Fußball-Verbandsliga: TV Echterdingen Trotz Transferkracher-Duo die nächste Enttäuschung

Erstmals im Echterdinger Trikot: Royal-Dominique Fennell und Mijo Tunjic (von links). Foto: Günter Bergmann

Der TV Echterdingen unterliegt mit den Debütanten Fennell und Tunjic gegen Oberensingen 0:3. Praktisch schon das Aus im Kampf gegen den Abstieg? Wie sich die beiden prominenten Neuen schlagen und welche Chancen der Trainer nun noch sieht.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Seine Gemütslage beschrieb der Trainer Valentin Haug mit nur einem Wort: „Enttäuscht.“ Als neutraler Beobachter muss man derweil die Frage stellen: alles versucht – und schon alles verloren? Geholfen hat jedenfalls auch der kurzfristige doppelte Transferkracher nichts: Wie berichtet hatte der Fußball-Verbandsligist TV Echterdingen am Freitag mit der Verpflichtung der beiden Ex-Kickers-Profis Mijo Tunjic und Royal-Dominique Fennell aufhorchen lassen, beide aus der „Konkursmasse“ des JC Donzdorf. Ein Ausrufzeichen im Abstiegskampf, fürwahr. Und dennoch: Trotz des prompt in der Startelf stehenden Hoffnungsträger-Duos setzte es an diesem Spieltag die nächste Niederlage. Nach dem 0:3 zuhause gegen die TSV Oberensingen bleibt der Filderclub in der Tabelle abgeschlagener Letzter.

 

Schlimmer noch, was die Stimmung vollends drückt: Da der ebenfalls gefährdete VfR Heilbronn in Balingen siegte, ist der Abstand zum zwölften Platz, der bestenfalls zur Relegationsteilnahme berechtigen wird, auf elf Punkte angewachsen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Haug, gibt sich aber keinen Illusionen hin: „Das ist keine Mammutaufgabe mehr, da bräuchte es ein Wunder.“

Tunjic (37) und Fennell (35) vermochten jenes einstweilen nicht anzubahnen. Gerade mal vier Trainingseinheiten hatten sie zuvor mit der Mannschaft absolviert. Nachdem die ersehnte Freigabe aus Donzdorf und vom Verband da war, verhalf Haug ihnen zu einem Blitzdebüt. Fazit des Coachs: „Beide haben es ordentlich gemacht. Sie werden uns mit Sicherheit weiterbringen.“ Fennell aktuell gleich in einer zweigeteilten Rolle. Er begann in der Innenverteidigung, ehe Haug ihn ins Mittelfeld beorderte. Jedoch: Dem Echterdinger Spiel fehlte es insgesamt an Durchschlagskraft. Und, so Haugs ernüchternde Beobachtung: „Wir machen einfach zu viele kleine Fehler.“

Zwei führten in der ersten Hälfte zu einem frühen Zwei-Tore-Rückstand. Erst liefen die Gelb-Schwarzen mittels Ballverlust in einen Konter, den Lukas Linder für die Gäste abschloss (4.). Dann fehlte nach einer Freistoßflanke des Gegners die Zuordnung, was ausgerechnet der Ex-Echterdinger Julian Miller zu einem Kopfballtreffer nutzte (12.).

Der Rest? Vergebliches Mühen. Der nun Tabellendritte Oberensingen ließ wenig zu. Die einzige echte Chance zum Anschlusstor vergaben Caglar Celiktas und Dominik Renz. Letzterer, Wintereinsteiger ebenfalls aus Donzdorf, war nach überstandenem Kahnbeinbruch der dritte Premierenkicker in Haugs Aufgebot. Den Schlusspunkt setzte erneut der Gegner, nämlich durch Elbasan Emerllahu. Und damit galt dann auf Echterdinger Seite endgültig: Enttäuschung, nächster Teil. Vier Rückrunden-Spiele, viermal verloren.

Einer Situation, die für Haug auch dadurch kaum besser wird, dass ihm eine bereits befürchtete persönliche Sperre erspart geblieben ist: Im aufgeheizten Trubel direkt nach dem 1:2 am Spieltag zuvor in Hofherrnweiler hatte der Coach die rote Karte gesehen. Dafür haben die Echterdinger inzwischen lediglich eine Geldstrafe erhalten. Die Spieler Giuseppe Pirracchio und Duncan Cunion mussten nach ihren Platzverweisen an diesem Sonntag freilich aussetzen.

Echterdinger „Spieler des Spiels“

Dominik Renz. Die Niederlage konnte auch er nicht verhindern, aber Dominik Renz brachte immerhin Power ins Echterdinger Spiel. Ein persönlich gutes Debüt des 20-Jährigen auf der linken Außenbahn. (Nominierungen: 1)

TV Echterdingen: Tröger – Milutinovic, Fennell, Ehret, Jonus – Handanagic (66. Teßmann), Schmidt, Oguz (83. Zukic), Renz (77. Prekaj) – Celiktas (77. Dölker), Tunjic.

TSV Oberensingen: Wartig – Miller, Horeth, Maximilian Gjini, Herl – Zaglauer (89. Emerllahu), Lander (90. Bauer), Hennig, Linder (69. Leidenbach) – Bosler (79. Tausch) – Werner (84. Memic).

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