Gastro im Westen Eine irische Bar für den Westen

Von Björn Springorum 

Zuwachs an der Reuchlinstraße: Das Next Door, das neue Geschwisterlein des Irish Pubs O‘Reillys, hat seit dieser Woche geöffnet.

Robert O‘Rorke Foto: Björn Springorum
Robert O‘Rorke Foto: Björn Springorum

S-West - Wenn man das so sagen möchte, hat sich der hochgewachsene O‘Reillys-Boss Robert O‘Rorke mit seinem brandneuen Next Door (Reuchlinstraße 27/29) eine Art Pub 2.0 spendiert. Ein Ort also, der all die Vorzüge eines britischen Pubs – handfestes Essen, hoher Gemütlichkeitsfaktor, keine Standesdünkel, große Getränkeauswahl – behutsam in die Gegenwart transferiert. Wo es in seinem Irish Pub O‘Reillys urig und rustikal zugeht, wirkt das Next Door moderner, eleganter, zeitgeistiger: Unverputzte Klinkersteine an einer Wand, davor wunderbar gemütliche Ledersessel wie aus einem britischen Club, dunkles Grün an den anderen Wänden, Blasinstrumente als aufsehenerregende Lampen, gefährlich bequeme Barhocker und eine quadratische Bar, blitzend vor Messing und Glas.

Zwei Jahre Arbeit stecken da drin

Das sieht alles schick und hochwertig aus. Aber auch aufwendig. Über zwei Jahre hat er mit seinem aufopferungsvollen Team an der neuen Örtlichkeit gearbeitet, zwischendrin mehr als einmal am liebsten das Handtuch geworfen. „Vor ein paar Wochen hätte ich noch gesagt, dass das ganze Projekt eine Schnapsidee war“, sagt er und lacht. „Aber da stand ich auch kurz vor dem zehnten Nervenzusammenbruch, weil es so viel zu erledigen gab. Mittlerweile sage ich: Klaro, jederzeit wieder!“ Logisch, mittlerweile hat das Next Door ja auch geöffnet. Und der Name des neuen Ladens ist Programm: Die Bar befindet sich zwischen dem O‘Reillys und dem lauschigen Biergarten, immer noch einer der größten Geheimtipps der Stadt.

Vielleicht nicht mehr lange. So langsam kann man den irischen Einfluss in der Reuchlinstraße nicht mehr übersehen. „Wir wollten uns schon lange erweitern“, so O‘Rorke, „und als wir die Fläche zwischen dem Pub und unserem Biergarten angeboten bekamen, die früher einem Pizza-Service gehörte, fackelten wir nicht lange.“ Für ihn ist das Next Door eine eigenständige Bar, die aber natürlich trotzdem zum O‘Reillys-Kosmos gehört und für dieselben Werte stehen will: Offenheit, Respekt, kosmopolitisches Flair. „Je nachdem, ob man heute Abend lieber in einer Bar oder in einem Pub sitzen will, nimmt man eben diese oder jene Tür.“

Moderner und schicker: Craft Beer und Cocktails

Im O‘Reillys stehen Guinness, Kilkenny oder Newcastle Brown Ale vom Fass auf dem Programm, dazu Fish and Chips und danach ein Whisky. Im Next Door gibt es all das auch, nur ein wenig mondäner.

Eine große Auswahl an Craft Beer vom Fass und aus der Flasche, dazu eigens kuratierte Cocktails. „Unser fantastischer Barmann Joe Holden hat viele der neuen Cocktails selbst entwickelt. Die letzten Monate hat er bedenklich viel Zeit damit zugebracht, Wodkas oder Gins zu infundieren. Das ist sein Ding“, sagt O‘Rorke und grinst, „vielleicht sogar ein wenig zu sehr.“ Dazu soll es korrespondierende Snacks und Speisen geben, gerne auch mal als perfekte Essen- und Trinken-Kombination. Food-/Drink-Pairing nennt sich das heutzutage.

Auch Live-Konzerte, Lesungen und Vorträge sind geplant

Die kleine Bühne in der einen Ecke des Raumes zeigt, wie O‘Rorke den neuen Laden künftig aufstellen will. „Ich habe vor, jeden Monat eine Handvoll Live-Konzerte zu veranstalten.“ Next Door solle ein Ort für junge Singer/Songwriter, Bands oder DJs werden, eine Bühne, auf der sie Erfahrung sammeln könnten. Geht es nach ihm, herrscht an solchen Orten nicht nur im Stuttgarter Westen ein eklatanter Mangel.

Geplant sind auch Open-Mic-Abende, Lesungen, gar Vorträge – also nicht nur laute Musik, Darts und Drinks. „Das sind natürlich unverzichtbare Bestandteil eines Pubs. Aber man muss ja nicht immer gleich vom Barhocker fallen.“

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