Gäubahnstrecke in Stuttgart Nach Schäden an S-Bahn – Bahn schränkt Betrieb weiter ein

Im Betriebswerk der Bahn in Plochingen werden die Räder der S-Bahn untersucht. Foto: DB AG/Michael Zörner

Die Ursachensuche für den Radverschleiß, der auf der Gäubahnstrecke auftrat, geht weiter. Der Takt für die Schnellbahnen nach Herrenberg wurde ausgedünnt.

Stuttgart - Nach Schäden an den Rädern der S-Bahn, die bei Routineuntersuchungen vergangene Woche festgestellt wurden und zur Sperrung der Gäubahnstrecke für S-Bahn-Züge führten, hat die Deutsche Bahn AG den Betrieb weiter eingeschränkt. So wurde der Takt der S-Bahn auf der Strecke nach Böblingen/Herrenberg von 15 auf 30 Minuten gelängt. Nicht nur darüber beschweren sich Fahrgäste, auch die Informationen über Änderungen erfolgen in den einschlägigen Apps stark verzögert.

 

Der erhöhte Radprofilverschleiß trifft offenbar nicht nur die Züge der neuesten Baureihe 430, auch die Vorgängerversion 423, mit der während der Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke die Linie 15 zwischen Bietigheim-Bissingen und Stuttgart-Vaihingen über die Gäubahngleise eingerichtet wurde, zeige „Unregelmäßigkeiten“. Das sagt Jürgen Wurmthaler, der Verkehrsdirektor des Verbands Region Stuttgart (VRS), der für die S-Bahn zuständig ist.

Ursache noch unklar

Man arbeite „mit Hochdruck daran, die betroffenen Fahrzeuge schnell wieder zur Verfügung zu stellen“, so eine Bahn-Sprecherin. Neben den Zügen sei auch die Infrastruktur in die Ursachenforschung „gleichermaßen einbezogen“. Was zum erhöhten Radverschleiß geführt hat, ist nach wie vor ungeklärt, die Untersuchungen seien nicht abgeschlossen. Aus anderen Regionen, in denen auch der Typ 430 eingesetzt wird, gebe es keine Hinweise auf ähnliche Probleme.

Auf der Gäubahn setzt die Bahn AG zur Umfahrung der Stammstrecke zwischen dem Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen Doppelstockzüge im Pendelverkehr ein, seit Mittwoch nicht mehr im Stunden-, sondern Halbstundentakt. Auch diese Fahrzeuge würden engmaschig überprüft.

Der Notbetrieb nimmt für S-Bahn-Reisende den Zustand nach der Inbetriebnahme des Bahnprojekts Stuttgart 21 vorweg. Weil die Strecke von der Stadtmitte abgehängt wird, wird dann kein Zug mehr von der City nach Vaihingen fahren können.

Neue Planung für 2022?

„Wir haben jetzt den Ersatzverkehr des Ersatzverkehrs, sind mit der Situation absolut unzufrieden und würden uns mehr Züge wünschen“, sagt Wurmthaler. Für die Wende der S-Bahn-Züge im Bahnhof Stuttgart-Vaihingen seien sieben Minuten nötig, und weil zwischen Vaihingen und dem Halt Österfeld sowie im Tunnel gearbeitet wird, müssen auch Logistikzüge den Bahnhof durchfahren. Konsequenz sei der 30-Minuten-Takt für die S 1. Die Fahrgastinformation sei schleppend erfolgt, „auch da sind wir nicht hundertprozentig zufrieden“. Womöglich könne kommende Woche wieder eine Flughafen-Frühanbindung hergestellt und der Anschluss des Doppelstockzugs auf die S-Bahn in Vaihingen verbessert werden.

Spätestens am 13. September um 4 Uhr soll mit der Wiederaufnahme des Betriebs auf der Stammstrecke die Misere beendet sein. Weil der Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Österfeld aber auch 2022 und 2023 saniert und auf der Strecke ein neues Zugsteuerungssystem vorbereitet wird, muss für diese Jahre der Ersatzverkehr geklärt werden. „Wir hoffen auf die Ergebnisse der Experten der DB Regio“, so Wurmthaler.

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