Das historische Gebäude auf der Dornhalde in Degerloch soll saniert werden. Ein Verein hat dazu Ideen entwickelt.

Spaziergänger haben es sich am Samstagmittag auf dem Bänkchen neben dem Garnisonsschützenhaus auf der Dornhalde bequem gemacht und genießen die Sonne. Unweit von ihnen steht der 2020 instandgesetzte Schuppen des historischen Gebäudeensembles. Das Schützenhaus und das nebenstehende Wachhaus sind sichtlich sanierungsbedürftig. Schon 2014 hat sich die erste Initiative gegründet, um für Erhaltung und Umnutzung der Anlage aus dem 19. Jahrhundert zu sorgen. 2016 mündete sie in den Verein „Garnisonsschützenhaus Raum für Stille“. Die Vision: Das im Schweizerhaus-Stil errichtete Gebäude mit seinen Holzschnitzereien und das gesamte Gelände, wo während der NS-Diktatur auch Erschießungen stattfanden, soll ein Ort der Begegnung werden, ein Ort des Gedenkens an die Opfer von Kriegen, der auch Raum für Ausstellungen bietet. Er soll für Trauergesellschaften geöffnet werden, aber auch für alle Bürger, begrenzter Cafébetrieb auf ehrenamtlicher Basis inklusive.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Garnisonsschützenhaus vor ungewisser Zukunft

Bis zur Umsetzung dieser Ideen wird noch etwas Zeit ins Land gehen. „Wir sind wirklich froh, dass wir jetzt den Vorprojektbeschluss vorlegen können“, betont Melanie Müller vom Liegenschaftsamt Stuttgart im Zuge der Bezirksbeiratssitzung in Degerloch. Das baurechtliche Verfahren wird voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen. Es betrifft zunächst die denkmalgerechte Sanierung des Garnisonsschützenhauses samt Schreibwerkstatt im Umfang von 1,95 Millionen Euro. In das Wohn- und Wachhaus sollen gleichzeitig zunächst 68 000 Euro investiert werden, um es so lange in Schuss zu halten, bis – etwa fünf Jahre später – ein zweiter Bauabschnitt in Angriff genommen werden kann, der die Sanierung dieses Gebäudes für 870 000 Euro vorsieht.

Das denkmalgeschützte Gebäude liegt im Landschaftsschutzgebiet

Die ersten Maßnahmen sollen bis zum Winter 2024 abgeschlossen sein. Man habe bei der Planung versucht, beide Abschnitte möglichst in einem Projekt zusammenzuhalten, so Müller. Wie genau die Gebäude genutzt werden könnten, lasse sich aufgrund der komplexen baurechtlichen Situation erst im Zuge des Genehmigungsverfahrens festlegen, betont sie. Neben dem Denkmalschutz muss auch die Lage im Landschaftsschutzgebiet berücksichtigt werden. Müller versichert allerdings, das Nutzungskonzept, dass der Verein erarbeitet habe, werde vom Liegenschaftsamt herangezogen. Im Sinne der Gemeinnützigkeit wird eine Nutzung durch Schulen, Kindergärten, Vereine, Bürgerinnen und Bürger angestrebt.

Vom Bezirksbeirat wurde der Vorprojektbeschluss einstimmig begrüßt. Ebenfalls geschlossen votierte das Gremium dafür, den zweiten Bauabschnitt möglichst zeitnah anzugehen.