Am Ende war es einfach zu wenig: zu wenig Torgefahr, zu wenig Spielkontrolle und vor allem zu wenig Punkte. Der TV Echterdingen trennt sich trotz Überzahl im Verbandsliga-Heimspiel vom Tabellennachbarn TSG Balingen II mit 1:1 und muss sich mit einem Zähler begnügen. Der erhoffte Befreiungsschlag im Tabellenkeller bleibt damit aus. Im Gegenteil, durch den zeitgleichen 3:1-Sieg der Sportfreunde Schwäbisch Hall gegen den TSV Heimerdingen spitzt sich die Lage für den TV Echterdingen weiter zu. Drei Punkte beträgt der Abstand nun auf Platz zwölf.
Einziger kleiner positiver Aspekt für die Echterdinger: Die Niederlagenserie von fünf Pleiten in Serie ist mit dem Unentschieden gestoppt. Doch das war gar nicht der Anspruch im Duell mit dem Aufsteiger und direkten Konkurrenten gegen den Abstieg. „Heute hätten es drei Punkte sein sollen“, sagt der Echterdinger Trainer Valentin Haug. Die Lage verdeutlichte Haug seinen Spielern damit, dass ab sofort jedes Spiel ein Endspiel sei. „Und das muss ich auf dem Platz sehen, dass jeder diese Einstellung hat“, sagt Haug. Gesehen hat er diese gegen Balingen nicht über die vollen 90 Minuten. „Es gab Phasen im Spiel, wo ich gesehen habe, dass wir wollen“, sagt Haug.
Oberbürgermeister Otto Ruppaner unter den Zuschauern
Spielbestimmend agierte sein Team vor den Augen von 140 Zuschauern, darunter Leinfelden-Echterdingens Oberbürgermeister Otto Ruppaner, weitestgehend zwischen der 20. Minute und dem Halbzeitpfiff. Da lagen sie bereits mit 1:0 in Führung. Ein scharf getretener Eckball von Ismail Oguz sprang an Mit- und Gegenspieler vorbei und schlug im Tor ein. Eine überraschende, aber nicht unverdiente frühe Führung für die Echterdinger. Weitere klare Torchancen spielten sich beide Mannschaften bis zur Halbzeit dann nicht mehr heraus.
Nach der Halbzeitpause folgte ein Bruch im Spiel des TV Echterdingen. „Wir haben es dann nicht mehr so einfach gespielt“, erklärt der Trainer Haug und fügt verärgert an: „Mit einer 1:0-Führung muss ich es ja nicht kleinteilig spielen. Dann kann ich das Spiel in die Hälfte des Gegners verlagern und in deren Drittel die Ballverluste erzwingen. Und nicht den Ball an der Mittellinie verlieren.“ Haug spielt mit seiner Kritik an seinen Spielern auf den Treffer von Mirhan Inan an. Der ehemalige Oberliga-Angreifer traf in der 64. Minute nach einem Konter zum 1:1-Ausgleich. Vorausgegangen war eben ein Ballverlust der Echterdinger in der Offensive auf Höhe der Mittellinie.
„Insgesamt haben wir es einfach nicht geschafft, uns so in Szene zusetzen, dass wir Torgefahr ausstrahlen“, sagt Haug. Es fehle seiner Mannschaft dafür an Selbstvertrauen und Überzeugung. Einzig über die gefährlichen Standards von Oguz gepaart mit der Kopfballstärke von Innenverteidiger Marc Mägerle kam der Filderclub annähernd zu Torchancen.
Selbst der Platzverweis für Balingens Sebastian Zieker half den Echterdingern nicht, das Spiel wieder unter Kontrolle zu bekommen. Stattdessen waren die Balinger mehrfach nah am Führungstreffer. Die Oberliga-Reserve kann sich letztlich fast schon ärgern, nicht mehr aus dem Sportpark Goldäcker mitgenommen zu haben.
Am kommenden Samstag muss der TV Echterdingen beim Tabellenelften VfR Heilbronn weitestgehend ohne die Unterstützung seiner Fans auskommen. Zeitgleich findet in Leinfelden-Echterdingen das Krautfest statt. Einer Verschiebung der Partie wurde nicht zugestimmt. Der Großteil der Echterdinger Mitglieder ist rund um das Fest eingespannt. Endlich mal wieder ein Sieg ihres Vereins würde die Feier am Abend dann noch größer machen.
Echterdinger „Spieler des Spiels“
Ismail Oguz (Nominierung 1). Seine Freistöße und Eckbälle sorgten immerhin für ein wenig Gefahr im Spiel des TV Echterdingen. Oft mit scharfen Schnitt auf den kopf von Innenverteidiger Marc Mägerle. Einer dieser Eckbälle landete überraschend auch im Tor.
TV Echterdingen: Stelzl – Jonus, Milutinovic, Mägerle, Niesner (79. Dölker) – Boljanic (46. Dahlem), Vran – Handanagic (71. Pirracchio), Oguz (79. Köhler), Teßmann – Celiktas (79. Cunion).
TSG Balingen II: Potye – Barth, Fritz, Maier, Gorr – Zieker, Braun, Schneider, Thomaidis (90. +2 Sinz) – Isik (46. Inan), Feher (89. Leoniello).