Fußball-Verbandsliga: TV Echterdingen Drei Neue als späte Matchwinner – und ein Bräutigam im doppelten Glück

Später Echterdinger Siegtorschütze: der Neuzugang Jakob Ehret. Foto: Günter Bergmann

Die Echterdinger überraschen in Berg mit einem 3:2-Sieg und revanchieren sich damit für einen schwarzen Nachmittag der vergangenen Saison. Für einen Spieler rundet sich dabei eine persönlich tolle Woche ab.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Wie hatte die Prognose des Trainers doch gleich gelautet? Sehe unter den Fans ein jeder, dass sich die Mannschaft den Allerwertesten aufreiße, dann würden wohl auch mal schlechtere Ergebnisse verziehen. Es war zugleich der etwas bange Saisonausblick in Anbetracht eines notgedrungen in weiten Teilen neu zusammengeschusterten eigenen Aufgebots.

 

Nun, nach den beiden ersten Spieltagen, lässt sich sagen: Mit Teil eins, was die kämpferische Komponente anbelangt, lag Valentin Haug schon mal gut. Ja, es ist offensichtlich: Diese Mannschaft des Fußball-Verbandsligisten TV Echterdingen will. Und Teil zwei, das mit den Ergebnissen? Tja, so kann man fürs Erste irren. Von wegen schlecht! Vor Wochenfrist hat eine Aufholjagd gegen den VfL Pfullingen noch ein 2:2 gebracht – und diesmal drehte ein später Toredoppelschlag die Auswärtspartie beim TSV Berg gar noch zum 3:2-Erfolg. Macht unter dem Strich bereits vier Punkte auf dem Konto. Und wer wollte da im Moment noch groß meckern über die Abers, die es freilich ebenfalls erneut gegeben hat.

In zwei Spielen drei Rückstände wettgemacht

„Ich freue mich riesig über die Moral des Teams. Bei dieser Hitze so zurückzukommen, das verdient Lob“, sagt Haug, lässt jedoch gleich erkennen, dass in den Goldäckern keiner den Blick für die Realitäten verlieren wird. Bewusst ist Haug ebenso: „Wir haben jetzt in zwei Spielen drei Rückstände wettgemacht – 30-mal wird das in dieser Saison bestimmt nicht funktionieren.“ Auch waren die beiden Auftaktgegner als letztjährige Echterdinger Tabellennachbarn von vornherein der eigenen Preisklasse zuzuordnen. Schon die beiden nächsten Kontrahenten, der Tabellenführer Hofherrnweiler sowie die TSV Oberensingen, dürften ganz andere Prüfsteine werden.

Einstweilen avancierten drei der vielen Neuen im Kader zu den Matchwinnern. Den letztlich entscheidenden Trumpf zog Haug mit der Einwechslung von Armin Zukic Mitte der zweiten Hälfte. Der frühere Reutlinger Oberliga-Kicker ist nach einer mehrmonatigen Pause wegen eines Kreuzbanddehnung zwar noch einiges vom Fitness-Toplevel entfernt. Für starke Pässe und Standards reicht es aber allemal. Zweimal legte Zukic in der Endphase mit dem linken Fuß auf. Erst eine Ecke, dann ein Freistoß. Und zweimal war im Anschluss der Echterdinger Jubel groß. Die mit in den Angriff geeilten Innenverteidiger Marc Mägerle und Jakob Ehret verwerteten die Vorlagen jeweils per Kopf (85./90.). Zugleich rundete sich für Zukic persönlich eine tolle Woche ab. Am Tag vor dem Spiel hatte er standesamtlich geheiratet. Ein Bräutigam im doppelten Glück.

Schludrigkeiten in der ersten Hälfte

„Es ist nicht so, dass wir viele große Chancen gehabt hätten“, räumt Haug ein. Aber: „Im Gegensatz zum Gegner konnten wir konditionell und läuferisch noch zulegen.“Und alles in allem kam dann auch das nötige Dusel dazu. Insbesondere in Bezug darauf, dass die Gastgeber den Sack nicht bereits in der ersten Hälfte zugemacht haben. Da hatte eine Reihe von Schludrigkeiten den Echterdingern einen 0:2-Rückstand beschert. Torschützen: Joel Mayr und Hannes Pöschl (18./44.). Eine Phase, in der im erwähnten Anhang bei manch einem bereits eine böse Erinnerung aufgekommen sein mag. Beim bislang letzten Auftritt an selber Stätte, in der Endphase der vergangenen Saison, hatte ein gelb-schwarzes Rumpfaufgebot am Ende gar eine 0:4-Schlappe kassiert. Aktuell konstatiert Haug, der mit seinem Kapitän Marvin Kuhn im defensiven Mittelfeld statt der Abwehr überraschte, zu Durchgang eins: „Man hatte das Gefühl, dass uns das Spiel entgleitet. Wir sind geschwommen.“

Dann jedoch setzte nach der Pause Julian Teßmann – auch er neu – das Signal zur Wende. Mit einem 50-Meter-Sprint über den halben Platz plus scharfem Flankenball erzwang er den Anschlusstreffer. Der Berger Andreas Frick lenkte den Ball ins eigene Netz (57.). Rest siehe oben. Womit die Echterdinger in der Summe schließlich selbst den Ausfall ihres Torjägers Caglar Celiktas (Muskelfaserriss) kompensierten.

Außer Celiktas fehlte auch noch der aktuelle und wohl letzte Transfer des Filderclubs in dieser Wechselperiode: Martin Dahlem soll in dieser Woche wie berichtet einen Vertrag unterschreiben. Den 22-jährigen zentralen Mittelfeldmann hat es studienbedingt in die Region verschlagen. Zuletzt spielte er für den rheinland-pfälzischen Verbandsligisten FC Basara Mainz. Bei dessen Nachbarverein TSV Schott Mainz schnupperte er zuvor sogar Regionalliga-Luft.

Echterdinger „Spieler des Spiels“

Armin Zukic. Zwei Torvorlagen nach seiner Einwechslung, dazu in der Endphase für den Gegner überhaupt ein steter Gefahrenherd – mit dem 29-Jährigen kam der entscheidende Impuls ins Echterdinger Spiel. (Nominierungen: 1)

TSV Berg: Port – Burgarello, Frick, Karg, Bachofer (78. Merk) – Gbadamassi (68. Nolle), Mayr, Roth (62, Fäßler) – Büg (69. Krause), Pöschl, Hill.

TV Echterdingen: Gaspar – Heinrich (78. Pirracchio), Mägerle, Ehret, Jonus – Kuhn (69. Kühnbach Azevedo), Boljanic – Teßmann, Vran (69. Zukic), Köhler (46. Prekaj) – Handanagic (46. Niesner).

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