Nun, an diesem Sonntag (15 Uhr), kommt es im heimischen Sportpark Goldäcker zum Wiedersehen, und erneut steht für beide Seiten einiges auf dem Spiel – diesmal allerdings unter anderen Vorzeichen, nämlich nicht im Kampf um den Auf-, sondern gegen den Abstieg. Auf den Tabellenplätzen 13 und 14 kleben die beiden Kontrahenten, punktgleich Seite an Seite, nachdem die Gäste von der Alb heuer dann ebenfalls in diese Spielklasse geklettert sind. Es ist schon jetzt, nach gerade mal knapp einem Drittel der Saison, ein Krisengipfel. Oder, um es mit dem Echterdinger Trainer Valentin Haug zu sagen: „Wenn man das Ziel Klassenverbleib erreichen will, dann ist das eine der Partien, in denen man punkten muss.“ Umso mehr in Anbetracht der Tatsache, dass die Seinen zuletzt fünfmal nacheinander als Verlierer vom Feld gegangen sind.
Bringt das Kellerduell nun den Umschwung? Dringend nötig wäre es. Nicht nur eben fürs Klassement, auch für den Kopf. „Weltuntergangsstimmung“ kann Haug zwar noch keine ausmachen. Schließlich haben in Echterdingen alle gewusst, dass es nach dem notgedrungen mächtigen Kaderumbruch vom Sommer wohl eine schwere Runde werden wird. Aber, konstatiert der Coach, „eine solche Serie ist dann schon hart“. Und gewiss nicht förderlich fürs Selbstvertrauen.
Steigerungsbedarf sieht Haug vor allem in der Defensive. Dort lautet die Sorge bislang: zu viele einfache Fehler, zu viele Gegentore, zu viele Schwächen im taktischen Verhalten. Das Problem im Problem: Eine konstante Formation, die an Eingespieltheit und Automatismen arbeiten könnte, vermochte der Trainer noch nicht aufzubieten. Mal fehlten die einen, mal die anderen. Mit unschöner Regelmäßigkeit war Haug in den vergangenen Wochen zu Umstellungen gezwungen. Und klar ist, dass es auch diesmal wieder eine veränderte Elf geben wird.
Grund eins: In Kevin Prekaj (Entzündung im Fuß) fällt ein weiterer Spieler aus. Grund zwei: In Marc Mägerle, Luka Boljanic, Daniel Kühnbach Azevedo und Luis Niesner kehren von der zuletzt langen Fehlliste wichtige Optionen zurück. Allemal Mut macht Haug und den Seinen, dass sie vor Wochenfrist trotz eines stark geschwächten Aufgebots beim neuen Spitzenreiter Türkspor Neckarsulm an einer Überraschung schnupperten. Erst in der Schlussviertelstunde kassierten sie die beiden spielentscheidenden Treffer zum Endstand von 2:4.
Freilich, der aktuelle Gegner hat sein Spiel an selber Stätte beim hohen Favoriten sogar gewonnen. Bis jetzt hat die Balinger Oberliga-Reserve wie die Echterdinger erst zwei Saisonsiege auf ihrem Konto. Jene beinhalteten aber jeweils Ausrufezeichen-Potenzial. 1:0 in Neckarsulm beim momentan Ersten, 4:2 gegen Holzhausen, den momentan Zweiten. Und als Überraschungspaket kommt der Klassenneuling eh daher, bleibt doch stets abzuwarten, mit wie vielen Erste-Mannschaft-Verstärkungen er ins Rennen geht.
Haugs Einschätzung: „Ein spielstarkes, junges Team. Aber wir haben mehr Erfahrung – und vielleicht ja auch Vorteile in den Bereichen Standards und Körperlichkeit.“ So war es jedenfalls auch damals, vor 16 Monaten. Wie gesagt: vielleicht ja ein gutes Omen.