Fußball – WFV-Pokal Tapfere Köngener belohnen sich nicht und verlieren klar

Gleich fällt das 1:0 für den Favoriten aus Göppingen: Nach einem Eckball bekommen die Köngener den Ball nicht geklärt. Foto: Herbert Rudel

Fußball-Landesligaaufsteiger TSV Köngen unterliegt in der 1. Runde des WFV-Pokals dem Regionalliga-Absteiger 1. Göppinger SV mit 0:4.

Ausgepumpt und erschöpft lag Max Schlotterbeck auf dem Rasen: „Anstrengend, das war anstrengend. Es ging alles so schnell und jeder Fehler wurde bestraft.“ Genau dies hatte sein Trainer Domenic Brück vorhergesagt und von einem „Bonusspiel mit Lerneffekt“ für sein junges Team nach der Bezirksligameisterschaft gesprochen. Der TSV Köngen unterlag dem zum Favoritenkreis der Oberliga zählenden 1. Göppinger SV in der 1. Runde des WFV-Pokals mit 0:4 (0:2). Das Resultat täuscht dabei aber ein wenig über den Spielverlauf vor allem in den ersten dreißig Minuten hinweg.

 

Wer erwartet hatte, dass die Fuchsgrubenkicker ängstlich auftreten würden, sah sich definitiv getäuscht. Das Team zog sich zwar weit zurück, setzte jedoch über die schnellen Simon Prinz, Yannik Kögler und Max Schlotterbeck auf Nadelstiche mit Kontern. Dieses Vorhaben ging zunächst auch auf, sodass die heimischen Zuschauer hoffnungsvoller wurden. Die ersten beiden großen Möglichkeiten verzeichnete jeweils Prinz, der nach vier Minuten mit einem Schuss an Göppingens Keeper Matthias Layer scheiterte und zwei Minuten später allein auf den GSV-Torwart zulief, ihn umkurvte und zum Abschluss kam, wobei Levin Steinbrenner den Schuss noch vor der Torlinie blockte.

Spiel kippt zugunsten der Göppinger

Nach diesem Beginn entwickelte sich die eigentlich erwartete Begegnung. Die Göppinger sicherten sich zusehends den Ballbesitz und drängten die Köngener in die Defensive zurück. Klare Chancen erarbeiteten sie sich aber nicht. Vielmehr fiel ihr Führungstreffer in der 21. Minute wie aus dem Nichts: Nach einer Ecke von Kevin Dicklhuber wurde es im Torraum unübersichtlich und Levin Steinbrenner nutzte dies aus, indem er den Ball aus kurzer Entfernung zum 0:1 einschob. Es war ein glücklicher Treffer. Die Köngener waren nicht sonderlich geschockt und kamen immer wieder gefährlich vor das Gäste-Tor. Prinz schoss nach 27 Minuten über das Gehäuse und Marcel Schmidts rettete nach der Chance von Yannik Kögler vor dem Tor gerade noch zur Ecke. „Wenn man solche Möglichkeiten in so einer Partie bekommt und nicht nutzt, darf man sich später nicht wundern“, fand Coach Brück. „Hier zeigte sich eben der Unterschied zwischen unseren jungen Akteuren und den abgezockten Göppingern. Das Spielglück war eben nicht auf unserer Seite.“ Ferner wies er darauf hin, dass die Oberliga-Saison der Gäste bereits kommende Woche beginnt und diese in der Vorbereitung deutlich weiter sind: „Unsere Beine wurden insbesondere in der zweiten Hälfte immer schwerer.“

Die Vorentscheidung fiel in der 40. Minute, als Adrian Freiwald nach einer Flanke von rechts ein wunderschöner Kopfballtreffer ins lange Eck gelang. Mit dem 0:2 ging es dann in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel verstärkte sich die Dominanz der Göppinger. Das Spiel gestaltete sich nun – trotz aller Bemühungen der Köngener – deutlich einseitiger. Die Göppinger ließen Ball und Gegner laufen und gegen den Ball arbeiten. Die Mannschaft von dem neuen Trainer Mario Klotz suchte nun die Entscheidung und kam in der 55. Minute zunächst durch Maximilian Ziesche auf Vorlage von Oguzhan Kececi aus kurzer Distanz zum 3:0.

In der 62. Minute machte der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Mergim Neziri mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 4:0 den Sack zu.

In der Folge gab es von beiden Seiten viele Anstrengungen zu einer Änderung des Ergebnisses. Richtig nennenswerte Möglichkeiten waren jedoch nicht mehr darunter – abgesehen von einem Dicklhuber-Freistoß in der 83. Minute, den Köngens Keeper Marc Vogelmann aus dem Winkel fischte. Die Moral der Kicker von der Fuchsgrube war bis zum Schlusspfiff intakt. Sie kämpften aufopferungsvoll zumindest um den Ehrentreffer, allein die Abseitsfalle der Göppinger unterband einige Aktionen und verhinderte so manche Angriffsaktion.

Göppingens Coach Klotz war mit dem Resultat „für jetzt zufrieden. Wir hatten uns gut auf die Köngener vorbereitet. Es war uns klar, dass sie tief stehen und auf Umschaltmomente bauen. Wir hatten in der Anfangsphase Glück, nicht in Rückstand zu geraten oder gar den Ausgleich zu kassieren“. Die Köngener waren erschöpft – und eher enttäuscht über die Niederlage als stolz auf ihre Leistung.

TSV Köngen: Vogelmann – Widmann, Fuchs, Schlotterbeck, Prinz, Herz (55. Hiller), Kimi Hindennach (55. Vrljicak), Lander, Brück, Hummel (71. Schadt), Kögler.

1. Göppinger SV: Layer – Frölich (60. Lekaj), Piljek, Steinbrenner, Kececi (69. Idehen), Schmidts (69. Ubabuike), Ziesche (60. Lübke), Selitaj (60. Neziri), Freiwald, Milisic, Dicklhuber.

Schiedsrichter: John Köber (Stuttgart).

Zuschauer: 400.

Tore: 0:1 Steinbrenner (21.), 0:2 Freiwald (40.), 0:3 Ziesche (55.), 0:4 Neziri (62.).

Beste Spieler: Fuchs, Schlotterbeck, Prinz, Lander / Steinbrenner, Milisic, Dicklhuber.

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