In der Diskussion um die One-Love-Kapitänsbinde bei der WM in Katar hat Thomas Hitzlsperger erneut deutliche Worte gefunden.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Vor dem Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Japan wurde erneut viel über das Verbot der One-Love-Kapitänsbinde diskutiert, die Manuel Neuer eigentlich tragen wollte. Der Weltverband Fifa hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) dies untersagt und mit Konsequenzen gedroht, sollte der deutsche Spielführer dennoch dieses Zeichen setzen. Wie genau diese Sanktionen aussehen könnten, ist allerdings unklar.

„Ich habe einen Hals auf die Fifa“, schimpfte vor der Partie gegen Japan Thomas Hitzlsperger in seiner Rolle als Experte der ARD. Der frühere Nationalspieler ergänzte: „Es ist unerträglich, was die sich rausnehmen.“ Beim Freundschaftsspiel in der vergangenen Woche im Oman habe man die Binde noch zugelassen, niemand habe sich daraufhin beim DFB gemeldet – bis jetzt, kurz vor den Auftaktspielen der Verbände, die dieses Zeichen setzen wollten. Die Fifa nutze es aus, meinte Hitzlsperger, dass sich die europäischen Verbände nicht einig sind.“

Auch der DFB-Präsident äußert sich

Der frühere Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart legte noch deutlich nach: „Die Fifa tut so, als würde sie dem Spiel dienen.“ Der Verband sei aber eine „desolate, disfunktionale Organisation“. Bernd Neuendorf, der Präsident des DFB, sagte, die Fifa arbeite „mit Einschüchterung, mit Druck“. Die Entscheidung, unter Androhung von Sanktionen auf die Binde zu verzichten, sei „unglaublich schwierig“ gewesen.

Man habe keine klare Ansage der Fifa zu möglichen Sanktionen bekommen, daher sei die Frage gewesen: „Welchen Risiken setzt man die Mannschaft oder einzelne Spieler aus?“ Sami Khedira, Weltmeister von 2014 und heute Berater des VfB-Vorstandes, kritisierte aber auch den deutschen Verband: „Der DFB hat es sich zu einfach gemacht und den Druck auf die Spieler erhöht. Die müssen das jetzt ausbaden, das ist nicht ok.“ Sein Credo: Der Verband hätte sich im Vorfeld absichern müssen.