Vor dem wegweisenden Duell gegen die TSG Tübingen fehlen gleich zwei Keeper und der Torwarttrainer muss auf die Bank. Gelingt dem Aufsteiger dennoch der Brustlöser im Abstiegskampf?
Finaler Akt des wegweisenden Auftaktprogramms des TSV Weilimdorf: An diesem Samstag (15 Uhr) tritt der Fußball-Verbandsligist beim Tabellennachbarn TSG Tübingen an. Es ist das dritte Spiel in Folge gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Erneut könnte dem Tabellenzwölften also ein Schritt in Richtung Rettung gelingen – und ein Verfolger distanziert werden.
Der Trend spricht für den Aufsteiger. Zum Auftakt gab es ein 1:1-Unentschieden gegen den Tabellenletzten Heilbronn, wenn auch der späte Ausgleichstreffer unter ärgerlichen Umständen fiel. Vergangenen Samstag folgte gegen den FC Esslingen, aktuell auf Rang 15, ein 4:2-Heimsieg. Folgt nun der entscheidende Brustlöser? „Wenn wir das Spiel gewinnen, dann wäre es das Plus, das wir uns in den vergangenen Wochen erarbeitet haben“, sagt der Trainer Oliver Stierle.
Sein Team habe in den vergangenen beiden Spielen einen Schwung bekommen, hat Stierle beobachtet. „Den müssen wir jetzt mitnehmen.“ Dabei komme es im Abstiegsduell nicht auf die spielerische Klasse an, sondern vielmehr darauf, wer den Kampf annehme, so der Trainer weiter. Das hat der Coach seiner Mannschaft schon vor den entscheidenden Begegnungen eingebläut. „Das weiß die Mannschaft, wer das nicht verstanden hat, ist so oder so falsch“, betont Stierle.
Dementsprechend gehe sein Team mit breiter Brust in das Spiel. Dennoch warnt er mit Blick auf den deutlichen 4:0-Hinspielsieg davor, mit einer falschen Sicherheit in die Begegnung zu gehen. „Ich würde das Spiel nicht überbewerten. Damals herrschte bei uns nach dem starken Pokalspiel gegen die Kickers und dem Trainerwechsel eine enorme Euphorie“, weiß Stierle. Der Ex-Profi (Stuttgarter Kickers und FC Bayern München II) wurde damals nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Vorgänger Manuel Fischer vom Co-Trainer zum Chefcoach befördert. Bei seinem Ligaeinstand überrollten die Weilimdorfer die völlig überforderten Tübinger. Offensiv schwächeln die Tübinger weiterhin enorm. Erst 19 Treffer konnten sie in den bisherigen 20 Spielen erzielen – die wenigsten in dieser Staffel. Dennoch rechnet Stierle mit einem Duell auf Augenhöhe. „Sie werden auch alles reinwerfen. Mal schauen, wer als Sieger vom Platz geht“, sagt der Coach.
Verzichten muss Stierle auf Torhüter Matej Barisic. Der junge Keeper kann wegen eines Innenbandrisses nicht spielen. Für ihn erhält Neuzugang Joel Heske (kam vom FSV Waiblingen II) seine Bewährungschance. Weil sich zudem die aktuelle Nummer drei Sunny Simone bei seinem Einsatz für die zweite Mannschaft am Knöchel verletzte, wird Torwart-Trainer Friedrich Köhler als Ersatzmann auf der Bank Platz nehmen.
Kapitän Bastian Joas fehlt weiterhin. Maximilian Wojcik befindet sich immerhin im Aufbautraining, ist aber noch keine Option für den Kader. Dafür kehrt Enis Küley zurück. Der Vize-Kapitän musste, nachdem er gegen Heilbronn Gelb-Rot sah, ein Spiel pausieren.