Gartenschau in Eppingen Ein Weiher vor der Altstadt

Blick vom Bahnhof über den neuen Teich zur Eppinger Altstadt Foto: Stadt Eppingen/oh

Bei der kleinen Gartenschau in Eppingen gibt es viel Wasser, Blumen und einen intimen Einblick in manch privaten Garten.

Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)

Die kleinsten von 350 Ehrenamtlichen sind keine vier Jahre alt, und sie haben eine wichtige Aufgabe. Wenige Tage vor der Eröffnung der Gartenschau in Eppingen (Kreis Heilbronn) sollen sie für einen Imagefilm das Gelände probebespielen. „Und? Wechselkleider dabei?“, fragt Oberbürgermeister Klaus Holaschke (parteilos). Die Oma nickt. Nicht zwei, sondern gleich drei Garnituren habe sie eingepackt. Denn das ist ratsam bei dieser Gartenschau. Der Wunsch nach mehr Wasser in der 22 000-Einwohner- Stadt sei obenan gestanden, sagt Holaschke.

 

Seit 20 Jahren planen die Eppinger an ihrem Grünprojekt, 14,5 Millionen Euro haben sie investiert. Möglichkeiten, sich nass zu machen, gibt es in dem zehn Hektar großen Park am Bahnhof nun zuhauf. Ein ganzer Stadtweiher mit 1000 Quadratmetern Fläche wurde neu angelegt. Entlang des Wegs am Altstadtrand, wo einst der Mühlkanal floss – der seit Jahrzehnten aber nur noch einem Müllkanal glich, wie der OB hinter vorgehaltener Hand zugibt – sprudelt es nun auf 14 langen Wassertischen.

Privatgärten als Ausstellungsobjekt

Der Weg ist zu einer regelrechten Altstadtpromenade geworden, die vom kommenden Freitag an Tausende Besucher abschreiten sollen. Es geht vorbei an einem großen Weinpavillon, an dem ein württembergischer und ein badischer Winzerkeller einträchtig ihre Weine verkosten. Eppingen ist badischer Grenzort. Die Wengerter des Teilorts Kleingartach bringen ihre Trauben traditionell nach Brackenheim, die Winzer aus Elsenz liefern nach Wiesloch.

Auch das Flüsschen mit dem Namen Elsenz ist Teil des 14,5 Millionen Euro teuren Konzepts. Einst war es streng kanalisiert, nach einer Renaturierung mäandert es wieder und kann durchwatet und bespielt werden. Dort, zwischen historischer Stadtmauer und Bach, sind private Gärten Teil der Ausstellung. Die meisten dürfen auch besichtigt werden. Und auch dies ist ungewöhnlich: Der Rundgang führt weiter durch die reich mit Blumen bestückte Altstadt. Dort, und nicht auf dem eigentlichen Parkgelände, ist auch die traditionelle Blumenhalle zu finden.

Der Dauerkartenverkauf lahmt ein wenig

Rund 10 000 Dauerkarten hat die Stadt im Vorverkauf abgesetzt. Das sei etwas weniger als erhofft, räumt Holaschke ein. Dennoch ist er überzeugt, dass es richtig war, die Schau coronabedingt um ein Jahr zu verschieben. Die große Landesgartenschau in Neuenburg (Kreis Lörrach), mit der man nun konkurriert, sei weit weg. Wichtiger sei, dass nun das komplette Programm stattfinden könne, sagt Holaschke. Überlingen hatte im vergangenen Jahr seine Gartenschau durchgezogen – mit teilweise eingeschränktem Programm. „Aber wir sind keine Touristenstadt, wo die Leute sowieso kommen“, sagt der OB.

Vom 20. Mai bis 2. Oktober, 9 bis 19 Uhr. Erwachsene 14 Euro, Ermäßigte 12 Euro, Jugendliche bis 24 Jahre 6,50 Euro, Kinder frei.

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