Aksentijevic muss nicht lange überlegen, um die Antworten zu liefern. Da sind zum einen seine familiäre Bindungen: Sein Cousin ist der serbische Generalkonsul in Stuttgart. Seine Ehefrau Jovana sieht gute Chancen, hier in ihrem Beruf als Zahnärztin zu arbeiten, seinen Kindern Sergej (5) und Ksenija (1) möchte er gute Perspektiven im Kindergarten und in der Schule bieten. Auch er selbst sieht seine berufliche Zukunft mit einem abgeschlossenen Finanzmanagement-Studium in Stuttgart.
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„Wenn es ihm ums Geld gegangen wäre, hätte er in Paris bleiben oder zum FC Barcelona wechseln müssen“, sagt Miroslav Augustinovic, Präsident und Mäzen des Stuttgarter Futsal Clubs, der den Keeper gemeinsam mit dem Strategieberater Micha Brüske („Ich bin der Hausmeister“) zu dem Treffen begleitet hat und übersetzt. Fünfstellige Monatsgehälter sind im Ausland in der Spitze möglich, Topstars wie der Portugiese Ricardinho oder der Brasilianer Falcao würden durch Werbeverträge mit Sportartikelunternehmen bis zu 1,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen, meinen die Experten.
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Torhüter sind nicht ganz so gefragt wie die spielenden Künstler unterm Hallendach. „Aber Miodrag ist eine eine Marke, er soll unserem Verein und dem Futsal in Deutschland allgemein zum Aufstieg verhelfen“, sagt Augustinovic. Der Stuttgarter Unternehmer (Bauwerkinstandsetzung, Fußbodensanierung) mit den kroatischen Wurzeln träumt davon, mit Hilfe des Star-Torwarts Geschichte zu schreiben: „Wir wollen der erste deutsche Futsal-Meister in der Bundesliga werden und uns für die Champions League qualifizieren.“
Die Chancen stehen gar nicht so schlecht: Vor dem mit Spannung erwarteten Derby gegen den TSV Weilimdorf (Samstag, 18.30 Uhr/Scharrena) steht sein Team, zu dem auch der ehemalige VfB- und Kickers-Profi Manuel Fischer zählt, nach vier Spieltagen vor dem Stadtrivalen an der Tabellenspitze.
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Schwieriger dürfte es werden, Futsal in Deutschland zu etablieren. Erst Ende 2015 beschloss das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), eine Futsal-Nationalmannschaft zu gründen. Woran es liegt, dass die bandenlose Spielart mit dem kleinen, sprungreduzierten Lederball, in der Grätschen nicht erlaubt ist, hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt? „Diese Straßenfußballmentalität, das Zocken, diese brillanten Ballzaubereien sind in anderen Ländern einfach verbreiteter“, glaubt Aksentijevic, der dem DFB die entscheidende Rolle zuschiebt: „Auch zur Entwicklung des Frauenfußballs hat der Verband viel beigetragen, so muss es auch im Futsal laufen.“
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Die im Sommer neu eingeführte Bundesliga – bisher hieß die höchste Spielklasse Regionalliga – ist ein weiterer Schritt zu mehr Professionalität. „Vieles liegt aber noch im Argen, wir in Stuttgart können unsere fünf Trainingseinheiten in der Woche immer erst ab 21.45 Uhr absolvieren“, ärgert sich Augustinovic über den geringen Stellenwert. Andererseits verspürt er schon einen Tick mehr Aufmerksamkeit für seinen Sport und seinen Verein.
Beim Derby am Samstag gegen den TSV Weilimdorf hat er gemeinsam mit Marketing-Koordinator Wolfram Bunz einige Aktionen auf die Beine gestellt – von Einlaufkindern bis hin zu Cheerleadern. Über tausend Zuschauer sollen es in der Scharrena werden. „Organisationstalent, Pünktlichkeit, Know-how, Fußballbegeisterung – Deutschland allgemein und Stuttgart speziell haben doch Topvoraussetzungen, auch zu einer Futsal-Hochburg zu werden“, sagt Aksentijevic, dem als Zugpferd eine entscheidende Rolle zukommt.