Galerie des Gruselkinos Wenn die Mumie erwacht

Kaum wiederzuerkennen: Christopher Lee wurde 1959 für „Die Rache der Pharaonen“ zur Mumie. Foto: imago images/Ronald Grant/Mary Evans Picture Library

Archäologisch hat Ägypten gerade Aufregendes zu bieten. Eine gute Gelegenheit, an seine ältesten Kinobotschafter zu erinnern. Unsere Bildergalerie führt durch den Mumiengrusel.

Stuttgart - Keine Frage, es wäre eine gute Woche, um sich mal ein paar tiefschürfende Werke zur altägyptischen Geschichte auf den Nachttisch zu legen. Gerade sind in Kairo in einer opulent inszenierten Show entlang der Nil-Corniche 22 Mumien aus dem Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz ins neue „Nationalmuseum für ägyptische Zivilisation“ überführt worden.

 

Die „Goldene Pharaonenparade“ hat das Tourismus- und Antikenministerium diese Aktion getauft, die man auf Youtube nacherleben kann. Auf eigens angefertigten Fahrzeugen, modernen Varianten von Totenbarken, wurden die Überreste einstiger Herrscherinnen und Herrscher an ihre neue Ruhestätte verbracht, schwere Feldgeschütze der ägyptischen Armee feuerten Salut. Und nun melden die Agenturen einen Sensationsfund. Archäologen haben bei Ausgrabungen im ägyptischen Luxor eine 3000 Jahre alte Stadt entdeckt, die größte, die jemals in Ägypten gefunden wurde. Sie stammt aus der Zeit des Königs Amenophis III., der von etwa 1391 bis 1353 v. Chr. herrschte.

Klassiker des Kinogrusels

Aber dem seriösen Griff zum Geschichtsbuch kommt ein unseriöser Impuls in die Quere. Hören Filmfreunde das Wort Mumie, fällt es ihnen schwer, an stille Reste im Sarkophag zu denken. Sie sehen sofort bandagierte Gestalten vor sich, die sich rühren, durch Grüfte, Wüstensand, Museen und nächtliche Stadtstraßen stapfen, und ihren Entdeckern – nicht immer freundlich – auf die Schulter klopfen. Im Kino leben die Einbalsamierten schon lange das Versprechen der Auferstehung aus. Kaum aufgewacht, streben sie oft schon wieder nach Thron und Untertanen. Die Heutigen müssen ihnen dann klar machen, dass sie da falsch gewickelt sind.

Man könnte also als Appetithappen einen Mumienfilm schauen, bevor man zum Buch greift. Schließlich haben Generationen vor uns ihr Interesse an altägyptischer Kultur nicht zuletzt bei Gruselstunden im Kino entwickelt. In unserer Bildergalerie stellen wir die Geschichte des Mumien-Horrors kurz vor. Wer sich vor stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Bildern hie und schamlosem Kitsch da nicht fürchtet, ist herzlich eingeladen.

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