Fußball-WM 2018 in Russland Gerüchte über Entmachtung des argentinischen Trainers

Von red/dpa 

Die argentinische Nationalmannschaft steht nach der Niederlage gegen Kroatien vor einem Endspiel gegen Nigeria. Nun wurden Gerüchte laut, dass Trainer Jorge Sampaoli vom Team entmachtet wurde.

Hat Jorge Sampaoli noch die Kontrolle über sein Team? Foto: AFP
Hat Jorge Sampaoli noch die Kontrolle über sein Team? Foto: AFP

Bronnizy - Begleitet von Gerüchten und Spekulationen über die Autorität von Trainer Jorge Sampaoli hat die argentinische Fußball-Nationalmannschaft an Lionel Messis 31. Geburtstag die Vorbereitung auf das WM-Gruppenfinale gegen Nigeria fortgesetzt. Unklar ist dabei, wie stark die Position von Sampaoli überhaupt noch ist. Der argentinische Sender TyCSports hatte bereits von einer zwischenzeitigen Entmachtung berichtet, die Zeitung „Olé“ bezeichnete den 58 Jahren alten Sampaoli nur noch als „nominellen Trainer“.

Der Eindruck der ersten Minuten des Trainings am Sonntag im WM-Camp von Bronnizy konnte nicht dazu beitragen, diesen Eindruck zu entkräften, selbst wenn es nicht unüblich ist, dass Trainerassistenten die Einheit führen. Allerdings wirkte das Szenario etwas befremdlich: Während die Stimme des Co-Trainers lautstark zu hören war, er Anweisungen gab und den Kader anfeuerte, ging Sampaoli mit dem Ball am Fuß immer wieder von links nach rechts. Er sagte nichts, hielt dafür aber wieder eine Reihe Zettel in der Hand.

Argentiniens Verbandschef Claudio Tapia hat Berichte um das angeblich zerrüttete Verhältnis von Trainer Jorge Sampaoli zur Mannschaft und eine schwere Krise beim Fußball-Vizeweltmeister scharf verurteilt. „Vieles, was geschrieben wurde, ist gelogen“, sagte der 50-Jährige am Sonntagmittag im WM-Camp der sportlich schwer angeschlagenen Südamerikaner. Rekordnationalspieler Javier Mascherano sprach von „vielen Mythen, die hier erzeugt werden, die wir nicht erklären können“. Er gilt neben Superstar Lionel Messi als einflussreichster Spieler und Wortführer im Kader des zweimaligen Weltmeisters und betonte: „Die Beziehung zum Trainer ist völlig normal.“ Der Zeitpunkt der internen Krise ist denkbar schlecht. Nach der deutlichen Niederlage gegen Kroatien kann nur mit einem Sieg am Dienstag die Chance aufs Achtelfinale der WM in Russland gewahrt werden.