt uns aber.“ Für den FCE, der auf Platz zehn abrutscht, gilt es nun weiterzumachen und positive Dinge aus der Partie zu ziehen. Da tat sich der FCE-Coach kurz nach dem Spiel aber noch etwas schwer.
FC Esslingen: Ulmer – Mojasevic, Brockman, Haradinaj, Ketsemenidis – Sichwardt (27. Kerber), Sarikurt (79. Regber), Lleshaj (79. Havjar), Glaser (72. Deniz), Hummel – Eichinger.
TSV Berg: Port – Aras (63. Roth), Frick, Maucher, Rittner – Hill, Mayr, Held (60. Tolkmitt), Büg (60. Nolle) – Pöschl (72. Merk), Ajdarpasic (81. Kibler).
Schiedsrichterin: Daniela Kottmann (Altheim).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Pöschl (6.), 1:1 Glaser (8.), 1:2 Büg (12.), 1:3 Büg (15.), 1:4 Pöschl (66.), 1:5 Tolkmitt (83.).
Beste Spieler: Ketsemenidis / Pöschl, Frick, Büg.