Fußball-Verbandsliga: TV Echterdingen Nach Debakel im Kellerduell: der Trainer schweigt

Max Stumm (rechts) und seine Heimerdinger hatten gegen Echterdingen viele Gelegenheiten, um zu jubeln. Foto: Günter Bergmann

Die bittere 1:5-Heimklatsche gegen den TSV Heimerdingen offenbart: Aktuell reicht es für den Filderclub in der Liga nicht. Die Frage ist: mit welchen Konsequenzen?

Sport: Dominik Grill (grd)

Die Hände hinter dem Rücken verschränkt, den Kopf gesenkt, schien Valentin Haug, Trainer des Fußball-Verbandsligisten TV Echterdingen, nach Erklärungen zu suchen für das, was in den 90 Minuten zuvor geschehen war. 1:5 lautete das desaströse Ergebnis im Kellerduell mit dem TSV Heimerdingen. Ein weiterer Nackenschlag, den es zu verdauen gilt. Haug wollte direkt nach dem Spiel gar nichts mehr sagen. Und der Abteilungsleiter Phillip Wunsch sieht es so: „Darüber müssen wir jetzt erst einmal eine Nacht schlafen.“ Werden dann personelle Konsequenzen folgen?

 

Der Druck auf Haug wird in jedem Fall größer. Mit dem aktuellen Spieltag ist seine Mannschaft in zehn Partien am Stück sieglos, gegen Heimerdingen sollten endlich wieder drei Punkte eingefahren werden. Für zusätzliche Brisanz sorgte der Blick auf die anderen Teams im tabellarischen Dunstkreis der Echterdinger: Schon am Freitag und Samstag hatten gleich vier unmittelbare Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib ihre Spiele gewonnen (Reutlingen, Balingen II, Tübingen, Berg). Doch statt den langersehnten Befreiungsschlag zu landen, war man an diesem Tag auch einem Gegner auf vermeintlicher Augenhöhe nicht gewachsen. Zum möglichen Relegationsplatz zwölf hat sich bereits eine Kluft von sieben Punkten aufgetan.

Trainerwechsel bei Heimerdingen zeigt Wirkung

Nach umkämpftem Beginn, aber größeren Spielanteilen für die Gäste, wurde das 0:1 durch Max Stumm zum Dosenöffner für jene (33.). Nur wenige Minuten später fiel das 0:2 nach einem groben Schnitzer in der Echterdinger Innenverteidigung. Spätestens damit war die Heimelf von der Rolle, und die Heimerdinger Offensivreihe um den bärenstarken Stumm (zwei Tore, eine Vorlage) spielte Katz und Maus mit der Verteidigung des Filderclubs. Bei jener häuften sich einfache Ballverluste, die eigene Offensive kam durch Fehlpässe mehr und mehr zum Erliegen, die Unsicherheit nach der erwähnten Misserfolgsserie war deutlich zu spüren.

Auf der anderen Seite spielten die Heimerdinger wie beflügelt auf. Der Trainerwechsel in der vergangenen Woche scheint dem Team neues Leben eingehaucht zu haben. Andreas Broß heißt der neue Mann an der Seitenlinie der Heimerdinger, seines Zeichens Ex-Profi bei den Stuttgarter Kickers und dem 1. FC Kaiserslautern. Als Nachfolger für den geschassten Pascal Dos Santos Coelho gelang ihm gegen Echterdingen der perfekte Einstand. Leidenschaftlich, abgezockt, immer einen Schritt schneller – so präsentierte sich seine Mannschaft.

Echterdingen lädt die Gäste zum Toreschießen ein

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Heimelf bereitete die Tore, vor allem in Halbzeit eins, wie auf dem Serviertablett vor. Auch das 0:3 fiel nach einem Patzer im Aufbauspiel, Nutznießer war erneut Stumm (43.). Der pfeilschnelle Flügelspieler stieß ein ums andere Mal durch klaffende Lücken in der Echterdinger Verteidigung. Mit diesem Zwischenstand zur Pause war die Heimelf noch gut bedient. Aus einem kurzen, gelb-schwarzen Aufbäumen nach Wiederanpfiff resultierte der Treffer durch Jakob Ehret zum 1:3. Die wiederaufkeimende Hoffnung währte indes nur kurz. Mit dem 1:4 machte Robin Reichardt den Sack zu (65.), nur zwei Minuten später zurrte ihn Lars Ruckh per Foulelfmeter zum 1:5 endgültig fest (67.).

Das Spielfazit aus Echterdinger Sicht: In der ersten Hälfte deklassiert, in der zweiten abgekocht von einer Gäste-Mannschaft, die in allen Belangen überlegen war. Am Ende steht ein gebrauchter Tag für den nun Tabellenvorletzten und eine Stimmung, die sich auch im Wetter versinnbildlichte: kalt, nass und grau – es war ein Sonntag der besonders tristen Sorte für alle, die es mit den Gelb-Schwarzen halten.

Echterdinger „Spieler des Spiels“

Fehlanzeige. Die Gastgeber ließen im Kollektiv alles vermissen, was für eine Trendwende nötig gewesen wäre.

TV Echterdingen: Stelzl – Handanagic, Milutinovic, Mägerle, Ehret, Pirracchio (79. Heinrich) – Schmidt (46. Jonus), Vran (46. Teßmann), Kühnbach Azevedo – Oguz (72. Chirivi), Dahlem (69. Dölker). TSV Heimerdingen: Emmrich – Milos, Bortel, Baumeister, Pellegrino (75. Andrei-Lucian Ulici) – Stagel Alberto (82. Keseroglu), Casian-Matei Ulici (64. Reichardt), Buschermöhle, Stumm (69. Matias) – Buxmann (80. Geist), Ruckh.

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