Gartentipps Die Lust am Duftgarten

Der Blauregen duftet auch noch himmlisch. Foto: imago/blickwinkel/imago stock&people

Duftpflanzen sehen gut aus und riechen fantastisch. Wir geben Tipps, wie man sich einen Duftgarten anlegt. Das funktioniert übrigens sogar im kleinen Rahmen.

Düfte sind sinnliche Erfahrungen, die sich schon in der Kindheit tief ins Gedächtnis einprägen. Oft werden sie im Vergleich zu visuellen Eindrücken unterschätzt. Aber alle, die einen Garten haben, wissen natürliche Wohlgerüche durchaus zu würdigen. Denn im Paradies hinterm Gartenzaun kommt es nicht allein auf schöne Blüten an, sondern auch darauf, dass diese köstlich duften.

 

Historische Rosen blühen nicht so lange

Flieder, Maiglöckchen und Veilchen – diese klassischen Frühlingsdüfte finden sich auch im Portfolio der Parfümeure, wenn es um frische, anregende und blumige Aromen geht. Andere Nasenschmeichler im Frühlings- und Frühsommergarten sind Nachtviolen (Hesperis matronalis), Dichter-Narzissen (Narcissus poeticus), Nelken und Pfingstrosen. Von Mai bis in den Juni hinein blühen die Rosen.

Rosen schmeicheln die Sinne mit vielen Züchtungen und Gerüchen Foto: Frank von Berger

Die „Königin der Blumen“ verwöhnt unsere Nasen mit besonders köstlichen Aromen. Am besten duften historische Sorten, etwa Centifolien wie „Fantin-Latour“, Damascena-Sorten wie „Isphahan“ sowie Gallica-Rosen wie „Charles de Mills“. Meist sind die Blüten historischer Sorten allerdings Mitte bis Ende Juni schon Geschichte.

Wie gut, dass es öfter blühende Sorten dieser Rosengruppe gibt, die bis in den Herbst hinein immer wieder neue, verführerisch duftende Blüten hervorbringen. Dazu gehören Strauchrosen wie „Comte de Chambord“, „Louise Odier“ und „Jacques Cartier“. Ganz ähnlich verhalten sich die modernen Englischen Rosen des Züchters David Austin, die in ihrer Anmutung an historische Sorten erinnern, aber meist öfter blühend und in der Regel stark duftend sind. Zu den bekanntesten zählen die rosafarbene Sorte „Evelyn“ (benannt nach einem britischen Parfümeur), die gelb blühende „Graham Thomas“ sowie die pfirsichfarben und besonders opulent blühende Sorte „Abraham Darby“.

Der süße Honigduft der Azaleen

Und wer hätte gedacht, dass viele Rhododendren und Azaleen, die meist wegen ihrer farbenfrohen Blütenfarben gepflanzt werden, auch köstlich duftende Blüten haben? Herausragend sind die ab Mai blühenden Pontischen Azaleen (Rhododendron luteum) und ihre Hybriden mit süßem Honigduft. Ihre gelben bis orangefarbenen, röhrig-trichterförmigen Blüten erblühen bereits vor der Laubentfaltung.

Garten-Flieder ist eine Duftsensation Foto: STZN

Eine Duftsensation im Frühjahr ist natürlich auch der Garten-Flieder (Syringa vulgaris), der zwischen Mitte April und Anfang Mai seine prächtigen Blüten öffnet. Eine weitere duftende, im Frühsommer blühende Gehölzgruppe sind die Pfeifensträucher (Philadelphus-Arten und -Sorten). Zu den am besten riechenden Sorten gehört die Züchtung „Belle Etoile“ mit basalen roten Flecken im ansonsten weißen Blütenkelch. Dieser auch Zimtröschen genannte Strauch wächst nur maximal zwei Meter hoch und breit, er eignet sich gut für kleinere Gärten.

Lavendel erinnert manche an Omas Wäscheschrank

Kräuter sind in puncto Wohlgeruch gewiss die Spitzenreiter in der Hitliste der Aromapflanzen. Beispielsweise der Lavendel. Der Duft der Pflanze erinnert zwar manche an Omas Wäscheschrank, weil besonders früher mit Lavendelblüten gefüllte Duftsäckchen Kleidermotten fernhalten sollten. Aber das herb-würzige Aroma lässt die Gedanken zugleich auch in die Provence wandern, wo die lilablauen Blüten unbedingt zum Urlaubsgefühl dazugehören. Bei diesem mediterranen Gewächs riechen sowohl die Blüten als auch das Laub anregend.

Bei anderen Kräutern hingegen duftet vor allem das Laub aromatisch, etwa wie bei den vielen Minze-Arten sowie bei Zitronen-Melisse, Rosmarin, Salbei, Thymian und Currykraut (Helichrysum italicum). Letzteres riecht wirklich wie das orientalische Gewürzpulver. Anfassen und Streicheln bringen das Odeur erst richtig zur Entfaltung.

Bei Sommerblumen, die als Einjährige ab Mai kultiviert werden, gehört die Vanilleblume, auch Heliotrop genannt (Heliotropium arborescens), in puncto Wohlgeruch sicher zu den Favoriten. Wirklich fröhlich sehen die kompakten, violetten Blütendolden und matt-dunkelgrünen Blätter dieser Pflanze zwar nicht aus, aber es kommt ja nicht immer nur auf die Optik an.

Duftgeranien riechen nach Zimt, Minze oder Bergamotte

Ebenso verhält es sich mit den Duftgeranien (Pelargonium), deren Flor nicht so üppig wie bei den klassischen Balkongeranien ausfällt. Duftgeranien können dafür jedoch mit aromatischen Blättern punkten. Sie riechen, je nach Sorte, beispielsweise nach Rosen, Zimt, Minze oder Bergamotte.

Die bewährten Sommerblumen wie Reseden, Duft-Wicken und Levkojen (Matthiola) verwöhnen die Sinne sowohl mit schönen Blüten als auch mit Aromen. Wirklich „dufte“ sind zudem viele Lilien-Arten, die neben glamourösen Blüten mit ihrem Parfüm nicht geizen. So etwa die Königslilie (Lilium regale). Die weißen, rosa überhauchten Blütentrompeten der Zwiebelpflanze verströmen aber erst an warmen Sommerabenden ihren Wohlgeruch, genauso wie die orientalischen Hybriden dieser Pflanzengattung. Vorsicht: Lilien aus der Asia-Gruppe duften kaum oder gar nicht.

Viele Lilien-Sorten sind glamourös in Aussehen und Duft. Foto: Frank von Berger

Für Nachtschwärmer und alle, die ihren Garten nur am Feierabend nutzen können, sind abends duftende Pflanzen wie Lilien besondere Schätze. Weitere Duftwunder für die Abendstunden sind Ziertabak (Nicotiana suaveolens), Nachtkerze (Oenothera biennis), der als Heckenpflanze beliebte Liguster (sofern er nicht zu kräftig beschnitten und damit seiner Blüten beraubt wird) sowie die aus den Tropen stammende und als Kübelpflanze kultivierte Engelstrompete (Brugmansia suaveolens). Sie alle duften erst nach Einbruch der Dämmerung, um nachtaktive Insekten zur Bestäubung anzulocken. Damit ihre Aromen uns auch wirklich erreichen, sollten diese Arten möglichst in Sitzplatznähe positioniert werden. Die meisten Duftpflanzen können genauso gut in Töpfe oder Balkonkästen gepflanzt werden – das wäre dann die kleinere Variante eines Duftgartens.

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