Bodenanalyse, Pflanzenauswahl und Co. So plant man einen Garten

Eine Terrasse und ein Swimmingpool? Ein lauschiges Plätzchen, ein Staudenparadies? Bäume – und wenn ja, welche? Eine Wunschliste hilft bei der Planung des Gartens. Foto: Chlorophylle /stock.adobe.com

Lesenswert aus dem Plus-Archiv: Damit der Traum von Blüten zu allen Jahreszeiten wahr wird, ist gute Vorbereitung wichtig. Eine Anleitung zum Gartenglück.

Stuttgart - Bevor Spaten und Hacke zum Einsatz kommen, legen Sie Stift und Papier bereit für die eigene Gartenplanung. Nutzen Sie die ruhige Zeit, um sich einige Gedanken zu notieren. Wer seine Ideen aufschreibt, ist dazu gezwungen, sich konkret Gedanken zu machen.

 

Der Garten ist stets eine sehr persönliche Sache, wie der Bau eines Hauses auch. Es soll ja der Garten des Besitzers werden und nicht der Garten nach dem Geschmack des Gartenplaners. Wer an einem neu gebauten Haus nur den Mutterboden liegen hat, kann auf eine weiße Leinwand schreiben.

Bei alten Gärten, die den Wünschen der Bewohner nicht mehr entsprechen, benötigt der Garten eher ein „refreshment“, eine Auffrischung der Beete und Strukturen. Denn so wie eine Familie Lebensabschnitte hat, hat sie der Garten auch. Er kommt in die Jahre, wird altersschön oder grauslich überwachsen. Bäume und Sträucher sind über Jahrzehnte gewachsen. Sie werfen Schatten, wo einstmals ein Sonnenbeet geplant war. Hier gilt es, erst einmal eine Bestandsaufnahme zu machen, was erhaltenswert ist und was umgestaltet werden muss.

Erst träumen, dann rechnen

Es wäre schade, einen alten Baum vorschnell zu fällen. Vielleicht wird die Kinderschaukel doch noch von den Enkeln genutzt oder sie macht den Platz frei für ein neues Staudenbeet.

Um sich über die eigenen Wünsche klar zu werden, hilft ein „Story-Board“. Schneiden Sie aus alten Gartenkatalogen und Werbeprospekten die Bilder von Blumen, Gartenmöbeln und Zubehör aus, die Ihnen gefallen. Die klebt man alle auf einen Bogen Pappe zu einer Collage zusammen. Partner können jeweils ihr eigenes Story-Board basteln, denn dann zeigen sich unterschiedliche Ansprüche an den Garten.

Erst mal darf man träumen und alles denken, was man sich wünscht. Das Story-Board gibt Klarheit über den eigenen Gartenstil und Ausstattungswünsche. Liebe ich eher gerade Linien und klare Formen oder mag ich es verspielt und stelle mir einen Naturgarten vor? Das hilft einem selbst bei der weiteren Planung, aber auch dem Garten- und Landschaftsarchitekten, wenn er für die Neuanlage hinzugezogen wird.

Mit eigener Arbeit lassen sich Kosten sparen

Die Frage nach dem finanziellen Budget stellt sich dann aber doch. Das ernüchtert oft, denn eine Gartenanlage, von Garten- und Landschaftsbauern ausgeführt, kostet Geld. Die Gartenbesitzer sollten sich die Frage stellen, was ihnen der Garten als erweiterter Wohnraum im Grünen wert ist. Der Garten begleitet seine Besitzer über mehrere Jahrzehnte, ist also gut angelegtes Geld.

Vielleicht muss der Traum vom großen Schwimmteich zugunsten eines kleinen Wasserbeckens erst mal warten. Mit dem Einbringen eigener Arbeit lassen sich Lohnkosten sparen. Für das Aufmaß des Grundstücks, Erd- und Pflasterarbeiten sollte man den Profi ranlassen.

Bauliche Elemente wie Mauern, Terrassen und Wege, die ums Haus und durch den Garten führen, müssen geplant werden. Die Wege verbinden verschiedene Gartenbereiche, man muss festlegen, woher sie führen und mit welchem Material sie befestigt werden sollen.

Nicht immer sind im Garten überall feste Wege mit Klinker oder Betonsteinen nötig. Eine Wegedecke aus Rindenmulch reicht vielleicht, um von der Küche zum Kräuterbeet zu gelangen. Wo immer es geht, sollte auf die Versiegelung von Gartenflächen verzichtet werden. So kann Regenwasser vor Ort besser versickern. Ein Garten ist wie ein Haustier: Er benötigt Futter, Wasser, (Fell-)Pflege und Streicheleinheiten.

Eine Bodenanalyse ist wichtig

Als Letztes kommt die Planung des lebenden Inventars an die Reihe, die Bepflanzung. Dort arbeitet man sich von großen Bäumen hinunter über die Sträucher bis zu den Stauden. Besuchen Sie zur Auswahl eines Hausbaumes die regionalen Baumschulen. Dort werden Sie fachkundig beraten über die Größe, Wuchstypen und Eigenschaften der Baumarten, die in Ihrer Region gedeihen. Listen von Bäumen und Sträuchern für kleine Grundstücke finden sich auch auf Internetseiten führender Baumschulen (siehe Infokasten).

Die Auswahl bei blühenden mehrjährigen Stauden ist so groß, dass man nicht weiß, was man pflanzen soll. Da hilft ein Blick auf den Gartenboden. Haben Sie einen eher sandigen Boden oder Lehm, der sich zu Kugeln formen lässt? Wer sich mit seinem Standort noch nicht befasst hat, dem hilft eine Bodenanalyse. Viele Gemeinden bieten die Bodenuntersuchung günstig als Service an. Man gibt in einer Tüte etwas Gartenboden ab und bekommt nach der Untersuchung Auskunft über den Nährstoffgehalt, Säuregehalt (pH-Wert) und eine Düngeempfehlung.

Die Pflanzenauswahl passend zu Boden und Lichtverhältnissen erspart viel Pflegeaufwand und Enttäuschungen. In den Pflanzkatalogen der Staudengärtnereien findet man diese Standortangaben, sodass man danach Pflanzen für sein Beet zusammenstellen kann. Mit dieser Pflanzenliste, idealerweise mit Stückzahlen versehen, geht es dann endlich in eine Gärtnerei zum Kauf der Pflanzen.

Immer auch an die Nachbarn denken

Ganz wichtig aber: Damit es später keine bösen Überraschungen gibt, muss das Nachbarschaftsrecht eingehalten werden. Darin sind zum Beispiel Grenzabstände für Bäume festgelegt oder Vorgaben für die Form der Einfriedung. Nachbarrechtliche Regelungen ist Ländersache und kann in den jeweiligen Gemeinden erfragt werden.

Von der ersten Idee über die Planung bis zur Ausführung der Gartengestaltung sollte man etwa ein Jahr einplanen. Ein Garten, und sei er auch noch so gut geplant, ist kein Produkt, sondern ein Prozess, bemerkte schon die berühmte britische Gartenplanerin Mary Keen.

Infos

Hier finden Sie weiterführende Infos zu Bäumen, Sträuchern, Rosen und Stauden für eine Pflanzplanung:

Baumschule-Adressen: Lorenz von Ehren, Maldfeldstr. 4, 21077 Hamburg, www.LvE.de

Baumschule Huben, Schriesheimer Fußweg 7, 68526 Ladenburg, www.huben.de

Adressen für Staudengärtner:

www.stauden.de – Seite vom Bund Deutscher Staudengärten zur Suche von Staudengärtnereien vor Ort, etwa:

Fehrle Stauden GmbH, Am Paulushaus, 73527 Schwäbisch Gmünd, www.fehrle-stauden.de

Staudengärtnerei Schöllkopf, Gewann Heckwiesen, 72770 Reutlingen-Betzingen, www.staudengaertnerei.net

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