Galerie Bovistra Sinnliche Körper in ästhetischen Posen

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Die Galerie Bovistra existiert seit drei Jahren. Zu sehen sind dort gelegentlich auch unbekleidete Männer.

Ralf Wehrle und Uwe Frank sind Fotografen und seit drei Jahren Galeristen Foto: Martin Stollberg
Ralf Wehrle und Uwe Frank sind Fotografen und seit drei Jahren Galeristen Foto: Martin Stollberg

S-West - Männerkörper haben es Ralf Wehrle und Uwe Frank angetan. Durchtrainierte Körper in sinnlichen Posen, teilweise ohne Gesichter – so sind die Männer auf den Fotografien von Wehrle und Frank zu sehen. Die Motive bewegen sich zwischen reiner Aktfotografie und erotischer Fotografie. Seit zehn Jahren veröffentlichen die Profifotografen ihre Männerkalender. Auszüge daraus sind derzeit in ihrer Galerie Bovistra in der Ludwigstraße im Stuttgarter Westen zu sehen. „Masculine“ lautet der Titel der Ausstellung. Ergänzt werden die Fotografien mit den Mensch-Maschine-Skulpturen des Künstlers Ümit Aslim. Ein Stilmittel Ümits ist die Darstellung der Verschmelzung von Mensch und Maschine.

Vor drei Jahren haben die beiden gebürtigen Schwarzwälder in Stuttgart ihre eigene Galerie eröffnet. „Die Wahl fiel zwischen Stuttgart und Zürich“, erzählt Uwe Frank. In beiden Städten hatten sie Bekannte und Kontakte zur Kunstszene. „Als wir eines Tages vor dem Kubus standen, war für uns intuitiv klar, dass unsere Galerie in Stuttgart sein soll“, sagt sein Partner Ralf Wehrle.

Einmal im Jahr präsentieren sie ihre eigenen Werke

Am 8. Dezember 2009 haben die beiden ihre Galerie eröffnet. Seitdem hatten sie dort 13 verschiedene Ausstellungen mit Malern und Fotografen, die immer alle zwei bis drei Monate wechseln. Einmal im Jahr präsentieren die beiden Fotografen ihre eigenen Werke. Diese drehen sich immer und immer wieder um die Fotografie männlicher Akte. Bereits früh haben sich die beiden damit einen Namen gemacht, ein Kieler Verlag kam deshalb vor einigen Jahren auf Wehrle und Frank zu. Seitdem erscheint jedes Jahr ihr Männerkalender in vier verschiedenen Varianten.

Fotografiert wird in Schwarz-Weiß, konsequenterweise heißt ihr Fotostudio in ihrer Heimatstadt Villingen-Schwenningen Black & White. Auch dort konzentrieren sich die Männer auf Männer. „Frauen überlassen wir anderen Fotografen“, sagt Frank. Als Profi könne man selbstverständlich auch Frauen gut fotografieren. Das wollen die beiden aber nicht. Vielleicht, weil schwule Männer einen anderen Blick auf Männer haben. „Es hängt immer davon ab, was ein Fotograf persönlich empfindet“, ist Franks Meinung.

Bei den Ausstellungen anderer Künstler achten die Partner allerdings auf andere Dinge als auf die Männlichkeit: „Wir suchen Künstler, die noch nicht so einen großen Namen haben“, erklärt Ralf Wehrle die Auswahlkriterien für die Galerie. Sie wollen jungen Künstlern eine Chance geben. „Damit gehen wir zwar ein Risiko ein, aber ohne kann man auch nicht punkten“, lautet Wehrles Auffassung.

Heimische Künstler ziehen ein größeres Publikum an

Eine strikte Linie haben sich die beiden jedoch nicht vorgeschrieben. „Was uns gefällt, was spannend ist, das kommt rein“, sagt Uwe Frank. Teilweise suchen sie ihre Künstler in der Region Stuttgart, aber auch in anderen Städten wie Berlin halten sie immer wieder Ausschau nach interessanten Newcomern. Heimische Künstler ziehen jedoch häufig ein größeres Publikum an, ist der Eindruck der beiden Galeristen. So hat deshalb der Villinger Künstler Christian Herr schon zweimal in der Galerie Bovistra ausgestellt. Der Schwarzwälder, der aus der Heimatstadt von Wehrle und Frank kommt, konzentriert sich bevorzugt auf Skulpturen und Plastiken. Seine Ausstellung „Wo die wilden Kerle leben“ präsentierte der Künstler im ersten Jahr des Galeriebetriebs. Sie lockte viele Kunstinteressierte an. Deshalb durfte Herr im zweiten Jahr seine Ausstellung „…man spricht Deutsch“ zeigen. Ein bekannter Künstler steigere auch die Erwartung bei den Besuchern, meint Frank. „Man kennt ihn und fragt sich, hoppla, was bringt er jetzt.“

Neben besonderen Künstlern suchen die beiden aber auch immer wieder nach speziellen Veranstaltungsarten. „Ein Künstler grillt“ war einst so ein Thema. Dazu öffneten die Galeristen die Türen zu ihrem malerischen Hinterhof, wo der Künstler die Gäste mit Würstchen versorgte. Der Mühlacker Künstler Paul Revellio hatte die Idee, für die Besucher Flammkuchen backen. Aber der Regen machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Für ein volles Haus sorgte er trotzdem, fast die ganze Ausstellung wurde verkauft.

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