Gartenschau-Abschluss in Waiblingen Fröhliches Ende mit Pauken und Trompeten

Von Harald Beck 

Friedlinde Gurr-Hirsch hat im Waiblinger Bürgerzentrum den symbolischen Gartenschau-Spaten an die Stadt Eppingen weiter gereicht. Und die Remstäler freuen sich über ein rundum gelungenes 164-Tage-Event mit gut zwei Millionen Besuchern.

Friedlinde Gurr-Hirsch (Zweite von rechts) im Kreis der Gartenschau-Rathauschefs und flankiert von Maskottchen Remsi Foto: /Horst Rudel
Friedlinde Gurr-Hirsch (Zweite von rechts) im Kreis der Gartenschau-Rathauschefs und flankiert von Maskottchen Remsi Foto: /Horst Rudel

Remstal-Gartenschau - Auch wenn am Sonntag, dem allerletzten Remstal-Gartenschautag, in allen 16 Teilnehmerkommunen noch eine Vielzahl an Abschlussfesten, Aktionen und Angeboten wie Schlussverkauf und Versteigerungen diverser Gartenschau-Utensilien folgten: Der offizielle Abschluss der 164-tägigen Remstal-Gartenschau 2019 hat am Samstagabend im feierlichen Rahmen und mit anschließendem Stehimbiss aller Beteiligter im Waiblinger Bürgerzentrum stattgefunden. Und natürlich war die nächste Gartenschaustadt samt Delegation und Stadtkapelle mit dabei im fast vollen Ghibellinensaal. Der Adressat der Spatenübergabe für die nächste Landesgartenschau im Jahr 2021 ist die badische Stadt Eppingen, die „Fachwerkstadt mit“ Pfiff“ ganz im Nordwesten Baden-Württembergs.

Am Anfang war das halb nackte Einhorn

Christoph Sonntag, der Kabarettist mit kräftigen Waiblinger Wurzeln hat die Abschlussfeier launig eingeleitet, unter anderem mit einer Reminiszenz an den Start am 10. Mai, als gleich zum Auftakt das spärlich bekleidete, body-gepaintete und von einer unverkennbar weiblichen Stadträtin dargestellte Einhorn als halb nacktes Wappentier von Schwäbisch Gmünd quasi weltweit für Aufsehen gesorgt hat. Mit Freude nehme er zur Kenntnis, so Sonntag, dass sein persönlicher Waiblinger OB Andreas Hesky wie immer im äußerst adretten Anzug erscheinen sei. Und es erleichtere ihn ungemein, dessen Gmünder Amtskollegen Richard Arnold nicht im Body-Paint-Kostüm erblicken zu müssen.

Nein, es ging solide und gesittet zu beim Abschlussevent jenes interkommunalen und kreisübergreifenden Gartenschau-Projekts, das laut Veranstalter insgesamt gut zwei Millionen Menschen zu den Gartenschau-Angeboten in 16 Kommunen und auf 80 Kilometern entlang der Rems gelockt hat. Zu einer in diesen örtlichen Dimensionen bundesweit bislang einzigartigen Gartenschau.

„Wer hätte das gedacht, dass an diesem 19. Oktober 2019, genau 163 Tage nach der Eröffnung der Gartenschau, einem lauter strahlende Gesichter entgegenblicken?“, fragte der Hausherr und Waiblinger Oberbürgermeister rhetorisch in die große Remstalrunde. Fast keiner natürlich. Aber es sei, so habe er er jüngst am Beispiel eines geständigen „honorigen Waiblinger Mitbürgers“ erlebt, inzwischen so mancher Gartenschau-Saulus zum echten Paulus geworden. „Des wird doch nix“, habe jener Waiblinger nach eigenem Bekunden noch vor einem halben Jahr schwäbisch-skeptisch gedacht – „ und heute ist er begeistert“.

Eintracht in der Gartenschau-Familie

Nebenbei hat Hesky die Staatssekretärin Gurr-Hirsch kurzerhand zur Mutter der Gartenschau geadelt – und den Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart, Thomas Bopp, zu deren Vater. Und um im Bild des „psychoanalytischen Familienstellens“ zu bleiben: „Die Transformation ist auch unter uns Kommunen zu spüren Aus dem Nebeneinander ist ein Miteinander geworden.“

Nach der Abschlussversammlung der Gartenschauakteure auf der Bühne des Waiblinger Prachtsaals zusammen mit Friedlinde Gurr-Hirsch und dem überdimensionalen Bienen-Maskottchen Remsi, folgte die Spatenübergabe an Klaus Holaschke, den Oberbürgermeister der Stadt Eppingen. Der wiederum hatte nicht nur einen unterhaltsamen Film über Vorzüge und längst gestartete Gartenschauaktivitäten für 2021 mitbracht, sondern auch seine tongewaltige und historisch uniformierte Stadtkapelle. Die hat im Waiblinger Ghibellinen den musikalischen Schlusspunkt unter Remstal-Gartenschau-Abschluss gesetzt hat.