Ein Igelfreundlicher Garten rettet Leben. Wie man den Igeln im Sommer hilft, sie gut durch den Herbst bringt und was beim Fund eines kranken Igels zu tun ist, gibt es hier.
Der Igel gehört zu den beliebtesten Wildtieren in den Gärten – doch sein Lebensraum wird immer knapper. Monotone Gartenbepflanzung, versiegelte Böden und geschlossene Gartenzäune machen es dem stacheligen Insektenfresser schwer, Nahrung und Schutz zu finden. Mit ein paar einfachen Änderungen kann man den eigenen Garten leicht in ein kleines Igelparadies verwandeln und den Igel so das gesamte Jahr über unterstützen.
So wird der Garten im Sommer igelfreundlich
Wer den kleinen Gartenbewohnern dabei helfen möchte, stressfrei und gesund durch alle Jahreszeiten zu kommen, kann dies durch ein paar einfache Änderungen im Garten tun. Darunter:
Insekten fördern durch naturnahe Bepflanzung
Ein gesunder Gartenboden mit einer vielfältigen Bepflanzung ist die Grundlage für ein reiches Insektenangebot und somit gleichzeitig auch die Grundvoraussetzung für das natürliche Nahrungsangebot der Igel. Wer auf Pestizide verzichtet und für unterschiedliche Pflanzen sorgt, die Insekten besonders anlocken, wie Wiesensalbei oder die Wilde Möhre, sorgt automatisch für mehr Igelfutter im Garten.
Wasserstellen schaffen
Gerade im heißen Sommer sind Wasserquellen für die Igel überlebenswichtig. Flache Wasserschalen helfen nicht nur den Igeln, sondern auch allen anderen tierischen Gartenbesuchern. Wichtig: täglich säubern, an einem schattigen und ruhigen Ort aufstellen und sicherstellen, dass auch nachts genügend Wasser vorhanden ist.
Richtiges Zufüttern im Notfall
Wer für eine Insektenvielfalt im Garten sorgt, muss im Normalfall nicht für zusätzliches Igelfutter aufkommen. Bei großer Trockenheit oder wenn ein Igel besonders abgemagert ist, kann dem Igel hochwertiges Katzenfutter bereitgestellt werden. Wichtig ist es hier darauf zu achten, dass im Futter kein Fisch enthalten ist. Milch dürfen Igel ebenfalls niemals bekommen.
Durchgänge im Zaun offenlassen
Igel sind besonders wanderfreudige Tiere. Um ihnen die Wanderung von Garten zu Garten zu erleichtern, sollte man im Gartenzaun kleine Durchschlupflöcher (zirca zehn mal zehn Zentimeter) frei lassen, damit die Igel problemlos von Garten zu Garten kommen können.
Verstecke und Unterschlupf anbieten
Laubhaufen, Reisig oder Igelhäuser an ruhigen, schattigen Gartenecken bieten den Igeln einen sicheren Rückzugsort – sowohl bei Tag als auch bei Nacht.
Unfälle vermeiden
Hohes Gras muss unbedingt vor dem Rasenmähen nach Igeln oder anderen kleinen Tieren abgesucht werden, um Unfälle zu vermeiden.
Was tun, wenn man einen geschwächten Igel findet?
Nicht jeder gefundene Igel braucht Hilfe – aber es gibt Ausnahmen. Alarmzeichen sind Igel, die:
- Tagsüber aktiv sind
- Sichtbare Verletzungen haben
- Fliegeneier oder Maden auf sich haben
- Apathisches Verhalten aufweisen
- Starkes Untergewicht haben (im Sommer unter 300 Gramm, im Winter unter 500 Gramm)
In diesen Fällen heißt es: erste Hilfe leisten:
- Den Igel vorsichtig, am besten mit Gartenhandschuhen, in einen Karton mit einem Handtuch und Luftlöchern setzen.
- Dem Igel im Karton ein Schälchen lauwarmes Wasser bereitstellen.
- Umgehend eine Igelstation, einen Tierarzt oder den örtlichen Tierschutz kontaktieren.
Wichtig: Kein Füttern und keine Eigenbehandlung ohne Absprache.
Vorbereitungen für den Herbst treffen
Im Herbst gilt es, den Igeln gute Bedingungen für den Winterschlaf zu bieten. Am Sommerende ist es Ratsam, Totholz und Laub einfach liegen zu lassen – sie bieten perfekte Verstecke für die kleinen Tiere. Wer seinen Garten gerne ordentlicher überwintern lassen möchte, kann stattdessen auch ein Igelhaus aufstellen, das wind- und regengeschützt steht, und mit trockenem Laub befüllt ist. Auf Gartenarbeiten sollte ebenfalls verzichtet werden, Geräte wie Laubbläser und -sauger oder Ähnliches gefährden versteckte Igel. Wer in den kalten Monaten einen kleinen Igel findet, der weniger als 500 Gramm wiegt, sollte sich ebenfalls an eine Igelstation wenden.
Ein igelfreundlicher Garten ist keine Wissenschaft, sondern ein Gewinn für Mensch, Tier und Natur. Mit etwas Umsicht, naturnaher Gestaltung und Offenheit für Wildtiere kann man es den stachligen Gartenbesuchern gemütlich machen und dafür sorgen, dass die Igel alle Jahreszeiten stressfrei überstehen.