Das Kunsthöfle in Bad Cannstatt zählt zu Stuttgarts ältesten Galerien. Bei der Eröffnung der Jubiläumsausstellung machte eine der am längsten mitwirkenden Künstlerinnen eine Entdeckung.
„Kunst trägt Zeit“ lautet der Titel der neuen Ausstellung zum 90. Geburtstag der Galerie Kunsthöfle, die mit großem Besucherinteresse im Amtsgericht Bad Cannstatt gestartet ist. Mit dabei sind auch einige Urgesteine, die am längsten tätigen Künstlerinnen und Künstler. Darunter Margitta Sieber aus Ludwigsburg. Sie kannte noch den früheren Leiter des Kunsthöfle aus den 1970er Jahren, Hermann Geiger. Und die aktuelle Vorsitzende des Kunsthöfle, Heike Renz, brachte nun zum Jubiläum zwei Fotoalben von Hermann Geiger aus dem Nachlass des verstorbenen Ehren-Vorsitzenden Helge Bathelt mit.
Die 83-jährige Sieber blätterte in den Alben und erinnerte sich begeistert. Sie beschrieb Hermann Geiger als einen „tollen Künstler, der sehr humorvoll war“. Wie der Blick in die Alben zeigt, haben sie viel gemeinsam gezeichnet, jedes der Mitglieder hat etwas beigetragen. „Er hat mit uns Ausflüge gemacht.“ Und genau da entdeckt sie ein Bild von 1971. Bei einem Ausflug der Gruppe hat sie ihren Sohn im Tragesitz auf dem Rücken dabei.
Viele Künstler sind seit Jahrzehnten beim Kunsthöfle dabei, welches 1936 als Freilichtgalerie von Hermann Metzger, Erich Schlenker und Eugen Mertz gegründet wurde. Nach Geigers Regie übernahm 1973 Willy Wiedmann die Leitung, danach Irene Schmid und ab 2010 Helge Bathelt. „Seit 2023 gibt es uns als Team“, sagte Heike Renz bei der Eröffnung. Generationen von Künstlern hätten hier gearbeitet, gedacht, gesucht und gefunden.
Künstlerische Positionen aus drei verschiedenen Zeiten
Die verschiedenen künstlerischen Positionen aus jeweils drei unterschiedlichen Zeiten der langjährigen Mitglieder sind jetzt in der Ausstellung im Amtsgericht zu sehen. Wie Bilder Raum und Zeit darstellen und erfahrbar machen, das beschrieb Laudator Ralf Michael Fischer. Für die treffenden musikalischen Elemente sorgten Frank Eiseles Akkordeonklänge in der Erinnerung, dass Kunst auch Chronik sein kann, wie etwa bei Hermann Metzger, dem malenden Chronisten von Cannstatt.
Die Ausstellung im Amtsgericht, Badstraße 23, ist noch bis 16. Mai zu sehen. Informationen unter: www.kunsthoefle.com