Fußballer des TSV RSK Esslingen II Johannes Lipp, der Tor-Spieler
Der 25-jährige Johannes Lipp blickt auf seine „schöne Zeit“ als Keeper beim FCE zurück und will nun dem TSV RSK II mit seinen Treffern zum Aufstieg in die KLA verhelfen.
Der 25-jährige Johannes Lipp blickt auf seine „schöne Zeit“ als Keeper beim FCE zurück und will nun dem TSV RSK II mit seinen Treffern zum Aufstieg in die KLA verhelfen.
Noch vor einiger Zeit war Johannes Lipp der sichere Rückhalt zwischen den Pfosten, hütete das Tor des FC Esslingen und war maßgeblich am Durchmarsch des FCE von der Kreisliga A in die Verbandsliga beteiligt. Nun steht der 25-Jährige nicht mehr im eigenen Strafraum – sondern im gegnerischen. In der Kreisliga B 1 schoss er in der laufenden Saison für den TSV RSK Esslingen II neun Tore in zehn Ligaspielen.
Ein Positionswechsel, der sich sehen lassen kann, für Lipp aber nichts Neues ist. „Ich war auf der Torhüterposition schon immer besser, aber ich hatte auch einfach Spaß, auf dem Feld zu kicken. In der Jugend des TSV RSK habe ich jede Möglichkeit genutzt, um als Feldspieler aufzulaufen“, erzählt Lipp und ergänzt mit einem Lächeln: „Wenn ich im Tor stand, dann habe ich immer damit geliebäugelt, draußen zu spielen und wenn ich auf dem Feld stand, dann wollte ich wieder Torhüter sein. Am liebsten wäre ich zweimal auf dem Platz gestanden.“ Daher bezeichnet sich Lipp als „Torspieler“, der gerne beim Spielaufbau fußballerisch und kommunikativ unterstützt.
Lipps Weg führte über den TSV RSK Esslingen, wo er als „17-Jähriger meine ersten Partien bei den Erwachsenen vor allem im Tor machen durfte und dann Stammspieler im damaligen Bezirksligateam war“, zum FC Esslingen. „Ich hatte damals Angebote von Teams aus der Landesliga, auch eines aus der Verbandsliga war dabei, aber die Fahrtwege waren mir zu weit. Ich bin lokal verbunden und hatte dann Lust, bei der Entwicklung des FCE mitzuhelfen“, beschreibt der 25-Jährige seinen fußballerischen Werdegang. Mit den Esslingern war es ab der KLA ein stetig erfolgreicher Weg, den Lipp sich „so nicht erträumt hätte, der von außen erst einmal wie ein Rückschritt aussah. Aber es war eine extrem schöne Zeit, in der ich viel gelernt habe“.
Lediglich in der Landesliga- sowie in der vergangenen Verbandsliga-Saison kam Lipp dann zwischen den Pfosten nur noch in vereinzelten Partien zum Einsatz. „In der Bezirksliga gab es eine Saison, da wurde die WFV-Pokalrunde vor der Runde schon gespielt. Da waren wir dünn besetzt und ich habe als Spieler mitgewirkt“, sagt Lipp, der auch gerne auf seinen Einsatz im Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim zurückblickt.
Das Kapitel FCE endete für ihn nach der vergangenen Verbandsliga-Runde. „Ich wollte so lange bleiben, wie es sinnvoll ist und ich auch dem Verein weiterhelfen kann. Dann kamen Verletzungsprobleme am Handgelenk sowie eine Schulterverletzung und das Studium in Automobil- und Mobilitätswirtschaft dazu“, erklärt Lipp, warum die Reise beim FCE dann endete und ergänzt: „Ich glaube, dass ich neben dem Spielfeld noch eine wichtige Rolle hatte, aber es war für mich dann auch Zeit, den Platz für die Jüngeren zu räumen. Ich bin immer noch mit dem Verein und den Spielern, zum Beispiel mit Danis Dipa, verbunden, bin mega stolz, ein Teil davon gewesen zu sein und schaue auch gerne bei den Spielen vorbei.“ Und Lipp hofft und traut seinem Ex-Club auch zu, den Klassenverbleib in der Verbandsliga zu schaffen: „Ich halte menschlich und fußballerisch ganz viel vom Coach Dominik Eitel und kam immer super mit ihm aus. Das war ein guter Schritt, ihn zurückzuholen, und wenn der FCE es schafft, in der Liga zu bleiben, dann wird die Entwicklung auch wieder nach oben gehen.“
Augenscheinlich verfolgen wird Lipp daher die Entwicklung des FCE weiterhin, sein Aufgabengebiet verschiebt sich aber nun auf das Spielfeld in der B 1. „Für mich kam dann nur infrage, zum TSV RSK zurückzugehen“, erklärt Lipp. Und er hat mit dem Club noch viel vor: „Wir wollen aufsteigen. Ich glaube auch, dass wir das können, weil wir konstanter werden, eine gute Entwicklung hinlegen und weil die Trainingsbeteiligung gut ist.“ Sein Coach Nico Ebert rudert zumindest bei der Aufstiegsfrage etwas zurück: „Wir wollen gerne oben mitspielen, denn dafür ist der Kader qualitativ gut genug.“ Aber Ebert sagt auch: „Wir haben es uns bislang zu schwer gemacht.“ Damit spricht er die 2:4-Pleite gegen den Zweiten GFV Odyssia Esslingen, die 0:2-Niederlage gegen den Absteiger TSV Baltmannsweiler sowie das „unnötige“ 2:2-Remis bei der SG Eintracht Sirnau II an. Aber die Esslinger sind Dritter und haben nur drei Punkte Rückstand auf das Spitzenduo Odyssia sowie den Ersten TSVW Esslingen, gegen den der TSV RSK II mit 3:2 gewann.
Froh ist Ebert aber darüber, einen „super Typen“ wie Lipp im Team zu haben: „Er bringt viel Erfahrung mit, uns menschlich sowie fußballerisch weiter, gibt gute Ratschläge auf und neben dem Platz und ist hilfsbereit.“ In einem Spiel musste Lipp in dieser Saison dann aber doch zwischen die Pfosten. „Ein Keeper war rotgesperrt, der andere nicht da, da blieb uns leider nichts anderes übrig. Es ist beruhigend zu wissen, ihn als Backup zu haben, der in solchen Fällen auch einspringt“, sagt Ebert. Denn wenn es im gegnerischen oder eigenen Strafraum brennt, ist Lipp, der Tor-Spieler da – erzielt derzeit dann aber doch lieber selbst die Treffer.