Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin unterstellt Deutschland vor den Bundestagswahlen aus „Erdoganfeindlichkeit politischen Profit“ schlagen zu wollen.

Istanbul - Die türkische Führung hat das Auftrittsverbot für Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Rande des G20 Gipfels in Hamburg scharf kritisiert. In Deutschland werde vor allem vor den Bundestagswahlen versucht, aus „Erdoganfeindlichkeit politischen Profit zu schlagen“, sagte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin am Montag in der Hauptstadt Ankara.

 

Auch wenn Erdogan davon abgehalten werde, sich mit türkischen Staatsbürgern in Deutschland zu treffen, könne das „Herzensband“ zu ihnen nicht zerrissen werden, fügte Kalin hinzu. „Wir werden an anderen Orten, zu verschiedenen Zeiten und auf unterschiedliche Weise auch weiterhin immer mit ihnen sein. Daran soll keiner zweifeln.“

Der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus warf Deutschland vor, Spannungen mit der Türkei zu schaffen. Das sei schon während der Kampagne fürs Referendum über ein Präsidialsystem so gewesen. „Leider nutzen manche deutschen Politiker die Türkeifeindlichkeit und vor allem die Erdoganfeindlichkeit als Mittel für ihre eigene Innenpolitik“, sagte er.

Erdogan wird an diesem Freitag als Teilnehmer des G20-Gipfels in Hamburg erwartet. Einen öffentlichen Auftritt des türkischen Präsidenten vor Landsleuten in Deutschland während dieser Reise hatte die Bundesregierung jedoch abgelehnt. Am Montag machte sie zudem klar, dass auch ein Auftritt in einem türkischen Konsulat nicht akzeptiert werde.