Ganztagsbetreuung an Grundschulen Kabinett macht Weg für zusätzliche Finanzhilfen frei

Der Beschluss vom Mittwoch sieht vor, das bereits bestehende Sondervermögen von zwei Milliarden Euro mit zusätzlichen Bundesmitteln aufzustocken (Archivbild). Foto: dpa/Uwe Anspach
Der Beschluss vom Mittwoch sieht vor, das bereits bestehende Sondervermögen von zwei Milliarden Euro mit zusätzlichen Bundesmitteln aufzustocken (Archivbild). Foto: dpa/Uwe Anspach

Bis zu 1,5 Milliarden Euro mehr sollen in den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen investiert werden. Insgesamt stehen den Ländern dann 3,5 Milliarden Euro zu Verfügung.

Berlin - Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Weg für zusätzliche Mittel zum Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen frei gemacht. Der Beschluss sieht vor, das bereits bestehende sogenannte Sondervermögen von zwei Milliarden Euro mit zusätzlichen Bundesmitteln in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. Damit werden den Ländern insgesamt 3,5 Milliarden Euro an Finanzhilfen zu Verfügung gestellt.

Die Länder können die ersten 750 Millionen Euro bereits in diesem Jahr für Planungs- und Ausbaukosten verwenden, um die Schaffung zusätzlicher Ganztagsplätze zu beschleunigen. Im Koalitionsvertrag ist ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2025 vereinbart. Ziel ist es, fünf Tage die Woche jeweils eine achtstündige Ganztagsbetreuung anzubieten, einschließlich eines verlässlichen Mittagsangebots und der Möglichkeit einer Ferienbetreuung.

Giffey: Bedarf liegt bei 75 bis 80 Prozent

Etwa die Hälfte aller Grundschulkinder nutzt nach Angaben der Bundesregierung bereits ein Ganztagsangebot. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) schätzt den Bedarf allerdings auf 75 bis 80 Prozent, diese Lücke solle nun geschlossen werden. Gerade während der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, wie wichtig Betreuungsangebote auch am Nachmittag seien, so Giffey. 

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Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) erklärte: „Mit zusätzlichen 1,5 Milliarden Euro verbessern wir die Bildungschancen von Kindern und unterstützen Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Mit dem Kabinettsbeschluss würden insbesondere auch die Frauen gestärkt, die oftmals die Hauptverantwortung für die Kinderbetreuung übernehmen. Migrantinnen erhielten durch den Ausbau der Betreuungsangebote mehr Möglichkeiten für Sprachkurse oder berufliche Weiterbildungsmaßnahmen, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.




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