Der Weg zum eigenen Garten Balsam für die Seele

Von Ann-Kathrin Schröppel 

Für viele Deutsche bleibt der eigenen Garten ein unerfüllter Traum. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich im Grünen auszutoben. Drei Erfahrungsberichte zeigen unterschiedliche Gartenarten.

Ein eigener Garten kann ein geruhsamer Rückzugsort sein. Foto: dpa
Ein eigener Garten kann ein geruhsamer Rückzugsort sein. Foto: dpa

Stuttgart - War ein eigener Garten mit Beeten in schlechten Zeiten notwendig, um die Selbstversorgung mit frischem Gemüse und Obst sicherzustellen, bietet ein Gartengrundstück heutzutage die Möglichkeit, unterschiedliche Anforderungen abzudecken: als Spielwiese für die Kinder, als Ort für Grillfeste mit Familie und Freunden oder als ideales Fleckchen zur Entspannung in lauen Sommernächten.

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Bei dieser Nutzungsvielfalt hat sich der ein oder andere Gartenfreund mit grünem Daumen vielleicht schon einmal die Frage gestellt: Welcher Garten passt am besten zu mir und meinen Bedürfnissen?

Der Gemeinschaftsgarten

Julia Bosch (27), Redakteurin, hat zusammen mit sechs Freunden bei meine-ernte.de einen Garten in Stuttgart-Möhringen gemietet. Ein örtlicher Landwirt stellt über dieses Portal Teile seines Ackers Privatpersonen zur Verfügung, die für die Nutzung von Mai bis Oktober Geld bezahlen. Dafür bekommt die Gruppe Gartengeräte, Wasser und einige vorgepflanzte Gemüsearten. „Den Ackerdienst teilen wir uns auf“, erzählt Julia Bosch. Selbst wenn die Arbeit auf dem Acker teilweise unangenehm sei – etwa das Töten von Kartoffelkäfern in großem Stil – , lohne sich das Gruppen-Gärtnern: „Es erfordert Planung und Absprache, aber man hat ein gemeinsames Erfolgserlebnis.“

Der Balkongarten

Anja Tröster (50), Redakteurin, zieht auf ihrem hauseigenen Hinterhofbalkon in Stuttgart-West unterschiedliche Gewächse wie Walderdbeeren, Kräuter und Farne. Auf der kleinen Fläche stehen einige große Tonkübel, dazu hängen Blumenkästen am Balkongeländer und von der Decke herab. „Ich habe mit einem großen Baum bei uns im Hof zu kämpfen, der nimmt den Pflanzen die ganze Sonne“, so die Sorge der Balkongärtnerin. Deshalb könne sie keine sonnenhungrigen Pflanzen dort ziehen. Dafür hat sie einen Trick für frische Erde. „Ich habe eine selbst gebastelte Wurmkiste, die Tiere geben einen guten Dünger. So haben die Pflanzen die idealen Voraussetzungen.“ Zum Gießen verwendet sie herkömmliches Wasser aus dem Wasserhahn. „Leider kann ich auf unserem Balkon keine Regentonne auf­stellen.“

Das klassische Stückle

Beate Strinz (69), Rentnerin, hat seit vielen Jahren ein Stückle in Gerlingen. Geerbt hat sie es zusammen mit ihrem Ehemann vom Schwiegervater, der sich altersbedingt nicht mehr um das Gartengrundstück kümmern konnte. Auf der sechseinhalb Ar großen Fläche befinden sind heute noch einige Blumenbeete und Obstbäume aus vergangenen Tagen. „Früher hatte mein Schwiegervater auch Gemüsebeete, heute pflanze ich dort nur noch Blumen zur Zierde.“ Die Gartenarbeit sei teilweise anstrengend und zweitaufwendig. „Unser Stückle liegt an einem Hang, wenn wir da mähen oder Bäume schneiden, brauchen wir kein Fitnessstudio mehr“, sagt die Rentnerin. Aus den Früchten von der Streuobstwiese mache sie Saft und Marmelade. Gerne wird der Garten von der ganzen Familie zur Erholung genutzt. „Meine Enkel haben ihre eigene kleine Hütte gebaut, dort spielen sie immer“, erzählt Beate Strinz, für die ihr Garten ein „Balsam für die Seele“ ist.