Gartenschauprojekt in Weinstadt Kaminhaus: Stahlkonstrukt statt Betonbau

Von Luitgard Schaber 

Das Kaminhaus ist gerettet. Zunächst war das Gartenschauprojekt in Weinstadt wegen zu hoher Kosten auf der Kippe gestanden. Doch nun haben die Verantwortlichen eine Lösung gefunden.

Das Gartenschauprojekt in Weinstadt ist gerettet (Symbolbild). Foto: SDMG
Das Gartenschauprojekt in Weinstadt ist gerettet (Symbolbild). Foto: SDMG

Weinstadt - In Sachen Kaminhaus hat man in Weinstadt offenbar das Ei des Kolumbus gefunden, nachdem das Projekt für die Interkommunale Gartenschau im kommenden Jahr auf der Kippe gestanden war. Die Kette von 16 weißen Stationen als verbindende architektonische Elemente zwischen den beteiligten Remstal-Kommunen drohte in Weinstadt abzureißen.

Mehrfach ausgeschrieben

Der Hintergrund: Wiederholt hatte die Stadt die Rohbauarbeiten für das Kaminhaus ausgeschrieben. Doch auch im zweiten Anlauf erhielt sie kein annehmbares Angebot einer Baufirma dafür. Mit 196 000 Euro lag selbst die Offerte des günstigsten Bieters um mehr als das Doppelte über den im Haushaltsplan hierfür veranschlagten 80 000 Euro. Bei der ersten Ausschreibung waren es gar über 244 Prozent mehr, die das Kaminhaus Weinstadt gekostet hätte. Auch das freie Verhandlungsverfahren, das man als dritten Versuch daraufhin mit einem örtlichen Bauunternehmen aufnahm, führte zu keinem zufrieden stellenden Ergebnis, wie die Leiterin des städtischen Hochbauamts, Danielle Göhner, hierzu berichtet. Daher forderte man das zuständige Architekturbüro su und z Architekten aus München auf, seinen Entwurf abzuspecken, um Kosten zu sparen.

Dem ist man dort nachgekommen und hat der Stadt einen neuen Plan vorgelegt. „Der Ansatz, Tradition und Moderne gegenüber zu setzen, wird wirklich erreicht und das Künstlerische damit sehr viel mehr sichtbar“, meint der Erste Bürgermeister Thomas Deißler, nicht nur von den weit geringeren Kosten verzückt. Mit prognostizierten 84 000 Euro liegt das Kaminhaus nur noch vergleichsweise geringfügig über dem festgesetzten Kostenrahmen.

Reduziert auf das Wesentliche

Wie erzielt man die Einsparungen? Hierzu hat das Architekturbüro das Bauwerk auf das Wesentliche reduziert: den Kamin und das stilisierte Fachwerk als Anlehnung an die in der Region traditionelle Bauweise vergangener Jahrhunderte. So soll Letzteres ähnlich einer Pergola in Form eines Häuschens aus einer weiß lackierten Stahlkonstruktion errichtet werden und so die Sitzmöglichkeiten und die Feuerstelle einfassen. Durch diese transparente Bauweise werde der fest gemauerte Kamin im Inneren sichtbarer und damit auch das Thema des Bauwerks, findet Deißler und macht somit aus dem Ergebnis des Sparzwangs gleichsam eine Tugend. Zumal damit die Befürchtungen, dass die ursprünglich aus weißem Beton geplanten Wände des Kaminhauses zum einen wegen Ruß aus der Feuerstelle und zum anderen wegen Vandalismus bald nicht mehr weiß sind, vom Tisch sind. Denn was nicht da ist, kann auch keinen Schaden nehmen.

Bevor mit dem Bau des Kaminhauses nach der reduzierten Entwurfsplanung begonnen werden kann, muss hierfür wiederum erst eine Firma gefunden werden.




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