Galerie in Bad Cannstatt Das Kunsthöfle wird 90 – so blicken die Macher in die Zukunft

Frederick Bunsen, Professor Roy Tomlinson, Heike Renz und Martin R. Handschuh (von links) bei einer Ausstellung des Kunsthöfle. Foto: Moritz Dümmel

Die renommierte Galerie Kunsthöfle feiert ein besonderes Jubiläum im Amtsgericht Bad Cannstatt. Was macht sie so erfolgreich?

Lokales: Iris Frey (if)

Die Galerie Kunsthöfle zählt zu den ältesten Galerien in Stuttgart. Unter dem Motto „Kunst trägt Zeit“ feiert die traditionsreiche Kultureinrichtung am 29. März ihr Jubiläum im Amtsgericht Bad Cannstatt. Die Galerie Kunsthöfle hat im Laufe ihres Lebens als Verein viel erlebt: Freudiges und tragische Momente. Nun hat der Verein Grund zu feiern.

 

Lange Zeit wurden der Verein und seine künstlerischen Aktivitäten von Irene Schmid getragen. Die ehemalige Leiterin ist im März vergangenen Jahres im hohen Alter von 97 Jahren gestorben. Sie hatte das Kunsthöfle von 1988 bis 2010 maßgeblich geprägt. Ein weiteres Urgestein war ihr Nachfolger im Amt, von 2010 bis 2023, der Herrenberger Kunsthistoriker Helge Bathelt. Er hatte bereits zuvor das Kulturleben mit vielen Vorträgen bereichert. Im Juli 2023, mittlerweile Ehrenvorsitzender des Vereins, starb er im Alter von 75 Jahren überraschend.

Geglückter Generationenwechsel im Jahr 2023

Helge Bathelt mit Frederick Bunsen bei einer Ausstellung 2014. (Archivbild) Foto: Iris Frey

Seit Frühjahr 2023 führt Heike Renz den Vorsitz und freut sich über einen Vorstand mit sieben engagierten Mitgliedern, darunter Professor Frederik Bunsen als zweiter Vorsitzender des Vereins. Der Erfolg jetzt: „Viele Mitglieder unterstützen uns kontinuierlich und tragen so zum Gelingen unserer Projekte bei“, so Renz. Alles in allem sei der Verein sehr gewachsen, getragen von aktiven Mitgliedern, die mithelfen und Ideen einbringen. „Ich bin überzeugt, dass dies die beste Art ist, wie Kunstvereine heutzutage leben und erfolgreich sein können.“

Die Ausstellungsräume: das Foyer im Amtsgericht Bad Cannstatt. Foto: Iris Frey

Stolz sei der Verein auf den langjährigen Kultur-Austausch mit Ungarn: „Letztes Jahr besuchte uns eine ganze Delegation, darunter der stellvertretende Bürgermeister von Újbuda, der Kulturattaché Richard Barabas und der bekannte Fotograf Georgy Gatti.“ Renz hat auch Kontakte nach Frankreich geknüpft: „Zudem wurden wir zum zweiten Mal in den Pavillon Josephine in Straßburg eingeladen.“ Und französische Künstler kommen nach Bad Cannstatt.

Jubiläumsausstellung im Amtsgericht Bad Cannstatt

Insgesamt zählt das Kunsthöfle nun 75 Mitglieder, unter den vier Neuzugängen ist Monika Plattner, die Vorsitzende des Bundes Bildender Künstlerinnen Stuttgart.

Helge Bathelt hat 2023 im letzten Interview mit dieser Zeitung erklärt: „Heike Renz muss ich nichts wünschen, außer alles Gute, denn sie wird mit ihrem Team an der Verjüngung des Kunsthöfle weiter wirken, hat sich einen Austausch mit anderen Kunstvereinen vorgenommen, wird aber auch den Wirklichkeitssinn der Mitglieder zu schärfen versuchen und sie stärker in die wirtschaftliche Entwicklung einbeziehen.“ Seit diesem Jahr arbeitet das Kunsthöfle auch mit dem Verband Bildender Künstlerinnen und Künstler Baden-Württemberg zusammen. In der Jubiläumsausstellung, die am 29. März um 15.30 Uhr im Amtsgericht Bad Cannstatt, Badstraße 23, mit Musik und Einführungen eröffnet wird, stellen langjährige Mitglieder aus.

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