Gastro im Gerber und Milaneo Milaneo

Gesamtkonzept

Die Food Lounge im Milaneo ist genau wie ihre Verwandte in den Königsbau-Passagen eine Leistungsschau der Systemgastronomie: Die Fast-Food-Reise geht von Italien über die Türkei, Mexiko, Schweden und Japan bis an die deutsche Nordsee. Genau wie in den Königsbau-Passagen ist der Geruch – neben dem Geschmack – das größte Problem. Es duftet großflächig nach Geschmacksverstärker.

Aperitif

Wir empfehlen einen frisch gepressten Saft beim Anbieter Immergrün. Die Geschmacksrichtung Beerensturm, bestehend aus einer Beerenmischung und Apfel, stärkt für den nächsten Sturm auf die Bastille der Billigmode, genannt Primark.

Amuse-Gueule

Appetit anregende Häppchen sucht man im Milaneo vergebens, dafür gibt es reichlich Sprachhäppchen für Feinschmecker. Die Filiale der Bäckereikette Lang nennt sich im Milaneo tatsächlich Lang Lounge. Wer nach dem Essen keine Einkäufe mehr schleppen kann, kann den Service der „Liefery“ in Anspruch nehmen. Ob man sich umgekehrt auch gutes Essen ins Milaneo liefern lassen kann, ist nicht bekannt.

Ambiente

Das Ambiente der Food Lounge im Milaneo ist allerfeinstes Fast-Food-Inferno. Die Sitzplätze reichen im Ansturm der Mittagspause bei Weitem nicht aus. Das führt zu unschönen Szenen: Während man sich einem griechischen Salat von Immergrün widmet, setzt sich eine Familie aus dem Badischen mit an den Tisch, die sich an drei unterschiedlichen Döner-Experimenten delektiert. Der Austausch unterschiedlicher Fleischfetzen im Angesicht des eigenen Salates: davon träumt jeder Hobbyvegetarier.

Service

Kein Service, da Selbstbedienung. Im weitesten Sinne stellt das Angebot aus aller Herren Länder eine Art Service dar. So kann man sich thematisch passend zum Einkauf durch die Welt schnabulieren. Der Einrichtungsgegenstand aus Schweden wird kulinarisch durch Linas Köttbullar abgerundet. Die in Asien billig produzierten Textilien kann man mit einem Besuch bei einem der zahlreichen Asia-Imbisse feiern.

Slow-Food-Faktor

Die Anthroposophen unter den Primark-Kunden werden beim Supermarkt Tegut fündig, dessen Gründer sich von Rudolf Steiner inspiriert fühlt. Das Angebot der in Fulda ansässigen Kette ist ausgezeichnet, zwischen Käsetheke und Kaffeeautomat befindet sich eine kuschelig-urbane Sitzgelegenheit für zwei Hungrige.

Kulinarisches Alleinstellungsmerkmal

Es dominiert der Asia-Einheitsbrei. Nicht ganz so schlimm ist der Anbieter Gin Yuu, der versucht, die Reize der asiatisch-pazifischen Küche nach dem Vapiano-Selbstbedienungsprinzip zu transportieren. Großer Vorteil: befindet sich außerhalb der Food Lounge. Ebenfalls außerhalb des Fast-Food-Schlachtfeldes ist ein Hans-im-Glück-Burger zu finden – keine 300 Meter Luftlinie entfernt von der Hans-im-Glück-Filiale in den Pariser Höfen. So viel zum Thema Alleinstellungsmerkmal.