Gala in der Champions League Warum Erling Haaland ein Phänomen ist

Doppelpack in Sevilla: Erling Haaland von Borussia Dortmund. Foto: dpa/Daniel Gonzalez Acuna

Der Starstürmer von Borussia Dortmund nutzt die Champions League als große Bühne – umso größer ist seine Sorge, dort nächste Saison keine Hauptrolle mehr spielen zu dürfen.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Sevilla/Dortmund - Der Tipp des Kollegen war gut gemeint: Er riet uns, den angekündigten Kommentar über Erling Haaland doch unter dem Arbeitstitel „Warum der BVB-Stürmer überbewertet ist“ zu schreiben. Klar, ein solcher Text hätte viel Aufmerksamkeit und entsprechende Klickzahlen gebracht, stand aber trotzdem nie zur Debatte. Weil uns die Argumente gefehlt hätten.

 

Haaland überbewertet? Da könnte man auch behaupten, Lionel Messi wäre unterbezahlt. Der 20-jährige Norweger ist neben Kylian Mbappé (22) von Paris Saint-Germain das größte Zukunftsversprechen des Fußballs. Und er liefert auch schon in der Gegenwart. Beim 3:2-Sieg von Borussia Dortmund im Hinspiel des Achtelfinals der Champions League in Sevilla war Haaland der überragende Mann.

Mit seiner Wucht, seiner Zweikampf- und Willensstärke, seinem Tempo und seinen Abschlussqualitäten führte er nicht nur sein Team an, er liegt nun auch in der einen oder anderen Statistik vorne. Der Angreifer erzielte in seinen 13 Partien in der Königsklasse für Borussia Dortmund und RB Salzburg 18 Treffer, darunter sechs Doppelpacks (einen davon am Mittwoch in Sevilla) – das hat keiner vor ihm geschafft. Und mit acht Toren im laufenden Wettbewerb ist er ebenfalls die Nummer eins. Keine Frage: Der Spitzname „Phänomen“, der ihm so gerne zugeschrieben wird, passt perfekt zu Haaland (1,94 m/88 kg). Zumal er auch abseits des Spielfeldes eine ziemlich gute Figur abgibt.

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Der Norweger wollte in Sevilla nicht groß über seine Galavorstellung sprechen, er dachte schon weiter. An den nächsten Gegner in der Bundesliga – den FC Schalke 04. Das Revierderby beim Schlusslicht steigt an diesem Samstag (18.30 Uhr), und es ist eminent wichtig. „Wir müssen die positive Einstellung aus Sevilla mit ins Spiel nehmen“, meinte Haaland, „wir müssen gewinnen!“ Ein bisschen hat er dabei womöglich auch an sich selbst gedacht.

Die Ausstiegsklausel greift noch nicht

Im Gegensatz zu Mbappé, der mit Frankreich 2018 Weltmeister wurde, gibt es für Haaland nicht die Chance, mit seinem Nationalteam Erfolge zu feiern. Seine große Bühne ist die Champions League, weshalb er mit Sorge sieht, dass sein Verein nächste Saison dort womöglich nicht mehr mitspielen darf.

An Interessenten, die ihn im Sommer haben wollen, fehlt es nicht – gerüchtehalber existiert kein großer Club in Europa, der noch nicht bei Haalands findigem Berater Mino Raiola vorstellig geworden ist. Weil die Ausstiegsklausel, die 75 Millionen Euro betragen soll, allerdings offenbar erst 2022 greift und Borussia Dortmund fest entschlossen zu sein scheint, seinen wichtigsten Spieler nicht vorher gehen zu lassen, ist es für Haaland umso wichtiger, den BVB wieder in die Champions League zu schießen. Einfach wird das allerdings nicht.

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Borussia Dortmund spielt eine miserable Saison, liegt als Tabellensechster schon sechs Punkte hinter Eintracht Frankfurt (3.) und dem VfL Wolfsburg (4.). Andererseits verfügt das Team aber natürlich über genügend Potenzial, um selbst diesen Rückstand aufzuholen. Vor allem dank eines jungen Spielers, der so außergewöhnlich ist, dass er völlig zurecht „Phänomen“ genannt wird.

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