Gartenzäune, Mauern und Co. Welcher Zaun zu welchem Garten passt

Der Bauerngarten wird traditionell mit einem einfachen Lattenzaun umgrenzt. Foto: Adobe Stock

Ein Gartenzaun oder eine Mauer ist mehr als eine reine Grenzmarkierung. Es sind auch gern genutzte Gestaltungselemente für die eigene grüne Oase.

Ein Gartenzaun dient – ebenso wie eine Mauer oder eine Hecke – zunächst der Abgrenzung des eigenen Grundstücks vom öffentlichen Raum oder vom Nachbarn. Doch ist er mehr als eine reine Grenzmarkierung, nämlich ein Gestaltungselement, das im besten Fall einen Bezug zum Garten und zur Architektur des Wohnhauses darstellt. Manchmal blickdicht und wuchtig, oft durchlässig und luftig.

 

Abgeschirmt von Lärm und neugierigen Blicken fühlt man sich dahinter wohl und geborgen. Der Holzzaun ist nach wie vor der Klassiker unter den Gartenzäunen. Er braucht einen regelmäßigen Lasuranstrich, will man das Holz nicht witterungsbedingt ergrauen lassen. Generell sind Harthölzer wie Robinie, Esskastanie oder Douglasie langlebiger als Weichhölzer wie Kiefer oder Tanne. Unabhängig von der Holzart harmoniert ein Holzzaun mit unterschiedlichen Baustilen.

Mal betont eine feine Lamellenwand den kühl modernen Neubau, mal ranken Rosen, Clematis, Prunkwinde oder Schwarzäugige Susanne zwischen den Zaunlatten vor einem alten Haus. Der Bauerngarten wird traditionell mit einem einfachen Latten- oder Staketenzaun aus Fichte, Eichen- oder Lärchenholz umgrenzt. Sehr interessant sieht ein geflochtener Speltenzaun aus.

Kunstvoll geflochtene Umzäunung

Seine in den Boden gerammten Spelten (senkrechte Zaunhölzer) werden mit Fichtenästen oder Weidebändern an die Querlatten gebunden. Noch schöner sind Flechtzäune aus Weiden, Hasel- oder Eschenruten. Die kunstvoll geflochtene Umzäunung steht nicht nur Gärten gut, die an Wiesen und Wälder grenzen. Oft wird der Zaun selbst zum Blickfang. Sonnenblumen und Stockrosen lehnen sich an.

Kapuzinerkresse, Kletterrose, Wicke und Weißrebe überwuchern ihn. Rankender Eisenhut, Rittersporn und Storchschnabel verleihen weitere Blütenpracht – ein Paradies für Bienen und Insekten. Hecken aus Hainbuche, Hagebutte oder Weißdorn gehören mit zu den ältesten Einfriedungen. Blütenhecken mit Flieder, Hortensien, Duftschneeball und Strauchrosen überziehen in Frühjahr und Sommer die Grundstücksgrenze mit einem Blütenflor.

Die herrlich duftenden und lebenden Hecken locken Vögel und andere Zaungäste an. Formschnitthecken aus immergrünen Gehölzen wie Scheinzypresse, Ilex, Kirschlorbeer oder Eiben wirken im Winter attraktiv. In der kalten und blütenarmen Jahreszeit heben sie die Struktur des Gartens hervor. Metall, Gabionen, Naturstein und Sichtbeton bis zu Kunststoff werden gleichfalls für Zäune und Mauern verwendet.

Gabionen lassen sich begrünen

Allerdings sieht ein Zaun aus Kunststoff in verwittertem Zustand oft schäbig aus. Rostfrei und wetterbeständig präsentieren sich Gartenzäune aus pulverbeschichtetem Aluminium. Stabil und dauerhaft sind Zäune aus Stahl.Ebenso Schmiedeeisen, das dem Garten eine stilvolle bis romantische Note verleiht. Je nach Muster erscheint der Zaun nostalgisch oder gediegen. Für kleinere Reihenhaus-Gärten ist er aber ungeeignet. Hier bevorzugt man niedrigen Maschendrahtzaun.

Markant sind Gabionen, eine Mischung aus Metallzaun und Mauer. Die wuchtigen Drahtkörbe werden mit Steinen oder Holz befüllt. Äußerst massiv und undurchlässig bieten sie vollständigen Sichtschutz. Auch Gabionen lassen sich begrünen – etwa mit Efeu. Glatt, schlicht und modern wirken Gartenmauern aus Sichtbeton. Oft bilden sie mit den davor wachsenden Ziergräsern und Lavendel spannende Kontraste. Diese Mauer eignet sich für modern gestaltete Gärten.

Trockenmauern aus Naturstein wirken sehr ästhetisch. Man findet sie vor alten Villen wie vor neuen Stadthäusern. Sie sind das ideale Sonnendeck für Eidechsen. Oft sieht man die Zwischenräume und Fugen der Trockenmauern mit Blaukissen bepflanzt. „Gute Zäune machen gute Nachbarn“, lautet eine alte Volksweisheit.

Absprache mit den Nachbarn

Damit es nicht doch zu Grenzkonflikten oder Streitigkeiten kommt, raten Experten, mit dem Nachbarn über das eigene Zaunbauvorhaben zu reden. Manchmal ist seine Zustimmung rechtlich vorgeschrieben. Klären sollte man, wer die zukünftige Pflege und die damit anfallenden Kosten übernimmt. Ein Holzzaun etwa sollte regelmäßig von beiden Seiten gestrichen werden.

Auch sonst gibt es beim Zaunbau einiges zu beachten: Ein Zaun muss „ortsüblich“ sein, also in Material und Höhe in etwa in die nähere Umgebung passen. Das kann von Wohngebiet zu Wohngebiet stark variieren und nicht immer gilt eine Maximalhöhe von 1,20 Metern. Sichtschutzzäune dürfen mitunter bis zu zwei Meter hoch sein. Auch ist es ein Unterschied, ob man den eigenen Garten zu einer Straße oder einer landwirtschaftlichen Nutzfläche hin abgrenzt.

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